00:32:54 · Jan Thomas, Julian Collin
[00:32:54] S1: Lass mal kurz über das Thema Markenbekanntheit noch mal sprechen. Also vielleicht Markenbekanntheit hast Du gesagt, vorhin 60 Prozent in der breiten Bevölkerung in Deutschland, aber was ich finde, was ihr sehr gut gemacht habt, also so einfach mal mal ein Kompliment in eure Richtung. Ihr habt von Anfang an sehr, sehr viel Wert auf das Markendesign gelegt, ne, war zumindest mein Eindruck. Also sehr, man hat so das Gefühl, es ist sehr akribisch durchgeplant alles, sehr viel Liebe zum Detail. Kannst Du uns da noch mal durch ein Prozess führen, weil also ich glaube, viele gucken da drauf, wahrscheinlich Revolut hat das auch gut gemacht, aber es gibt andere, die mir einfallen, die haben's bei weitem nicht so gut hinbekommen. Wer wer treibt so was bei euch und und sag mal, wie oft dreht ihr da so rund, bis ihr sagt, das ist es? [00:33:27] S2: Also wo liegt es? Es liegt bei mir im Team. Ich ich bin hier verantwortlich für für Marketing, Internationalisierung, Pricing und hab jetzt auch ein paar kleine Teile vom Produktteam übernommen, die rund ums Thema Wachstum gehen. Also Onboarding und sowas. [00:33:37] S1: Kompliment, Herr.
00:33:37 · Jan Thomas, Julian Collin
[00:33:37] S1: Kompliment, Herr. [00:33:37] S2: Vielen Dank, nehme ich mit, aber ich glaube, es ist jetzt nicht nur ein Kompliment an mich, sondern das ist auch ein Thema, wo natürlich das Team bei uns, wir haben Head of Brand, der Sven, der da eine gute Rolle macht und ein Flo auf der Seite, der einen fantastischen Job macht. Aber auch Christian ist hier ist hier viel involviert und ein Beispiel zu geben, wir haben uns überlegt, wer das Voiceover zu Brad Pitt macht. Brad Pitt sagt ja kein einziges Wort. Das kann ich auch gleich erklären, warum. Aber da haben wir überlegt, okay, wer ist die richtige sozusagen, wer soll da was aufsprechen, unser unser unsere Message? Da haben wir, glaube ich, 40 oder 50 Leute uns angehört, haben das konstant über 3, 4 Wochen iteriert und sind dann letztendlich mit' Mitarbeiterin von uns gegangen, mit der Anina, die das Creative [00:34:15] S1: Auf die das
00:34:15 · Jan Thomas, Julian Collin
[00:34:15] S1: Auf die das [00:34:16] S2: Creative Team leitet bei uns. Genau. Die hat all unsere Ads seitdem gesprochen, weil wir einfach gesagt haben, hey, die schafft es irgendwie auf eine freundliche, angenehme Art und Weise reinzusprechen, weil wir immer sagen, unsere Werbung soll sich nicht anfühlen wie eine normale Werbung. Und es fängt an mit Brad Pitt, der dann irgendwie dasitzt und nichts sagt und alle sagen so, ja, warum sagt der nichts? Ist ja total blöd, warum sagt der nix? Und genau dadurch hast Du das erreicht, was Du willst, alle Leute sprechen drüber, bis hin zu' zu' ner Kinderdepotwerbung. Ich weiß nicht, ob Du die mitbekommen hast, da haben wir uns von' Kondomwerbung von Durex inspirieren lassen. Das ist war damals ein Kind im Supermarkt, was ein was ein Tandum kriegt und total ausflippt, weil es irgendwie eine Gummibärchen Packung nicht kriegen darf und rumschreit ohne Ende auf dem Boden. Dann am Ende ist der ist der Abbinder, wenn man den Vater sieht, der irgendwie sein sein komplett seine seine Geduld verliert, ist. Wer früher spart, ist die schneller los, was natürlich auch massiv zur Provokation geführt hat. Da haben wir Hunderte [00:35:02] S1: Kann ich nicht nehmen.
00:35:03 · Julian Collin
[00:35:03] S2: Haben wir Hunderte E-Mails bekommen, ob das Marketingteam nicht verrückt sei, wir würden alle hinter Gitter gehören. Leute haben nicht verstanden, dass es ein Schauspieler ist, auch das Kind und haben gesagt, dem Kind muss man helfen. Also wir wollen immer, dass sich Werbung nicht anfühlt wie Werbung. Und das geht auch weiter und so große Zinskampagne, die war einfach nur ein Trade Republic Logo auf dem weißen Hintergrund, das wird immer größer und im Hintergrund hörst Du halt, dass wir die Zinsen geben. Aber grundsätzlich, also ich hab ich hab keinen ich hab keinen Marketing Background, deswegen ich bin eher ein Alyncia Typ. Hab das versucht, dann für mich runterzubrechen. Was macht eigentlich eine gute Marke aus? Also wenn Du bekannt werden willst für deine Marke, was musst Du machen? Und wahrscheinlich ist es jetzt Russin, was ich erzähle, aber mir hat's immer massiv geholfen, da drüber nachzudenken. Ich hab gesagt, okay, Awareness ist die Kombination, also Markenbekanntheit ist die Kombination aus der Frequenz, wie häufig Du gezeigt wirst, multipliziert mit der Konsistenz. Verstehen Leute, dass das deine Marke ist, multipliziert mit der Aufmerksamkeit, die Du kriegst? Wir brechen es einmal runter. Also wenn wir einmal über die Frequenz nachdenken, das ist eigentlich was, was Du in erster Regel durch durch durch Geld löst. Konkretes Beispiel, ich weiß nicht, wir und Bank Bank 2 nenne ich sie jetzt mal, gehen nach Tokio, Japan. Waren wir noch nie und wir haben nur OD Poster. Wir sind stingy, haben wenig Geld. Wir machen 10 OD Poster, wo Trade Republic draufsteht, hängen wir in Tokio auf. Dann kommt Bank 2 und die hängen 1000 Poster auf, wo Bank 2 draufsteht. Wenn du danach rumgehen würdest und würdest Leute in Tokio fragen und zeigst in 2 Bildern und sagst, hier steht Trade Republic, da steht Bank 2. Welches Doga kennst du? Würden alle sagen, hey, Bank 2. Weil die Wahrscheinlichkeit, dass du es gesehen hast, ist viel größer. Das ist irgendwie klar. Frequenz kaufst Du dir durch Geld. Wenn Du mehr Geld ausgibst, kannst Du häufiger gezeigt werden. Die 2. Sache ist die Konsistenz. Wir sind wieder in Tokio. Wir haben wieder die Autofone Poster. Diesmal haben wir beide 1000 Poster.
00:36:37 · Julian Collin
Bank 2 hat aber irgendwie ein cooles Bank 2 Logo, was sie immer in die Mitte drauf klatscht und Trade Republic, bisschen durcheinander, wie wir manchmal sind, reiben manchmal Trade drauf, manchmal republic, manchmal nur die Flagge, manchmal ist es weiß auf schwarz, manchmal ist das Logo oben links, manchmal ist das Logo unten rechts. Du hast keine Konsistenz. Wenn Du dann wieder rumgehen würdest, Du hast die Sachen gleich gleich gleich häufig gezeigt, würden die Leute wieder Bank 2 sehr viel besser erkennen, weil's konsistent ist. Und Konsistenz, das ist nicht nur, wie dein Logo aussieht, ja? Das beste Beispiel ist dafür zum Beispiel Netflix. Wenn Du an die hörst, dann weißt Du sofort ein Netflix Film. Oder Zalando damals, geile Ad mit Schrei vor Glück. Du hast dieses Geschrei gehört in deinem TV, warst wahrscheinlich gerade auf deinem Handy und hast irgendwie, keine Ahnung, Instagram dir angeschaut. Hast sofort hochgehört und hast gesagt, okay, Amazon. Red Bull, supergeile Visual Consistency mit mit diesen gemalten, die da immer rumlaufen, mit den Flügeln. Konsistenz, superwichtig. Das ist die 2. Sache. Die 3. Sache ist Attention. Die 3. Sache ist, wie viel Aufmerksamkeit kriegst Du? Wirklich, wenn, ich weiß nicht, ob Du noch Fernsehschaust, aber versuch mal, ein Film auf Pro 7 zu schauen. Du hast wahrscheinlich 20 Minuten Werbung geschaut über den ganzen Film und dann nach 2 Stunden wirst Du gefragt, welche Werbung hast Du eigentlich gesehen? Wahrscheinlich wirst Du kaum 2 oder 3 Werbung aufzählen können. Das heißt, wir sagen immer, wie kannst Du da rausstechen? Und Du kannst natürlich auch einmal Attention kriegen, indem Du da jemanden wie Brad Pitt drauf klatscht, weil der ist in der Regel nicht im im im Fernsehen zu sehen. Der hat über die letzten, ich glaub, 5 oder 10 Jahre hatte der 3 Werbedeals in Europa. Das heißt, der ist natürlich jemand, den den den kennen Leute und den schauen gerne Leute an und deswegen ist er da drin. Und wenn Du's dann aber noch natürlich noch ein bisschen auf die Spitze treiben willst, dann sitzt er da, schaut er einfach mit seinem Gesicht in dein Gesicht rein, sagt aber nichts und provoziert dich fast ein bisschen, dass Du sagst, okay, was passiert hier eigentlich? Und so versuchen wir, die Tension zu kriegen oder halt natürlich mit' schreienden Kind oder so was.
00:38:16 · Julian Collin
Und ja, das ist eigentlich, wie wir versuchen, die Markenbekanntheit aufzubauen. Natürlich ist es immer 1 1 1 ziemlich schmaler Grat, weil es relativ leicht Aufmerksamkeit zu kriegen, wenn Du einfach dumme Sachen machst. Also keine Ahnung, wir könnten auch auf, ja, ist ja so, also wir können auf unsere Poster, wir könnten da jetzt ein Bild von' Autounfall mit ganz viel Blut draufkleben. Da würden da alle hingucken. Dann ist da natürlich die Frage, wollen Leute, wenn da Trade Republic mit einem Autounfall Bild drauf ist, wollen die dann immer noch zu Trade Republic gehen? Deswegen misst Du halt nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch Constelleration. Also wollen Leute, wenn sie diese Werbung gesehen haben, danach noch dein Produkt nutzen? Ich glaub, ein ganz tolles Beispiel für jemanden, der sehr viel Brand Awareness aufbaut, ist ist zum Beispiel Donald Trump, durch viele sehr, bin kein Fan davon, aber dadurch, dass er eigentlich immer sie gleich aussieht, verrückte Haare hat, die einfach wirklich auch Attention grabben und dann auch noch verrückte Sachen sagt, kriegst Du einfach sehr, sehr schnell Aufmerksamkeit. Und dann ist natürlich die Frage, hilft dir das auch, dass dein Produkt gekauft wird? Deswegen haben wir keine Autounfälle auf unseren Postern drauf. Aber das ist natürlich die 2. Sache, die wir uns anschauen. Also die Consideration, wollen Leute dein Produkt nutzen? Und auch da ist es so, da geht es einmal natürlich das Produkt, was du verkaufst, aber ein Stück weit auch darum, ob sich identifizieren können mit der mit der mit der Marke. Wir können auch sehr viel tiefer reingehen, aber so versuchen so versuchen wir es ein bisschen zu strukturieren bei uns.