00:54:47 · Julian Collin
[00:54:47] S2: Ja, aber ich glaub, dann muss man son bisschen, also da muss man das Businessmodell von von Trade Republic besser verstehen. Also ein Wettbewerber von uns, wenn Du jetzt die großen Wettbewerber wie DEGIRO, Avanza oder sowas, die Broker anguckst, die akquirieren Kunden, ich glaub, so auf' 200 Euro Kack, also 200 Euro Customer Acquisition Costs. Ist bei uns eine Fraction, also wirklich einen einen Bruchteil davon. Und wenn Du aber versuchst, einen anderen Broker aufzukaufen, zum die Kunden zu übernehmen, dann werden die in der Regel auf sone Zehner Revenue Multiple bewertet. Das heißt, da zahlst Du schnell so 500 bis 1000 Euro pro Kunde. Das heißt, es macht für uns eigentlich sehr wenig Sinn, anorganisch einen einen einen einen Kunden aufzukaufen für 500 Euro, den Du dann vielleicht im Transfer auch noch verlierst, weil er dann irgendwie sagt, jetzt muss ich irgendwie von der einen Plattform zu der anderen Plattform rüber wechseln. Weil bei uns ist ist die ist ist ist eine 1 Akquisition eigentlich nur, wär nur auf der Kundenbasis relevant. Wir haben kein Interesse in der Regel, irgendwelches Tech aufzukaufen von irgendwelchen anderen Brokern oder irgend irgend eine Brand oder so was. Und deswegen sind Akquisitionen, wenn Du auf die Kundenbasis schaust, häufig irrelevant für uns. Vielleicht gibt's hier und da einen einen Software Layer, der spannend sein könnte oder eine Educational Brand, die wir irgendwie gut integrieren könnten, aber bisher haben wir da nichts gefunden und die eigene Akquise von Kunden, die wär immer sehr viel günstiger. Also wenn wir 500 Euro bereit wären, einen Kunden zu zahlen, dann und mit unseren Kunden, die wir aktuell pro Monat, dann könnten wir die Märkte ja flotten mit Marketing. Da können sie überall Billboards haben und überall TV Ads und deswegen ist die Kundenakquise anorganisch was, was wir bisher so noch nicht verfolgt haben.
00:56:20 · Jan Thomas
[00:56:20] S1: Und trotzdem noch ein kurzer Blick auf die Exits. Also man hat so das Gefühl, also viele, ich meine, das kennt man ja so von auch von Stripe und so weiter, viele große Unternehmen bleiben gerne private irgendwie, hat man so das Gefühl, Zeitgleich siehst Du jetzt irgendwie sone Shopping und sowas, die dann doch oder SpaceX, die dann Börse Börse gehen müssen. Im Fintech Bereich ist mir das nicht ganz klar. Also will man da lange private bleiben, also jetzt vor allem im im deutschen europäischen Raum oder ist das grade auch, sag mal, das Börsenklima einfach so, weil ihr wärt ja son typischer Börsenkandidat eigentlich auch irgendwann, ne? Also muss jetzt da die Pläne nicht verraten, ne? Ja, ja, genau, ne?
00:56:50 · Julian Collin
[00:56:50] S2: Aber Ja, irgendwann, nee, klar. Nee, na klar. Also irgendwann, irgendwann auf jeden Fall und ich glaube, es ist ein Stück weit würde es auch zu unserer Mission gehören, dass man das macht. Man kann nicht den Wohlstand am Kapitalmarkt demokratisieren und sagen, Edgy Bad, ihr könnt nie ihr könnt nie ein Teil haben. Aber das ist, glaube ich, ganz, ganz fair in der Zukunftsmusik. Also ich glaube, es gibt 2, ich glaube, es gibt 2 Gründe. Ich glaub, der 1. Grund, warum viele Fintechs nicht an den an den Kapitalmarkt gehen, also selber einen Börsengang machen, das zeigt ganz gut, Der private Markt ist einfach so viel liquider geworden im Vergleich zu vor 10 Jahren. Du kannst wirklich auch noch Milliarden an Secondarys oder auch Primaries auf hohen Bewertungen raisen. Das war früher ja so nicht möglich. Früher musstest Du irgendwann an den an die Börse gehen, noch mal Geld einzunehmen in' in' IPO. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Du hast massive Vorteile, wenn Du nicht börsenlich notiert bist. Also viele Sachen, ich kann dir sagen, bei Trade Republic arbeiten wahrscheinlich 30, 40, 50 Prozent der Mitarbeiter nicht an dem Bestandsgeschäft. Die arbeiten an neuen Innovationen. Und häufig gibt's auch wirklich Sachen, so wie die Karte und auch beim Alters Forbes Depot und ähnliche Sachen, wo wir seit ein, 2 Jahren dran arbeiten, die keinerlei Wachstums- oder Revenue Impact haben. Das wär was, wenn Du börsennotiert bist und jedes also jedes Quartal deine Zahlen reporten musst, wo Leute sagen würden, so, ey, was ist hier los? An was arbeitet ihr eigentlich? Die Roadmap ist hier super trocken. So, das macht superviel Druck auf auf dich und Du wirst wahrscheinlich anfangen, deswegen immer mehr kurzfristig deinen Fokus zu konzentrieren und nicht mehr so langfristig. Und ich glaube, das ist ein Vorteil, wenn man lange privat bleibt, dass man halt sehr viel langfristiger denken kann und nicht jedes Quartal der breiten Öffentlichkeit seine Zahlen präsentieren muss und dann den Druck hat, dass sein Sharepreis sinkt, weil natürlich im privaten Markt deine Evaluation halt nicht jeden Tag angepasst wird. Ich glaube, der 2.
00:58:30 · Julian Collin
Unterschied ist natürlich schon, viele von den Unternehmen, die Du jetzt aufgezählt hast, die haben das letzte Mal in dieser Hypeblase rund 20 21, 22 Geld geract und haben dazu sehr, sehr hohen Valueations Geld geract, weil damals Geld unglaublich günstig war. Man hatte irgendwie ein Negativzins und es ist nur so reingesprudelt in den in den Startup Markt. Und ich glaub, da gibt's schon noch das ein oder andere Unternehmen, was da noch reinwachsen muss in die in die Bewertung oder es vielleicht auch ganz gegenteilig nicht geschafft haben, da reinzuwachsen und jetzt gucken müssen, okay, wie können wir eigentlich profitabel werden, bevor wir irgendwie an den Börsengang denken?
00:59:02 · Jan Thomas, Julian Collin
[00:59:02] S1: Krass. Julian, ich guck hier grad auf die Uhr, das ist wahrscheinlich jetzt schon die längste Folge, die wir diese in diesem Podcast gemacht haben dieses Jahr. Da siehst Du mal, was Du für tolle Geschichten hier irgendwie erzählen kannst. Also wirklich, ich find's großartig. Ich hab trotzdem vielleicht noch als allerletzte Frage, weil deine Zeit ist auch kostbar, aber als allerletzte Frage hatte ich mir vorhin aufgeschrieben, weil ihr gerade und weil Du auch so nah dran warst an den ganzen Finanzierungsrunden an den Investoren. Kannst Du noch mal so ein bisschen versuchen zu vergleichen, Du musst jetzt keine Namen nennen, aber was macht denn aus deiner Sicht eigentlich ein, sagen wir mal, ein guten Investor aus oder was unterscheidet den auch von' schlechten? Weil ihr habt ja sehr breites Spektrum gesehen, ihr seht wahrscheinlich auch, wie unterschiedlich erwachsen die sind, wie unterschiedlich, weiß nicht nahbar und so weiter, ne. Gibt's so Faktoren, auf die Du achten würdest, gerade wenn Du jetzt irgendwie, sag mal, selbst eine Runde raisen würdest, nochmal? [00:59:41] S2: Geht's dir Investor oder geht's dir Board Member? Also ist ja ein Unterschied, weil was also jemand, der gut investiert, ist nicht automatisch ein guter Board Member. [00:59:47] S1: Ja, dann erzähl mal beides. Also wenn Du, ja, also ich hätte ich hätte es jetzt zusammengeworfen, aber erzähl mal gerne, ja?
00:59:47 · Jan Thomas, Julian Collin
[00:59:47] S1: Ja, dann erzähl mal beides. Also wenn Du, ja, also ich hätte ich hätte es jetzt zusammengeworfen, aber erzähl mal gerne, ja? [00:59:52] S2: Also ich glaub, ein guten Investor macht aus, dass sie unglaublich tief in die in die Zahlen reingehen. Wirklich auf Kohorten schauen, Unterschiede in Kohorten anschauen und im Zweifel wirklich versuchen, Detail zu verstehen, was dein Unternehmen antreibt und was vielleicht auch kleine Trends sind, die man rauslesen kann, gerade im Early Stage, basierend auf den wenigen Daten, die du hast. Ich glaube, das ist aber losgelöst davon, ob ein jemand ein guter Board Member ist. Wenn diese Person auf deinem Board drauf sitzt, dann dann ist sie nicht automatisch hilfreich, nur weil sie das tun kann. Ich glaub, wenn sie dann sich versucht einzumischen und sagen, ihr müsst das machen, ihr müsst das machen. Ich hab nun fast eigentlich nie, ich hab jetzt nicht super viel Venture Capital Erfahrung, ja? Also ich seh unsere Board Member und ich hab ein bisschen 2 Jahre im Venture Capital gearbeitet. Ich hab eigentlich nie gesehen, dass ein Board Member sagt, mach mal das und dann sagt der der Entrepreneur, wow, da habe ich noch nie drüber nachgedacht. Also jeder jeder Entrepreneur denkt 60 Stunden die Woche 250 Stunden im Monat über sein Business nach. [01:00:41] S1: Also hat ein Portfolio von 1, ne? Sind 10 oder 12.