Startup Insider
00:52:07 · Julian Collin
[00:52:07] S2: Ja, ist auch nicht schlimm. Ist nicht schlimm, wenn Du sagst, es gibt 3 Arten und Weisen zu gewinnen und ich glaube, das geht auch ganz gut in der in der in der Produktwelt oder in der Startup Welt gilt es auch. Wie gesagt, Nummer 1, Du bist der 1. Im Markt. Das hat zum Beispiel Revolut massiv gut gemacht mit der Neobank. Sie haben die Internationalisierung echt früh voran gepeitscht. Das hat N26 nicht gemacht und haben es geschafft, dann in vielen Märkten die 1. Bank zu sein, die einfach mehr oder weniger kostenfrei ist, wo Du digital ein Konto eröffnen kannst und nicht zu' Bank gehen muss. Es hat denen massiv geholfen. Die 2. Möglichkeit ist es, Du bist der Beste. Du hast ein Produkt, was einfach signifikant besser ist als das deiner Wettbewerber. Das ist in der Regel schwer, wenn Du in den in den in den Markt reingehst, weil Du da schon Banken hast, die seit Jahren versuchen, ihr Produkt zu lokalisieren. Und wenn Du besser bist, es reicht nicht, dass Du genauso gut bist. Also wenn wir jetzt in den Markt reinkommen wie Polen, dann reicht es nicht, dass wir genauso gut sind wie XTB. Du musst zweimal besser sein. Warum würde jemand zu dir gehen, wenn Du genauso gut bist, aber all die Freunde von dieser Person bei zum Beispiel dieser dieser anderen Bank sind und da schon mit dem Geld vertrauen und wissen, dass es funktioniert? Brauchst er immer diesen, wenn Du was komplett Neues ausprobierst. Das heißt, Du musst eigentlich zweimal so gut sein. Und die 3. Möglichkeit sagt er, es ist, Du cheatest. Und dann sagt er, wir cheaten nicht. Und natürlich ist das ein bisschen vereinfacht, also wir cheaten auch nicht, ne. Also das ist natürlich das Wichtigste, dass das Geld von unseren Kunden sicher ist. Also Du kannst natürlich ein Stück weit cheaten, indem Du einfach sagst, ey, wir gehen neu in den Markt rein und wir sind große Unternehmen wie Trade Republic und uns ist die Profitabilität am Anfang gar nicht so wichtig. Uns ist erst mal wichtig, dass wir möglichst schnell eine Markenbekannt App aufbauen, damit Leute uns vertrauen und dann über das Produkt gewinnen. Und das ist ein Stück weit cheaten, was wir natürlich machen, weil wir können mittlerweile in der Größe, in der wir sind, können wir in Märkte reingehen und sagen, Profitabilität am Anfang ist uns egal.
00:53:41 · Julian Collin, Jan Thomas
Wir machen massive Zinsangebote, wir machen massive Onboarding Perks, wachsen dadurch anorganisch erst mal relativ schnell und dann kannst du nach anderthalb, 2 Jahren hast du wahrscheinlich so viel Brand Awareness aufgebaut wie Wettbewerber, das nach 5 Jahren machen und dann kannst Du in das organische Wachstum übergehen. Das heißt, ein bisschen kannst Du auch cheaten. Und ich glaube, so musst Du auch immer auf die auf die Wachstumsstrategie schauen. [00:54:00] S1: Aber es fehlt ja eigentlich der 4. Punkt, ne? Der ist eigentlich noch mal ganz spannend, weil ich hatte mir hier aufgeschrieben, warum es eigentlich im Fintech Bereich und vielleicht bin ich mal gespannt auf dein auf deine Meinung, warum es so wenig... Also es gibt viele große Unternehmen ne, N26 Scalable, dann irgendwie SumUp, was weiß ich was alles, aber es gibt sehr wenig Exits in dem Bereich gerade, also erstaunlich wenig. Man hat so das Gefühl, da ist son gewisser Rückstau. Aber ihr seid ja eigentlich und das wäre jetzt so der 4. Punkt eigentlich, wenn Du hoch bewertet bist, hast Du ja eigentlich eine 1 Währung, mit der Du auch konsolidieren kannst und das wäre ja eigentlich auch eine Möglichkeit, in den Markt reinzugehen oder? Das ist doch bei euch wahrscheinlich irgendwie, muss das doch auf der Agenda sein irgendwie, ne? [00:54:32] S2: Nein, ehrlich sein. Also ja, die Nein, [00:54:35] S1: wirklich nicht? [00:54:35] S2: Ja, wirklich nicht. Nein. Wir haben noch kein einziges Unternehmen aufgekauft in der Trade Republic Historie.
00:54:35 · Julian Collin, Jan Thomas
[00:54:35] S2: Ja, wirklich nicht. Nein. Wir haben noch kein einziges Unternehmen aufgekauft in der Trade Republic Historie. [00:54:41] S1: Nee, das hab ich gesehen, aber das also irgendwie so, ihr seid auf' Level, wo man das ja irgendwie annehmen könnte, dass sowas irgendwie auch Dinge beschleunigen könnte, ne?
00:54:47 · Julian Collin
[00:54:47] S2: Ja, aber ich glaub, dann muss man son bisschen, also da muss man das Businessmodell von von Trade Republic besser verstehen. Also ein Wettbewerber von uns, wenn Du jetzt die großen Wettbewerber wie DEGIRO, Avanza oder sowas, die Broker anguckst, die akquirieren Kunden, ich glaub, so auf' 200 Euro Kack, also 200 Euro Customer Acquisition Costs. Ist bei uns eine Fraction, also wirklich einen einen Bruchteil davon. Und wenn Du aber versuchst, einen anderen Broker aufzukaufen, zum die Kunden zu übernehmen, dann werden die in der Regel auf sone Zehner Revenue Multiple bewertet. Das heißt, da zahlst Du schnell so 500 bis 1000 Euro pro Kunde. Das heißt, es macht für uns eigentlich sehr wenig Sinn, anorganisch einen einen einen einen Kunden aufzukaufen für 500 Euro, den Du dann vielleicht im Transfer auch noch verlierst, weil er dann irgendwie sagt, jetzt muss ich irgendwie von der einen Plattform zu der anderen Plattform rüber wechseln. Weil bei uns ist ist die ist ist ist eine 1 Akquisition eigentlich nur, wär nur auf der Kundenbasis relevant. Wir haben kein Interesse in der Regel, irgendwelches Tech aufzukaufen von irgendwelchen anderen Brokern oder irgend irgend eine Brand oder so was. Und deswegen sind Akquisitionen, wenn Du auf die Kundenbasis schaust, häufig irrelevant für uns. Vielleicht gibt's hier und da einen einen Software Layer, der spannend sein könnte oder eine Educational Brand, die wir irgendwie gut integrieren könnten, aber bisher haben wir da nichts gefunden und die eigene Akquise von Kunden, die wär immer sehr viel günstiger. Also wenn wir 500 Euro bereit wären, einen Kunden zu zahlen, dann und mit unseren Kunden, die wir aktuell pro Monat, dann könnten wir die Märkte ja flotten mit Marketing. Da können sie überall Billboards haben und überall TV Ads und deswegen ist die Kundenakquise anorganisch was, was wir bisher so noch nicht verfolgt haben.
00:56:20 · Jan Thomas
[00:56:20] S1: Und trotzdem noch ein kurzer Blick auf die Exits. Also man hat so das Gefühl, also viele, ich meine, das kennt man ja so von auch von Stripe und so weiter, viele große Unternehmen bleiben gerne private irgendwie, hat man so das Gefühl, Zeitgleich siehst Du jetzt irgendwie sone Shopping und sowas, die dann doch oder SpaceX, die dann Börse Börse gehen müssen. Im Fintech Bereich ist mir das nicht ganz klar. Also will man da lange private bleiben, also jetzt vor allem im im deutschen europäischen Raum oder ist das grade auch, sag mal, das Börsenklima einfach so, weil ihr wärt ja son typischer Börsenkandidat eigentlich auch irgendwann, ne? Also muss jetzt da die Pläne nicht verraten, ne? Ja, ja, genau, ne?
00:56:50 · Julian Collin
[00:56:50] S2: Aber Ja, irgendwann, nee, klar. Nee, na klar. Also irgendwann, irgendwann auf jeden Fall und ich glaube, es ist ein Stück weit würde es auch zu unserer Mission gehören, dass man das macht. Man kann nicht den Wohlstand am Kapitalmarkt demokratisieren und sagen, Edgy Bad, ihr könnt nie ihr könnt nie ein Teil haben. Aber das ist, glaube ich, ganz, ganz fair in der Zukunftsmusik. Also ich glaube, es gibt 2, ich glaube, es gibt 2 Gründe. Ich glaub, der 1. Grund, warum viele Fintechs nicht an den an den Kapitalmarkt gehen, also selber einen Börsengang machen, das zeigt ganz gut, Der private Markt ist einfach so viel liquider geworden im Vergleich zu vor 10 Jahren. Du kannst wirklich auch noch Milliarden an Secondarys oder auch Primaries auf hohen Bewertungen raisen. Das war früher ja so nicht möglich. Früher musstest Du irgendwann an den an die Börse gehen, noch mal Geld einzunehmen in' in' IPO. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Du hast massive Vorteile, wenn Du nicht börsenlich notiert bist. Also viele Sachen, ich kann dir sagen, bei Trade Republic arbeiten wahrscheinlich 30, 40, 50 Prozent der Mitarbeiter nicht an dem Bestandsgeschäft. Die arbeiten an neuen Innovationen. Und häufig gibt's auch wirklich Sachen, so wie die Karte und auch beim Alters Forbes Depot und ähnliche Sachen, wo wir seit ein, 2 Jahren dran arbeiten, die keinerlei Wachstums- oder Revenue Impact haben. Das wär was, wenn Du börsennotiert bist und jedes also jedes Quartal deine Zahlen reporten musst, wo Leute sagen würden, so, ey, was ist hier los? An was arbeitet ihr eigentlich? Die Roadmap ist hier super trocken. So, das macht superviel Druck auf auf dich und Du wirst wahrscheinlich anfangen, deswegen immer mehr kurzfristig deinen Fokus zu konzentrieren und nicht mehr so langfristig. Und ich glaube, das ist ein Vorteil, wenn man lange privat bleibt, dass man halt sehr viel langfristiger denken kann und nicht jedes Quartal der breiten Öffentlichkeit seine Zahlen präsentieren muss und dann den Druck hat, dass sein Sharepreis sinkt, weil natürlich im privaten Markt deine Evaluation halt nicht jeden Tag angepasst wird. Ich glaube, der 2.