Startup Insider
00:29:45 · Florian Heinemann
Also jeder, der, ich weiß nicht, ob das den Leuten so bewusst ist, aber Wehrbeschaffung generell, nicht nur dort, sondern auch sozusagen in anderen Bereichen, wo öffentlich beschafft wird, da hast Du ja häufig so Cost Plus Logiken, ne. Das heißt, jetzt in dem Fall für die Bundeswehr, die Bundeswehr sagt, sie will irgend ein neues Flugzeug oder irgendwas und dann definieren die, was die möchten und dann gibt's eine Ausschreibung und dann können sich da bewerben, Rheinmetall und wer auch immer. Und dann gibt's letztendlich eine Vergabe nach' Kost plus Logik. Das heißt, letztendlich kostet es halt, was es kostet. Und da wird da ein gewisser Aufschlag drauf drauf getan. Und was ja letztendlich Anduril gemacht hat, ist son bisschen die gleiche Logik wie SpaceX, ne. Also die ja letztendlich gesagt haben, in USA, wir entwickeln Produkte auf eigene Rechnung und auf eigene Kosten und dann suchen wir uns da für Kunden. Und das hat eben dazu geführt und das macht ein Quantum Systems oder ein Helsing oder so, machen das ja auch so. Das heißt, die entwickeln Produkte und da werden die Anforderungen der der Bundeswehr oder generell jetzt natürlich berücksichtigt, aber es ist eben kein Ausschreibungsverfahren. Und das wird tendenziell schon dazu führen, ne, dass sozusagen die der da da Wehrhaftigkeit pro Euro oder oder Dollar oder was auch immer die Währung ist, die wird dann eben tendenziell dieses Ratio wird sich verbessern. Und das weiß Pistorius natürlich auch und deswegen ist das ein Stück weit auch alternativlos, wenn man eben mithalten will an an der Stelle. Und ich mein, die gleiche Debatte haben wir ja auch, wenn Du jetzt mit irgendwelchen Patriot Raketen im Nahen Osten irgendwelche Schahed Drohnen abschießt. Das kann vielleicht Abu Dhabi länger durchhalten als andere Länder, weil sie einfach sehr, sehr wohlhabend sind, aber das ist natürlich letztendlich kein Weg, das das dauerhaft zu machen. Und das ist, glaub ich, noch mal sozusagen so diese ökonomische Betrachtung von von Wehrhaftigkeit oder von von Krieg, die die führt einen letztendlich zwangsläufig dazu, dass Du dass Du ein Stück weit dich öffnen musst. Mhm. Ja.
00:31:42 · Jan Thomas, Florian Heinemann, Nikolas Samios
[00:31:42] S1: Wenn man jetzt mal generell noch mal, wir also ne, Du hast American Dynamism grade schon angesprochen, aber auch das Thema europäische Resilienz und Souveränität. Ich weiß nicht, ob das jetzt für euch ein unbequemes Thema wird, aber ich hab irgendwie so die mich gefragt neulich, ob nicht das Thema, sag mal, größere Kapitalrunden kommen nur durch internationale VCs zustande, ne, irgendwie oder was nicht primär US Nord Nord US oder auch hier Teacher Fund Pension, wie heißt der? Ontario Teachers'? [00:32:10] S3: Ontario Teachers', Teacher Pension Fund. [00:32:11] S1: Genau, danke dir, ne. Also solche oder auch mal eine SoftBank oder so was. Aber also was ich eigentlich sagen will, müsste man sich davon nicht eigentlich auch entkoppeln? Müsste man nicht in der Lage sein, irgendwann sagen, wir auch solche Runden muss man alleine stemmen können als Europa, damit man eben nicht irgendwann, weiß nicht, son bisschen der Willkür und also jetzt nicht, wir wollen jetzt nicht über Peter Thiel im Detail sprechen oder so, aber das ist ja irgendwie alles ein bisschen bisschen verfahren auch, oder? [00:32:33] S4: Ja, aber Du hast ja jetzt schon mit SoftBank und Ontario 2 nichtamerikanische Investoren genannt zum Beispiel. Also [00:32:40] S1: Ja, das war jetzt Abhängigkeit USA, aber wir reden ja über Souveränität Europas aus. Genau.
00:32:40 · Jan Thomas, Nikolas Samios, S0
[00:32:40] S1: Ja, das war jetzt Abhängigkeit USA, aber wir reden ja über Souveränität Europas aus. Genau. [00:32:43] S4: Ich ich wollte ich wollte nur ich wollte nur darauf hinweisen, dass also internationale Investoren es gibt, auch außerhalb der der USA. Aber natürlich ist die USA sehr stark, weil eben wissen wir alle kulturell und regulatorisch dort eben Venture Capital Investments normal sind für große Vermögen und ja, die auch ein anderes quasi Rücklagen Pensionsversicherungssystem haben, ne, als viele europäische Länder, wo wo es das historisch gar nicht gab oder immer noch nicht gibt, das quasi überhaupt in der freien Marktwirtschaft angelegt wird. Und natürlich ist der der der Lobbydauerbrenner der PEVC Branche in Europa ist eben, dass wir hier größere Fossicilities brauchen. Und da gibt es aber durchaus auch Fortschritte. Also denk jetzt zum Beispiel an die Diskussion grade, die jetzt die jetzt grade läuft. Wer gewinnt die Ausschreibung für den, ich hab die die Nummer vergessen, aber keine Ahnung, Milliarden großen irgendwie EU Growth Growth Fund, ja? Ist das jetzt EQT oder Atomico oder wer auch immer da in der letzten Runde noch dabei ist? Also es es es es gibt größere Töpfe und [00:33:40] S0: -
00:33:40 · Nikolas Samios
[00:33:40] S4: Vehikel in Europa. Und ja, wir arbeiten auch an' Kapitalmarktunion, Klammer auf, mal gucken, wann die kommt, Klammer zu, ja, oder ob es irgend ein Zwischenschritt gibt. Also die große Linie geht ja in die Richtung. Aber ich glaube, wie gesagt, man muss sich jetzt auch nicht 100 Prozent auf der Finanzseite quasi entkoppeln. Es ist normal, ja, dass internationale Investoren in Deutschland investieren. Das gilt ja für etablierte Branchen genauso, ja, oder noch mehr wie Start ups. Deswegen also Autonomie würd ich jetzt nicht falsch verstehen wollen im Sinne von, wir grenzen uns jetzt komplett ab dem Rest der Welt, darum geht's nicht. Ich glaube aber, es ist ein sinnvolles, vernünftiges Durchgehen von lebenskritischen, ja, Infrastrukturen, kritischen Supply Chain, ja, kritischen Komponenten. Und eben im Gegensatz zu der vielleicht etwas übertriebenen Globalisierung vor 10, 20, 30 Jahren, als man quasi quasi Technik outgesourct hat komplett, ja, und Sicherheit komplett outgesourct hat, muss man sich jetzt eben eingestehen, dass wir doch irgendwie mehr wieder hier ansiedeln müssen, wieder mehr im Griff haben wollen. Heißt aber bei Weitem nicht, ja, dass wir uns jetzt international isolieren wollen. Also im Gegenteil. Stell dir mal vor, Kanada, ZB würde jetzt eher an die EU ranrücken oder auch UK. Bei der Keir Starmer hat gestern faktisch gesagt, ja, er will jetzt wieder mehr mit der EU anbandeln. Das war nicht das 1. Mal, das war in UK ein Tabuthema, ja, auch im im liberalen Bereich lange Zeit. Hier Ursula von der Leyen war 2 Wochen in Indien, hat ein großes Freihandelsabkommen gemacht et cetera. Also möglicherweise isoliert sich ja sogar Amerika und die anderen gruppieren sich zusammen. Aber again, kritische Themen müssen wir in Europa stärker im Griff, im Fokus haben. Und ich hab zum Beispiel früher echt mal 1 meiner Negativ Lieblingsbeispiele war, wie bescheuert war es zum Beispiel, KUKA, die Industrieroboterfirma, ja, an Chinesen zu verkaufen, anstatt ein europäisches Konsortium aufzustellen? Das ist sicherlich dämlich. Solche Fehler sollten uns nicht mehr passieren.
00:35:32 · Florian Heinemann
[00:35:32] S3: Also ich würde auch würde auch sagen, Nico folgend oder Nico unterstützend sozusagen, dass die Priorität muss eigentlich sein, dass wir hier europäische Firmen haben, die in Europa sitzen und die das IP haben in diesen Kernbereichen, die halt für die Resilienz wichtig sind. Das Priorität. Ein Stück weit jetzt nicht unabhängig davon, aber schon losgelöst davon, wo jetzt das Geld herkommt, ne. Weil ich glaub, das darf man auch immer nicht vergessen, ein 1 Peter Thiel ist ja auch nicht so, dass der jetzt sozusagen, wenn er jetzt irgendwo investiert bei einem Stark, das dann damit verbunden ist, dass er irgendwie die europäische sozusagen Unabhängigkeit aktiv unterminieren möchte, sondern für den ist das halt ein Finanzinvestment und und keines, womit er jetzt sozusagen irgendwelche vermeintlich antidemokratischen Gedanken irgendwie ausleben möchte, so. Aber ich glaub, was das viel kritischere Thema und und da und da das ist ja auch klar geregelt, ne, jetzt auch nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz zum Beispiel, Da hat die Bundesrepublik das Recht, dann auch Investoren zu untersagen, dort zu investieren, wenn da wenn's da irgendwen sie befürchtet, dass es da irgendwelche Einflüsse geben könnte, die gewünscht sind. Ich glaub, das viel Kritischere dabei ist, wenn man glaubt, dass das wesentliche Trends sind und in diesen wesentlichen Trends passiert eine 1 relevante Wertschöpfung oder relevante Wertgenerierung, dann führt das natürlich schon dazu, dass ein Großteil dessen sozusagen an Europa vorbeigeht, ne. Also und und das ist, glaub ich, das das Kritische. Also ich mein, und wenn wenn Du dir halt anschaust, wer finanziert die erfolgreichsten europäischen Venturefonds, ja, oder die größten zumindest, dann dann sind das eben sehr häufig außereuropäische Investoren, ja. Also, Creandum zum Beispiel, der wahrscheinlich der erfolgreichste Frühphasenfonds jetzt die letzten 10, 15 Jahre war in Europa, hat primär ein Daumenfonds aus den USA, ne. So und ich mein, wir haben mittlerweile 30 Prozent des Geldes aus den USA. Wir haben fast 100000000 von nordischen Pensionskassen. Also da bleibt das Geld zumindest in Europa.
00:37:33 · Jan Thomas, Florian Heinemann
[00:37:33] S1: Aber auch umgekehrt, Florian, Entschuldigung, ich kurz reingehe, auch umgekehrt hab ich schon oft von irgendwie so Family Office gehört, die dann halt sagen, wir haben Fund of Funds, die für uns in den USA dann die richtigen Fonds suchen. [00:37:42] S3: Ja, absolut. Es ist schon so. Es ist eigentlich schon ist eigentlich schon son bisschen, es ist lustig, aber andererseits auch irgendwie traurig. [00:37:48] S1: Deswegen sage ich das