01:11:00 · Toto Wolff
[01:11:00] S2: Ich schau da mit 2 Dingen drauf. Erstens, meine Meinung ist, Ziehende darfst du nicht zurückhalten. Wenn jemand, und das habe ich auch immer so gemacht, wenn jemand weg möchte, weil er zur Familie zurück will oder weil er einfach ein viel besseres finanzielles Angebot hat, Dann ist es auch jemand, der mir vielleicht am Herzen liegt, dass ich so jemandem dann kein schlechtes Gewissen mache. Es gab Fälle vor 3 oder 4 Jahren, wo jemand einfach das Dreifache geboten worden ist und eine höhere Position. Da muss man dann auch manchmal sagen, okay, ich verstehe absolut, wenn du das machst. Also der eine Ansatz ist, wenn jemand nicht mehr will, dann dann ist das okay. Man will sich auch manchmal verändern. Die andere Sache ist, dass natürlich wir in der Formel 1 1 Situation haben, dass wir die besten Senior Guys halten wollen, die allerdings gleichzeitig auch ein Bottleneck sein können für die Jungen, die da hinaufkommen. Das zum Thema Career Management. Und da versuchen wir, da haben wir die Flexibilität schon Strukturen aufzubauen, wo wir so jemanden nicht verlieren, dass wir einen Jungen auf eine andere Position setzen, dass wir einen Senior weiterentwickeln, der dann halt mehr in eine strategische Richtung hineingeht. Aber es geht darum, es geht das Individuum. Es geht darum zu verstehen, was treibt den Menschen wirklich an? Ich kann keine aerodynamische Fläche designen, aber ich weiß sehr viel und habe sehr viel Austausch mit meinem Head of Aero. Ich weiß, was die Leute motiviert, was ihnen Angst macht, was ihre Träume sind. Und das ist nicht immer nur monetär oder finanziell getrieben. Es kann Vielzahl von Inputs geben. Und wenn man diese Struktur so aufbaut, dann hältst du die Leute auch. Wir hatten jemand, der war, wollte mehr External Recognition haben, den spielst du dann natürlich über die Presse auch, weil das jemanden wichtig ist. Oder interne Recognition, die interne Appraiser, dann gibst du ihnen die Plattform auch da vielleicht aktiver zu sein. Manche wollen Freitag Radfahren gehen. Wir hatten einen extrem guten Ingenieur in Vehicle Dynamics, der war total fanatisch dann für sein Radfahren, hat gesagt, er muss jetzt leider kündigen, weil er will 2 oder 3 Tage in der Woche Rad fahren.
01:13:06 · Toto Wolff
Haben wir gesagt okay, wie können wir das gestalten, dass du den Leuten, die in der Firma sind, nicht verloren gehst und gleichzeitig wir dich halten können? Und am Ende sind wir draufgekommen nach 12 Monaten, dass sein seine Arbeits Input einfach so viel höher war, weil der dann am Freitag aus dem Rad vom Rad gestiegen ist und gesagt hat, ich habe jetzt diese und diese und diese Idee gehabt. Das geht natürlich über den großen Konzern wahrscheinlich nur sehr schwer. Aber in unserer kleinen agilen Einheit geht es ausschließlich darum, dass ich darüber nachdenke, diese 1. Layer von Leuten, die mich reporten oder diese 2. Layer, mit dem ich ständig zu tun habe, was kann ich den Leuten, was für ein Framework kann ich ihnen schaffen, dass sie hier gerne arbeiten, dass Sie hier gut motiviert sind? Und dann verlierst du die Leute auch nicht, wenn du diese dir Zeit nimmst.
01:13:56 · Ola Källenius
[01:13:56] S1: Die Haltung 1 Firma unter Anspruch und vor allem in einem Sportsteam ist unglaublich wichtig. Unser Gründervater Gottlieb Daimler hat ja gesagt, das Beste oder nichts. Er hat, als er diesen Satz gesagt hat, er hat nicht das Produkt beschrieben. Viele glauben, dass er über das Produkt gesprochen hat, hat er gar nicht. Er hat über die Haltung gesprochen. Er hat gesagt, wenn du etwas erfunden hast und du strebst nach dem Besten und gerade wenn du dann fertig bist mit der Erfindung, deine innere Unruhe, die innere Unruhe des schwäbischen Ingenieurs, dann suchst Du nach Next Frontier. Und ich kann mich an einem Case erinnern, auch in der Formel 1, in der Power Train Unit, was ich da leiten durfte. Da kam ein Ex Teammitglied, der gerade eben so ein Angebot von einem anderen, in dem Fall neuen Team, was reingegangen ist in Formel 1 damals, wieder so typisch dreimal das Gehalt und und und manchmal wird's ja auch ein bisschen verrückt. Er ging dahin, aber kam dann auch zurück und hat sicherlich eine Paycard genommen, als er zu uns zurückkam, war 1 von unseren Senior Guys auf der Motorenseite. Und dann habe ich ihn gefragt, warum? Also Du hattest in diesem anderen Team im Prinzip eine größere Aufgabe. Warum kommst Du zu uns zurück? Und dann hat er gesagt, wenn Du bei Mercedes in der Formel 1 bist, weißt Du, dass jeder einzelne von Kollegen laufen morgens ins Büro mit dem Einstellung, dass am Wochenende will ich das Rennen gewinnen und ich kann vielleicht das Rennen gewinnen. Und wenn ich nicht gewinne, dann bin ich unzufrieden. Also richtig unzufrieden. Es ist eine Haltung, dass Du sagst, vielleicht wirst nicht immer Gewinn sein. Ja klar, geht nicht. Aber Du hast diese Haltung. Und er hat gesagt, in dem anderen Team mit höherem Gehalt, day did not believe the day cod win. Und ich will nicht in einem Sportteam arbeiten mit der Haltung und ihr habt das. Also ich glaube, das ist unglaublich wichtig, die Kultur so zu formen, dass Du dann die Menschen anziehst, die diesen Anspruch haben. Und das hat das Formel 1 Team hier. Dann kriegst du die Besten.
01:16:21 · Toto Wolff
[01:16:21] S2: Wir haben es ganz interessant, Statistik. 80 Prozent der Leute, die von uns weggegangen sind, also dieser 1. Und 2. Senior Level oder 3., den wir tracken können, 80 Prozent wollen zurück und sagen auch dann, es ist uns jetzt erst bewusst, was wir denn da hatten. Das ist der Mindset, dieser erbarmungslose Determination zu Wien, aber auch gleichzeitig in einem Umfeld, das nicht politisch ist. Politik können wir nach außen machen, wenn es die Regeln geht. Ich erlaube nicht einen Funken Politik im Unternehmen. Habe ich auch vom Ola und von Dieter gelernt, wenn jemand mir eine E-Mail schickt und mich irgendwie manipulieren will in irgendeine Richtung, schicke ich sofort an den weiter, den das betrifft und den CCs. Frauen Sie sich nicht mehr die Mails mir zu schicken, weil Sie wissen, ich steck sofort offen an. Das heißt keine Politik. Wir versuchen größtmöglichen Standards von Integrität, von von von Loyalität und von Humility zu zeigen und das jeden Tag zu leben, das das berühmte Motto Win it old cost, was ja so als Antrieb gesehen wird, gilt bei uns absolut nicht. Wir wollen es auf die richtige Art und Weise machen mit der langfristigen Perspektive. Wir bescheißen nicht, wir lassen keine Leute über das Cliff fallen, wenn wir kurzfristig glauben, dass man was Besseres kriegt. We leave no mein behind. Wir haben immer wieder Notfälle von Menschen, die die brauchen, weil sie irgendwo einen medizinischen Notfall haben und einen privaten Notfall, dann werden die Leute zurückgeholt. 1 von unseren ehemaligen Mitarbeitern hat sich beim Radfahren die Hüfte gebrochen, weil diese mittelalterlichen Idioten, Dude France nachfahren wollten zum Thema Midlife Komplexe. Und der war nicht mehr beim Team und lag dort in einem Spital, einem Bergspital, den haben wir zurückgeholt mit dem Flieger. Dann haben wir die Ärzte organisiert. Das ist einfach das Feeling, das wir in der Firma haben. Und jetzt haben wir einen Cost Cap, wo diese, wo die Gehälter natürlich auch runtergedrückt werden, was nicht immer das Beste ist, gute Leute anzuziehen. Dann bieten wir ihnen halt rundherum das, was wir können. Und beispielsweise das medizinische System in England ist eine Katastrophe. Dann haben wir halt Ärzte bei uns am Campus, die dich behandeln.
01:18:38 · Toto Wolff, Philipp Westermeyer
Und so geht das durch alle Layers durch, dass wir, dass wir versuchen, den Menschen ein Umfeld zu schaffen, wo es nicht nur, wo auf die richtige Art und Weise gewonnen wird, wo es einen Zusammenhalt gibt, wo es das Familien, diese Familienzugehörigkeit irgendwie triggert. [01:18:55] S0: Nun, Du bist ja so eine Art Vaterfigur für Kimi auch, glaub ich, wenn man das so verfolgt, schon länger gewesen, bevor er nun sozusagen zum Starfahrer aufgestiegen ist. Aber was ja auch im Hintergrund lauert, Du hast grade gesagt, euer Nachwuchsplan, der geht bis zu elfjährigen runter. Du hast ja selber, glaube ich, einen neunjährigen Sohn. Ist der schon entfernt auf deinem Radar? [01:19:15] S2: Der hat es natürlich am aller schwierigsten, weil er mein Sohn ist. Damit wird er auch auch viel direkter und härter angefasst. Er sagt mir dann auch, dass ich zu ihm gemeiner bin, als ich zum Kimi bin oder zum George. [01:19:31] S0: Er fährt auch schon recht gut, ne?
01:19:31 · Philipp Westermeyer, Toto Wolff
[01:19:31] S0: Er fährt auch schon recht gut, ne? [01:19:33] S2: Ja, ja, er fährt recht gut, aber er weiß, was er will. Er hat die Susi und mich im Sommer gebeten, ob wir mit ihm am Tisch Abendessen können, weil er findet, dass er sagt and did you realisted last weekend I one. Er sagt auf Deutsch, dass dich letztes Wochenende gewonnen hast, wo du bei der Formel 1 warst. Und da hab ich gesagt, was meinst du, damit soll ich nicht mehr kommen? Nein, nein, ich will schon, dass du kommst, weil ich kann von dir so viel lernen I love you. Aber wenn du so ganz sauer bist, kannst du bitte ins Motorhome gehen, 30 Minuten Cooldown machen und dann zurückkommen. Und jetzt ist es schon so, dass ich die, der Kimi hat einen echten Vater. Also ich bin vielleicht ein Motorsportvater, so bezeichnen sie mich. Aber du musst die Balance richtig hinkriegen zwischen dem Chef, dem Mentor, dem älteren Bruder, wie das irgendwie mit vielleicht mit George der Fall ist, dem Peer, wie das mit dem Louis ist, mit dem ich sehr regelmäßig spreche, mit der notwendigen Autorität auch ernst genommen zu werden, aber gleichzeitig natürlich auch den Arm die Schulter zu legen, wenn es wirklich ganz schlimm ist. Und das war beim Kimi der Fall, wie er abgeflogen ist vor 2 Jahren in Monza. Für die Familie ist die Welt untergegangen an dem Tag und für ihn auch. Und in diesen Momenten versuche ich die Fahrer ganz besonders zu unterstützen.