Mannheim Investment Club (MIC) Podcast
00:11:24 · Florian Heinemann
Und da hab ich aber im Prinzip das, was Du dann auch als VC lernst, sprich 15 Prozent der Deals machen 90, 95 Prozent der Returns, also das 80 20 noch mal ein zweiter. Das lernst Du dann eigentlich relativ schnell, ne. Das ist natürlich als VC auch nicht nicht anders. Und Du lernst eigentlich auch relativ schnell, dass Du am meisten Mehrwert schaffst eigentlich, indem Du den gut laufenden Firmen hilfst, noch besser zu werden, ne. Nicht versuchst, die nicht so gut laufenden Firmen dann irgendwie großartig noch umzudrehen, was auch als VC letztendlich so ist. Aber man muss schon sagen, wie Du Angel Investments tätigst, das war in der Regel... Ich hab da hatte dann auch mit den Saarbrück 21 Leuten, die jetzt ja auch noch sehr aktiv sind. Das da war ich eben auch 1 der Gründungsmitglieder. Wir haben uns abends mit' Gründer getroffen oder mit mehreren und danach haben wir entschieden, ob wir da das Investment machen, ne. Also jetzt kein riesen Prozess oder irgendwas. So und so kannst Du natürlich als VC nicht agieren, ne. Und da mussten wir uns dann eben auch, weil Du ja mit drittem Geld investierst oder 3. Geld von Dritten investierst, musst Du natürlich dann schon ein Stück weit schon deutlich mehr Sorgfalt behalten lassen. Insofern lass es dann wiederum nicht übertragbar. Du musst auch alles natürlich irgendwie dokumentieren und und so weiter. Also in dem Moment, wenn Du jetzt von institutionelleren Investoren Geld haben möchtest, musst Du einfach eine ganz andere methodische Rigger, würde man in der Wissenschaft sagen, da irgendwie an Tag legen. Insofern mussten wir uns dann da schon deutlich weiterentwickeln im Verhältnis zu den Angel Investments. Aber es hat sicherlich uns sehr geholfen oder auch mir sehr geholfen. Erst mal, weil wir hatten gewissen oder ein gewissen Track Record dadurch hat, ne, den man dann natürlich auch irgendwie vorzeigen konnte. Und das brauchst Du. Also wenn Du durch Seafonds anfängst ohne Track Record, ist das halt wahnsinnig schwer. Wir hatten dadurch ein gewissen Track Record, es war trotzdem schwer, aber überhaupt, glaub ich, realistisch machbar. Aber Du musst dich dann eben schon ein Stück weit umstellen, wie Du halt Investmentprozesse machst und wie Du auch eine Firma betreust, ne. Also das ist Du kannst ja eigentlich als Angel Investor sinnvoll keinen großen Einfluss nehmen und solltest Du auch nicht.
00:13:47 · Florian Heinemann, Marc Etienne Sellen
Also es gibt viele Angels, die machen aus meiner Sicht den Fehler, dass sie halt versuchen, sehr stark ihr eigenes Kontrollbedürfnis sozusagen dann auf die Firma zu und auch dem dem Gründer da oder den Gründer der Gründerin oder dem Gründerteam da relativ viel Zeit zu klauen. Und das kannst Du eigentlich als Angel nicht machen sozusagen oder solltest Du nicht tun. Das ist keine wertschöpfende Tätigkeit aus meiner Sicht. Als VC musst Du das natürlich ein Stück weit, auch wieder, weil Du Geld eben von Dritten ausgibst und da natürlich oder investierst. Genau, aber das aber so bin ich im Prinzip in das Investieren reingekommen und das sicherlich ein sehr, sehr hilfreich auch für son erstes Entwickeln von Mustererkennung, weil das ist ja sozusagen auch als VC, gerade wenn Du früh reingehst, brauchst Du ja gewisse Muster, die Du eben siehst, wo Du sagst, das mach ich jetzt, das mach ich nicht. Und da kannst Du natürlich das mit Analyse unterfüttern und so weiter zum Markt und allen möglichen anderen Sachen. Aber es ist natürlich trotzdem so dieses Thema Mustererkennung zu schulen, da hilft's natürlich schon einfach viele zu haben, Gründerkonstellationen gesehen zu haben und so weiter. Insofern ist es, glaub ich, ist es keine so schlechte Vorbereitung, ja, dann irgendwie größere Fonds aus auch irgendwie sinnvoll zu investieren. Ja. [00:15:09] S0: Also bist Du quasi fast persönlich dafür verantwortlich, dass Millionen von deutschen Kindern Ohrwürmer haben von nervigen Onlinewerbungen im Fernsehen von den ganzen Firmen Trivago und so weiter?
00:15:19 · Florian Heinemann
[00:15:19] S1: Nee, nee, nicht aber ich glaub, dass der Ursprung, das war lustigerweise war bei Jamba, Mhm. Ja. Also das das ist, wo das 1. Mal im Prinzip Fernsehwerbung sehr systematisch als Performance Marketing Kanal eingesetzt wurde. Mhm. Und die Idee dafür, die hatte nicht ich, sondern die hatte hatte Oli Samwer. Mhm. Aber das letztendlich muss man sagen, dass dass Zalando dann später in der Lage war oder auch ein Trivago Fernsehwerbung so einzusetzen, geht schon ein Stück weit dann auch darauf zurück, ne. Und auch sozusagen, das war das 1. Mal, sonst wurde ja Fernsehen eher eingesetzt als Branding oder Brandbuilding Kanal, ne, wo Du sagst, ich wecke fürn Produkt oder fürn Service. Und und das war ja das 1. Mal wirklich so, dass man das als Performancekanal eingesetzt hat, wo wirklich dann der einzelne Spot zurückgeführt wurde oder die die Orders, die dann kamen auf einzelne Spots und so weiter, wo dann eben versucht wurde, herzuleiten, wie teuer war jetzt ein Einzelabonnent, der jetzt über irgendwelche Spots gekommen ist. Mhm. Und diese Denke, die hat sich dann im Prinzip schon durchgezogen sehr stark, ne. Und bis heute ist es ist es so, dass die Onlinefirmen, die jetzt die so Marketing machen im Fernsehen oder jede Art von Bewegtbild, also auch auf Youtube oder so, versuchst Du ja immer irgendwie auch ein direkten Zusammenhang zur Performance herzustellen. Und zwar dieses grundsätzliche Gedankengut, das kommt schon aus aus der Zeit, ne, oder das Framework. Das ist für uns jetzt ehrlicherweise nicht mehr ganz so relevant, weil wir eben primär jetzt nicht mehr Endkonsumenten Modelle machen, sondern primär b-two-b-Firmen, die sich ja an an Geschäftskunden richten. Da ist natürlich sozusagen dieses Know how nicht mehr ganz so relevant, aber die Denke, und das ist eigentlich ganz spannend, Du siehst eben gerade im b-two-b-Bereich relativ stark son Zusammenwachsen von Marketing und Sales, ne. Das heißt also, dass Du versuchst, irgendwie Awareness für eine b-two-b-oder Softwarefirma oder whatever it is, zu zu generieren und dann eben zu schauen, wie sich diese in Leads, ne, und dann eben die verschiedenen Leadstufen zu durchlaufen. Und dieser Anspruch quasi auch im b-two-b-Bereich ein durchgängigen Funnel zu haben von, das ist grundsätzlich meine Zielgruppe, das sind jetzt mehr Menschen, die könnten da grundsätzlich Interesse dran haben.
00:17:31 · Florian Heinemann, Marc Etienne Sellen
Und die wie diese dann den Funnel durchlaufen, das ist natürlich eine sehr ähnliche Denke. Und dann irgendwann wird's dann eben an den Vertrieb übergeben, der da da anruft oder da vorbeifährt oder Termine macht oder so. So diese diese Denke stammt natürlich sehr stark aus der B2C Logik, ne, also aus der Endkonsumentenlogik, wo eben auch ein dann eben erstmalig oder ein damals schon Verständnis dafür aufgebaut hat oder auch viele Datingfirmen, ne. Also auch ein ist ist da sehr gut, die im Prinzip sehr früh ein Verständnis dafür aufgebaut haben, wie bewegen sich eigentlich Nutzer durch einen Funnel? Und und dass die dann ein Abo kaufen oder eben bei Zalando irgendwie Klamotten oder Schuhe kaufen und dass sie das dann auch wieder tun, ne. So, also... Und und diese diese Denke hat, glaube ich, sehr stark dazu beigetragen, wie man eben auch jetzt Marketing macht im B2B oder Marketing und Vertrieb im B2B macht und das auch miteinander verknüpft. Insofern kommt dann diese diese Denke schon auch in dem Bereich wieder, ja. [00:18:29] S0: Du hast ja eben bereits einige Elemente genannt, wie es dann zur Gründung von Project A Ventures gekommen ist. Könntest Du uns aber noch mal ganz genau durch die Gründungsstory durchführen?
00:18:38 · Florian Heinemann
[00:18:38] S1: Ja, also de facto war es so, wir hatten eben gesagt, wir würden gerne nach ein paar Jahren dann auch bei bei Rocket eben aufgrund der Thematik, die wir gerade angesprochen hatten, stärker gründergeführt Unternehmen, stärker technologisch produkteorientierte Unternehmen. Das wäre jetzt sicherlich etwas gewesen, was innerhalb von Rocket nicht so gut funktioniert hätte. Und dann haben wir im Prinzip gesagt, wenn wir die Chance haben, einen eigenen Fonds aufzusetzen, machen wir das. Das Problem bei einem eigenen Fonds ist eigentlich immer, Du brauchst ein Lead Investor. Du brauchst halt einen großen Geldgeber, ja eine Mindestmenge an EUMs, also Asset Undermanagement bereitzustellen. Sonst ist es halt sehr schwer. Und und die Anforderung war bei uns eben besonders hoch, weil wir diesen operativen Ansatz wollten. Das heißt, wir hatten nicht nur 3, Leute, sondern wir hatten halt, glaub ich, mit 38 Leuten gestartet, ne. So. Das heißt, wir brauchten relativ viel AOM, sinnvollerweise son Fonds aufzusetzen. Und dann hatten wir Otto, gab's ein Kontakt zum Rainer Hillebrand, der damals Vorstand war bei Otto und ist vor 2, 3 Jahren ausgeschieden. Aber der war im Prinzip für E-Commerce zuständig bei Otto. Die hatten davor in in ein Fonds namens E-Venture investiert, die hat jetzt heute Headline. Und hatten da deswegen auf... Das lief auch gut, das hat sehr gut funktioniert für die. Und deswegen hatten die Interesse, noch mal in einen frühphasigeren, experimentelleren Fonds quasi zu investieren. Ja. So, und und und da gab's gab's Kontakt zum Rainer Hillebrand und dann haben wir eben verschiedene Ansätze diskutiert. Und dann ist Otto zum Glück zu dem Schluss gekommen, zu sagen: Wir können uns vorstellen, hier 50000000 Euro als Investor für den ersten Fonds bereitzustellen. So, und eben getrieben durch den Reine Heinemann. Und dazu ist es dann auch gekommen. Also dann haben wir das verhandelt letztendlich. Das Problem bei war ja damals auch schon durch dieses operative Team waren wir so ein bisschen anders als ein normaler VC Fonds, ne? Das musstest Du auch erst mal verstehen. Da musste man sich auch als Investor erst mal drauf einlassen. Das hat Otto dann getan, mit uns dann gemeinsam dieses Modell entwickelt. Und dann kam so ein gutes Jahr später kam noch Axel Springer dazu als zweiter strategischer LP sozusagen, also die Medienfirma.
00:20:55 · Florian Heinemann, Marc Etienne Sellen
Die haben da noch mal 30 Jugend draufgepackt. Und so ist dann unser erster Vor entstanden, der 80000000 Euro hatte an EOM. Und dann kam im Prinzip der nächste Schritt, dass wir dann gut 3 Jahre später, nun musst du ja immer Vorgeneration nach Vorgeneration aufsetzen. Und häufig hast du ein Problem zwischen dieser Fonds eins- und Fonds 2 Generation. Weil in dem Moment, wenn Du jetzt deinen nächsten Fonds auflegen willst, ist häufig noch nicht so viel an Performance da. Mhm. Ne, weil 3 Jahre für ein Early Stage Fund ist einfach, das ist nicht lang, ne. So. Und dann haben wir aber zum Glück den European Investmentfonds überzeugen können, die dann auch wieder gemeinsam mit Springer und Otto gesagt haben: Wir können uns vorstellen, Ankerinvestoren des nächsten Fonds zu werden von euch. Und dann hatten wir Prinzip von den Dreien, also vom vom AIF, die haben gesagt, wir können uns vorstellen, bis zu 50 Prozent des Fonds zu machen und würden da bis zu 40000000 Euro zur Verfügung stellen. Das heißt, wir brauchten mindestens 40 von jemand anders. [00:21:56] S0: Ja.