Startup Insider
00:04:00 · Julian Collin
[00:04:00] S2: Wir waren knapp 4 Jahre im Stealth Mode, also Christian, Thomas und und Marco. Irre. Ehrlich zu sein, ist es, würde ich sagen, unsere größte competitive advantage, wie man immer so schön sagt, dass sie diese Zeit im Stealth Mode verbracht haben, weil sie die ganze Tech Infrastruktur wirklich vom Grund auf neu gebaut haben und wirklich an die Tafel gegangen sind und haben gesagt, na ja, wie funktioniert normalerweise? Damals waren wir nur ein Neobroker. Wie funktioniert son Broker? Was sind eigentlich die ganzen Mittelmänner und Firmen, die dazwischen noch einen Stück Umsatz irgendwie raus und wie kann man die rauskappen? Und das haben sie alles versucht, über 3 bis 4 Jahre aufzubauen. Man muss auch sagen, damals war die Ventureszene in in Deutschland auch noch eine bisschen eine andere. Also Du hast gesagt, jeder kannte Trade Republic. Das ist richtig, aber in der Series a wollte keiner investieren in in in in Trade Republic. Ja, ja, also die hatten einen sehr schwierigen Cap Table, weil sie halt 3 bis 4 Jahre im Stealth Mode waren, haben sie von einem Angel, das war damals Zino, etwas Geld aufgenommen und dafür sehr viele Anteile abgegeben, knapp 70 Prozent der Firma. Und da hattest Du 3 Gründer, die noch ungefähr 30 Prozent der Firma halten auf dem auf dem Cap Table, die über 4 Jahre eine Infrastruktur gebaut haben, aber noch keine Kunden ongeboadet haben und die auch Ende 20 waren, also noch superjung und jetzt sagen, wir machen wir machen eine Bank und wir wollen später mal eine Vollbank Lizenz haben. Das war jetzt nicht so, dass jeder gesagt hat, wow, das ist ein fantastischer Case. Und damals war es schwieriger, Geld Geld einzusammeln. Deswegen, wir hatten, glaube ich, den großen Vorteil bei uns von Creandum. Hatten Johann Brenner drauf, der hat selber mal bei eTrade in in in Schweden das ganze Ding großgezogen. Das heißt, er hat ein gutes Verständnis dafür gehabt, dass wir eigentlich in Deutschland, in Europa auf der Brokredge Seite noch wirklich Lichtjahre hinterher sind zu dem, was in den amerikanischen Märkten, aber auch in den nordischen Märkten funktioniert. Und da kam viel Conviction her und dann muss man auch sagen, Christian und Thomas sind schon ziemlich, ziemlich klasse Duo.
00:05:37 · Julian Collin, Jan Thomas
Also Christian, wir banden schon immer unsere Köpfe ziemlich gegeneinander, wir beide, aber jemand, der unglaublich strukturiert, ja, es wird Christian, Christian sagt es auch in seinem Podcast immer, dass er wahrscheinlich die Person bin, die ihn am meisten nervt, Aber jemand, der unglaublich ambitioniert ist und unglaublich strukturiert ist und der auch kein Nein akzeptiert, ist, glaube ich, eine Riesenstärke von ihm. Dann hast Du auf der anderen Seite Thomas, unseren CTO, der wahrscheinlich die Person ist mit dem höchsten EQ, die ich je kennengelernt habe. Und es war schon auch ein Duo, auf den man irgendwie Lust hatte zu investieren, plus natürlich ein riesen riesengroßer Markt mit der Rentenlücke und dem demografischen Wandel, dass einfach unser Rentensystem nicht nur in Deutschland, sondern auch Europa nicht mehr funktionieren wird und dass es da eine private Lösung braucht und das gute Gründungsteam mit diesem makroökonomischen Trend, das war der Grund, warum wir dann investiert haben. [00:06:21] S1: Aber sag noch mal ganz kurz, das spricht ja dann auch für, weil nehme ich mal an für dich, ne, wenn Du sagst, ihr bumt gegeneinander und Du bist trotzdem 6 Jahre dabei. Was sind so Themen, über die ihr wo ihr reibt?
00:06:21 · Jan Thomas, Julian Collin, S0
[00:06:21] S1: Aber sag noch mal ganz kurz, das spricht ja dann auch für, weil nehme ich mal an für dich, ne, wenn Du sagst, ihr bumt gegeneinander und Du bist trotzdem 6 Jahre dabei. Was sind so Themen, über die ihr wo ihr reibt? [00:06:30] S2: Es hat schon angefangen, als ich auf dem Board saß. Ich hab ich hab selber sehr früh, ich hab selber sehr früh angefangen zu investieren mit 18 und war dann saß dann auf dem Board und war dann 1 der ersten Kunden natürlich von Trade Republic. Und ich hab jeden Monat Christian und Thomas eine lange E-Mail geschrieben mit Sachen, die sie ändern sollen, mit irgendwie, wir haben keinen Trading Stop Loss Order, wir haben damals keine Derivate gehabt, wir haben keinen Krypto. Habt ihr mal überlegt, irgendwie Cadle Stick Charts reinzubringen? Und man muss dazu ganz ehrlich sagen, ich hab nie davor, also ich hab in Ventile Capital gearbeitet, ohne davor in' in' Start-up selber mal was gebaut zu haben und hatte gar kein Verständnis davon, wie schwierig das ist. Und dann hatte er jeden Monat eine lange E-Mail bekommen, was man alles besser machen könnte. Und erst später hab ich son bisschen verstanden, na ja, es ist jetzt eigentlich nicht so schwer, sich Sachen auszudenken, die noch irgendwie cool sind, sondern die strukturiert und schnell umzubauen. Das ist eigentlich eher [00:07:14] S0: die Komplexität. Also da da sind habe
00:07:14 · S0, Julian Collin, Jan Thomas
[00:07:14] S0: die Komplexität. Also da da sind habe [00:07:16] S2: ich schon ein bisschen aneinander gebannt und ansonsten, ich glaube, wenn man Christian und mich beschreiben wollen würde, Christian ist ein Innovator, wenn man das so sagen möchte, also wirklich jemand, der makroökonomisch über die nächsten Jahre nachdenkt und mit' ganz starken Hypothese reingeht, was was sich was sich ändern wird und was man da vielleicht bauen müsste dann für die Endkunden. Und ich bin wahrscheinlich auf der Execution Seite jemand, der sehr viel stärker ist. Ich hab ein sehr großen Tatendrang und sag immer, okay, das müssen wir jetzt auf die Straße bringen und zwar ganz schnell. Und so glaube ich, ergänzen wir uns auch ganz gut. Genau, ich glaube, es ist eine sehr gute Kombination. Das heißt, wir ergänzen uns auch gut, aber [00:07:50] S1: Hast auch eine gute Kombination eigentlich für dann. Ja, genau. [00:07:52] S2: Kann ich manchmal bei manchen Sachen gerne noch eine Schleife tiefer drehen und sagen, hey, lass uns da noch mal drüber nachdenken und was bedeutet es im Detail? Und ich sag dann irgendwann so, hey, wir müssen es jetzt auch rauskriegen, weil wenn wir da jetzt 4 Monate drauf rumkauen, dann dann bringt es uns das auch nichts beim Wachstum. Und ich glaube, so bammen wir sehr viel gegeneinander, aber es ist es ist sehr es ist ein sehr positives Bomben. Sonst werde ich wahrscheinlich nicht mehr her nach so vielen Jahren.
00:07:52 · Julian Collin, Jan Thomas
[00:07:52] S2: Kann ich manchmal bei manchen Sachen gerne noch eine Schleife tiefer drehen und sagen, hey, lass uns da noch mal drüber nachdenken und was bedeutet es im Detail? Und ich sag dann irgendwann so, hey, wir müssen es jetzt auch rauskriegen, weil wenn wir da jetzt 4 Monate drauf rumkauen, dann dann bringt es uns das auch nichts beim Wachstum. Und ich glaube, so bammen wir sehr viel gegeneinander, aber es ist es ist sehr es ist ein sehr positives Bomben. Sonst werde ich wahrscheinlich nicht mehr her nach so vielen Jahren. [00:08:12] S1: Ja, aber dann trotzdem vielleicht mal, ist ja dein Blick jetzt auch mal ganz spannend, weil das, was Du gerade beschrieben hast, dieses, man hat bei' VC jemanden irgendwie, der verantwortlich ist für ein Investment, der eigentlich nicht genau weiß, wie son Startup sich eigentlich anfühlt. Das ist so das Klischee, was das höre ich ganz oft von Gründern, die aber sagen, auf solche Investoren hätte ich eigentlich überhaupt keine Lust, ja? Also das sind Leute, die nerven. Wie ist dein Blick heute dadrauf? Also würdest wie würdest Du dich heute einschätzen, wenn so jemand da quasi, wenn das Board die ganze Zeit irgendwie Ideen reinfordert und sagt, das müsst ihr übrigens noch machen, das?
00:08:37 · Julian Collin
[00:08:37] S2: Also ich glaube, die große die größte Stärke kann die größte Schwäche sein und auch und auch weiß versus. Erst mal, es gibt sehr, sehr gute VCs, die vorher keine operative Erfahrung haben. Ich weiß nicht, jetzt beim Creandum Beispiel, Du hast eine Frederic Cassel, der hat in die erfolgreichsten Filme wie Spotify ganz, ganz früh investiert und der hat vorher keine operative Erfahrung gehabt. Duckley Owne, Managing Director bei Sequoia, der nahezu keine operative Erfahrung hatte und der seit 30 Jahren Sequoia irgendwie gerunt hat gefühlt. Also es scheint anscheinend zu funktionieren und ich glaube, das liegt daran, dass wenn man selber mal was aufgebaut hat, hat man vielleicht bei vielen Sachen sehr viel, sehr viel mehr Empathie bei Problemen und schaut vielleicht weniger auf KPIs und vertraut vielleicht noch ein bisschen mehr in die die Gründer. Und es kann natürlich schön sein, es kann aber auch natürlich eine Schwäche sein. Deswegen glaube ich, können auch Leute, die keine operative Erfahrung haben, ein sehr, sehr guten Investor abgeben. Man muss, glaube ich, unterscheiden, was ein Investor ausmacht und was ein guten Board Member ausmacht. Ein Investor ist gut darin, ein Unternehmen zu picken. Guter Board Member wird dir wahrscheinlich helfen, ein Unternehmen weiterzubauen. Da hast Du natürlich eine 1 einen Nachteil, wenn Du selber operativ vielleicht nicht gebaut hast. Dann gibt's aber auch da einfach Investoren, die das sehr gut verstanden haben. Also die einfach sagen, ich hab keine operative Erfahrung, ist vielleicht auch gar nicht dann mein Job auf dem Board, dir Guidance zu geben, wie Du mit deinen Mitarbeitern umzugehen hast oder wie Du am besten Engineering org strukturierst. Ich hab meinen Job verstanden, ich mach dir Intro zu anderen guten CTOs oder Gründern, die das verstanden haben, mit denen Du sprechen kannst. Ich glaube, problematisch wird's nur dann, wenn Du jemanden auf Board sitzen hast, der keine operative Erfahrung hat, aber das Gefühl hat, quo seiner Boardposition muss er dir sagen, wie die Sache funktioniert. Ich glaub, dann hast Du hast Du ein sehr großes Problem.