00:13:31 · Jörn Chim Chow
[00:13:31] S2: Na ja, also ganz so einfach ist es nicht. Jetzt wird's vielleicht ein bisschen technisch. Der der Martin hatte hatte in der Vergangenheit eine Firma, die FPGAs entwickelt unter sehr vielen der Grundlagentechnologien für FPGAs. FPGAs sind Prozessoren, die die man nachträglich umprogrammieren kann, ja? Die sind sehr flexibel, aber sie sind teuer und schwer zu programmieren. Man muss sich das so vorstellen, das ist quasi das, wie soll man sagen? Der Grundgedanke ist ähnlich, aber man hat einen Prozessor, der wie Hardware programmiert werden muss. Das heißt, man kann nicht einfach Software schreiben, sondern muss quasi ähnlich wie in der Hardwareentwicklung die Schaltkreise quasi definieren, sozusagen die Schaltzonen definieren. Und dann hat man ein sehr komplexes Konfigurationstool, mit dem man diese Prozessoren konfiguriert. Und sind diese Prozessoren erst konfiguriert und in Nutzung ist es sehr schwer, diese noch mal umzukonfigurieren sozusagen. Man braucht immer ein Reboot und die Entwicklungszyklen dauern mehrere Monate für so einen Prozessor. Und für diese Art von Prozessoren, für FPGAs, hat Martin quasi sehr viele der grundlegenden Technologien entwickelt gehabt und wirklich über 200 Patente in diesem Bereich. Und da kam die Idee, das muss man doch besser können. Und das war quasi dieser der Grundgedanke oder der der Funke von Ubitium, der das Ganze zum Laufen gebracht hat, wo der Martin dann gesagt hat, okay, das könnte man doch besser. Was wäre, wenn wir nicht so eine Art Co Prozessor haben, der wirklich sehr schwer zu programmieren ist, sondern quasi, wenn diese Konfigurierbarkeit mit Software definiert wäre. Was heißt, wenn ich jetzt keine Hardwareentwicklungszyklen mehr durchmachen muss, diesen Prozessor zu konfigurieren, sondern einfach Software schreiben könnte und einfach mit der Software diesen Prozessor neu konfigurieren könnte? Und das ist son bisschen der Grundgedanke. Hat auch eine Weile gedauert, ist noch nicht über Nacht geschehen, weiß mal so. Der Jan, es waren, Martin hat grade 15 Jahre Forschung reingesteckt, war 15 Jahre quasi in diese Idee reingesteckt, bis er dann einen ersten Prototypen hatten, wo wir gesagt haben, okay, das Grundprinzip funktioniert, sozusagen, ja. Das könnte was geben.
00:15:31 · Jörn Chim Chow, Jan Thomas
Und das war dann der Punkt, wo wir uns dann zusammengesetzt haben und gesagt haben, jetzt jetzt gründen wir meine Firma, machen unsere 1. Runde quasi, die ersten 4000000, einen ersten Prototypen zu bauen, der der zeigen kann, dass dieses Prinzip funktioniert. Das war dann unser erster Prozessor. [00:15:47] S1: Und und toll, also ich finde es faszinierend, ne, wie gesagt, weil ich also weil's auch ein Bereich ist, von dem ich sehr, sehr wenig verstehe, aber zeitgleich, ich stell mir das als eine so krasse, so sone Monsteraufgabe eigentlich vor. Also vielleicht kannst Du mal sagen, wo wo steht ihr denn jetzt grade, wenn man jetzt sagt, der Weg hat irgendwie 100 Schritte, an welchem Punkt seid ihr gerade?
00:16:02 · Jörn Chim Chow
[00:16:02] S2: Wir haben unsere Roadmap quasi in 3 Schritte aufgeteilt. Wir haben gesagt, okay, der 1. Schritt ist quasi zu zeigen, dass diese neue Art Architektur funktioniert. Das war unser erster Chip. Wir sind jetzt in der zweiten Phase, wo wir jetzt diese neuartige Architektur hochskalieren und quasi ein Produkt draus machen. Wir bauen jetzt gerade unseren zweiten Prozessor, also der wird gerade entwickelt. Der soll Anfang nächsten Jahres in die Fertigung gehen. Und das wird auch der 1. Chip, der dann quasi an unsere ersten Kunden gehen wird. Die können dann diesen Prozessor quasi in Form von Dev Kits ausprobieren. Und wenn dann das grüne Licht kommt, sagen, oh, wir wir sind total zufrieden mit dem Prozessor, dann gehen wir in die Massenfertigung. Und das ist dann der 3. Schritt. Du kannst dir das so vorstellen, das ist total kapitalintensiv. Und der Grund, warum wir das so aufgeteilt haben, ist, damit wir in gewisser Weise ein de Risking machen mit jedem Schritt. Das heißt, nach dem ersten Schritt haben wir gesagt, hey, wir brauchen jetzt 4000000. Mit dem ersten Schritt haben wir gezeigt, die Technik, die funktioniert. Jetzt brauchen wir noch mal weitere 14000000 US Dollar quasi für den zweiten Schritt, diesen ein Produkt draus zu machen. Und wenn's dann in die Fertigung geht, dann braucht man dann natürlich dann noch mal deutlich mehr. Und ich glaub, die größte Hürde für uns war wirklich, das Kapital zusammenzubekommen. Es ist fairerweise sagen oder es war nicht so einfach, das Kapital zusammenzubekommen. Man sieht in den in den Nachrichten immer die riesengroßen Runden von US Start ups, sag ich's mal so. Die Realität war aber, dass dass dass das gar nicht so einfach war, quasi das Geld zusammenzubekommen. Und wir haben quasi 4000000 eingesammelt in unserer ersten Runde, also 4000000 US Dollar, was im Vergleich, im internationalen Vergleich eigentlich nichts ist. Das sind Peeluts sozusagen. Wir hatten aber 2 Faktoren, die für uns gesprochen haben. Das 1. Hatten, wir haben ein sehr kleines Team gehabt, aber ein wirklich spitze, also Top Top Team, sag ich's mal so. Wir haben Ingenieure von von Intel, von von Apple, von NVIDIA, die bei uns angefangen haben, die die an diese Idee geglaubt haben und bei glauben und quasi bei uns angefangen haben. Und wir hatten die Unterstützung von Siemens und Samsung.
00:17:57 · Jörn Chim Chow, Jan Thomas
Sonst wär's überhaupt nicht möglich gewesen, quasi einen Chip in 8 Nanometer innerhalb von einem Jahr quasi mit mit knapp 4000000 auf die Beine zu stellen. [00:18:05] S1: Würdest Du denn sagen hinterher, also vielleicht, wir müssen mal übers Geschäftsmodell auch gleich sprechen, ne? Also was das hinterher eigentlich bedeuten kann? Man hat ja so das Gefühl, diese ganzen großen Namen, so ASML und TSMC, was weiß ich was, gibt ja so zahlreiche oder selbst hier son ZEISS und so, alle, die da irgendwie in dieser ganzen, sagen wir mal, Chip Produktionskette irgendwie involviert sind, das sind alles florierende Unternehmen, ne. Also von daher, ich glaub, das Geschäftsmodell hinten raus muss vielleicht noch mal erklären, was man damit an Geld verdienen kann. Aber würdest Du denn sagen, dass es sinnvoll ist, so ein Unternehmen überhaupt dann in Deutschland zu gründen, wenn Du gerade sagst, dass das Kapital hier eigentlich, also Kapital ist wichtig für euch, aber zeitgleich schwer zu bekommen hierzulande?
00:18:37 · Jörn Chim Chow
[00:18:37] S2: Ja, absolut. Also ich meine, wir bauen ja einen Chip mit dem Fokus Physical AI, quasi KI in der physischen Welt. Also es geht nicht darum, irgendwie Text zu generieren oder Bilder zu generieren, sondern wir wollen KI, die in der echten Welt handeln kann. Und da gibt es verschiedene Arten von Arbeitslasten oder Workloads, die das ermöglichen. Einerseits hast Du das die ganze Signalverarbeitung, ja, also wie das heißt, wir erst mal wir müssen erst mal die analoge Welt digitalisieren sozusagen und dann die Signale der reinkommen verarbeiten, damit wir sie überhaupt 1 KI füttern können. Dann haben wir das ganze Thema KI, neuronale Netze und danach kommt da irgendwie die Echtzeit, ich sag jetzt mal so, die Echtzeitkontrolle. Und Deutschland ist eigentlich das das Land des Maschinenbaus, sag ich's mal so. Wir sind unglaublich stark, was was Maschinen angeht. Wir sind auch unglaublich stark, was das ganze Thema Sensorik angeht. Was eigentlich noch bis jetzt gefehlt hat, ist quasi so dieser dieser mittlere Baustein, sag ich's mal so, die Sensorik und den Maschinenbau oder die Maschinen quasi, die die Echtzeitkontrolle für Maschinen zusammenbringen. Und das macht quasi unser Chip, unser Prozessor. Wir machen die Signalverarbeitung, wir machen die KI und die Echtzeitkontrolle der Systeme. Und das alles in einem Prozessor anstatt in vielen verschiedenen Prozessoren quasi.
00:19:51 · Jan Thomas
[00:19:51] S1: Ja, aber da, also dann noch mal die Frage, warum war's dann so schwierig, hier Kapital zu raisen oder warum ist das generell hierzulande für solche Themen so kompliziert? Weil das klingt ja jetzt, also wenn man dir jetzt gerade folgt, ist das ja eigentlich der Markt, in dem ihr euch, der richtige Markt, in dem ihr euch bewegt.