Mannheim Investment Club (MIC) Podcast
00:48:53 · Marc Etienne Sellen
[00:48:53] S0: Du führst ja mittlerweile ein riesiges Unternehmen, in ganz vielen anderen Portfolio auch. Wie sieht ein dein Day to Day Job aus?
00:49:00 · Florian Heinemann
[00:49:00] S1: Ist immer eine Mischung eigentlich aus sehr regelmäßiger Kommunikation mit den Unternehmen, für die ich zuständig bin ausm Portfolio. Also jeder Partner bei uns hat eine Reihe von Unternehmen, wo er quasi der Key Account Partner ist. Das ist bei mir genauso. Das heißt, ich versuch eigentlich schon eine regelmäßigen Abständen mit jedem der Gründer, für die ich zuständig bin oder Gründerteams, Gründerinnen natürlich auch, für die entsprechend ja eine gewisse Interaktion zu haben. Das ist sicherlich mit der wichtigste Teil. Dann bin ich sehr involviert dabei, auch was unsere operativen Support Kollegen angeht, ne. Also denen dabei zu helfen, möglichst ihren Job mit den Gründern und Gründerinnen irgendwie gut zu machen. Das heißt also, ein relevanter Teil meiner geht auch dafür drauf, insbesondere mit den Marketing- und Datenkollegen zu sprechen und zu überlegen, was ist jetzt der richtige Ansatz und der richtige Hebel, da auf der operativen Ebene weiterzuhelfen? Und ein dritter Bereich, mit dem ich mich beschäftige, ist auch sehr stark grade unsere familienunternehmernahen LPs, also Investoren bei uns in zweierlei Hinsicht, ne. Zum einen, denen auch bei ihren Themen ein Stück weit zu helfen. Das ist ja auch son bisschen der Deal dafür, dass bei uns hier investiert sind. Aber auch durchaus passende Start ups und Technologien ausm Portfolio wiederum mit denen zu verknüpfen, ne. Also das ist auch etwas, da haben wir vor ja 2, 3 Jahren angefangen, das stärker zu systematisieren. Wir nennen das Plattformen, wo's im Prinzip darum geht, Corporates oder auch Multiplikatoren zu Corporates mit passenden Start ups, die dann wiederum für irgendwelche Technologien oder Produkte stehen, das eben zu verknüpfen. Das ist auch sicherlich 1 meiner Schwerpunkte und das geht eben häufig einher mit soner LP Betreuung. Und in meinem Fall, ich bin jetzt nicht ganz so involviert, was den neuen Deal Flow angeht, ne. Also bei uns sind 2 andere Partner oder 3 andere Partner sich im Prinzip nur die neuen Start ups, wo wir im Prinzip dann Investments tätigen. Da bin ich zwar im im im Investment Komitee treff die Investmententscheidung mit, aber ich bin jetzt, ne, also es gibt Kollegen von mir, die sprechen jeden Tag mit 6, 7 Start ups.
00:51:08 · Florian Heinemann
Das ist jetzt bei mir nicht so, sondern ich bin im Prinzip bei den Sachen, die relativ nah an der Investmententscheidung sind, mit denen spreche ich. Aber es ist im Prinzip jetzt nicht so, dass ich jeden Tag mit 6, 7 neuen Start ups sprechen würde. Das ist das ist bei mir nicht so, weil wir jetzt einfach anders aufgeteilt haben, weil ich mich eben stärker sozusagen das bestehende Portfolio kümmere und eben auch die operativen Support Kollegen, die da die da im Prinzip versuchen mitzuhelfen. Und da sind wir ein bisschen anders auch als andere VCs. Also bei bei anderen VCs ist es häufig so, dass eigentlich alle Partner oder Investment Personen mehr oder weniger das Gleiche machen. Also alle sprechen mit Start ups, verhandeln Deals und dann machen sie ein Deal und dann betreuen sie auch das Start-up. Das ist bei uns nicht so. Also wir haben Leute, die stärker auf Investment fokussiert sind, stärker auf Operational Support und dann auch Kollegen, die sozusagen auch auf der Partnerebene sich sehr stark unsere ganze Struktur kümmern. Auch sitzen wir jetzt hier in Deutschland, haben wir in vorn Luxemburg sozusagen, wie machen wir das steuerlich und so weiter? Also das ist, da haben wir auch Leute im Prinzip aus der aus der Partnerschaft, die das versuchen, quasi möglichst kompetent zu betreuen. Das heißt also, wir versuchen uns da eher funktional stärkenorientiert son bisschen aufzustellen. Was aber auch fairerweise daran liegt, dass wir halt alleine von der Personenanzahl eben deutlich größer sind als als die allermeisten anderen VCs eben aufgrund der operativen Supportgeschichte. Genau.
00:52:41 · Marc Etienne Sellen, Florian Heinemann
[00:52:41] S0: Europäische Resilienz ist ja das Kernthema eures letzten Fonds und ja auch sehr wichtig für Start ups. [00:52:47] S1: Also ein Thema, ne? Also es nicht, ja, also mal schauen, wie viel es dann letztendlich sein wird, aber ich kann mir schon vorstellen, dass 15, 20 Prozent oder so da reinfließen werden, ja. Okay. Mehr wird's wahrscheinlich nicht sein. Also wir glauben, gesagt, nicht an einen... Wir wollen eigentlich keinen monothematischen Fonds haben. Das ist ja genau sozusagen das Gegenteil des Generalist Ansatzes, ne, wo Du sagst, aufn Zehn- bis Fünfzehnjahreszeithorizont vorherzusehen, welche Themen Rückenwind haben. Das ist halt wahnsinnig schwer, ne. So und deswegen haben wir eigentlich gesagt, wollen wir keinen monothematischen Fonds aufsetzen, weder im Bereich Resilienz noch sonst irgendwo. Weil wir im Prinzip sagen, wir trauen uns nicht zu, auf 10, 12, 15 Jahre eine Prognose abzugeben, welche Themen eigentlich dann Rückenwind haben werden. Und deswegen wollen wir im Prinzip auch thematisch bei soner, man nennt das Portfolio Construction, ne, also bei der Portfolio Construction im Prinzip darauf achten, dass wir halt immer eine Reihe von Themen, die auch möglichst wenig von den Makro Trends, die sie betreffen, miteinander korrelieren, Das ist also auch Teil der der Diversifikationsbemühungen. Aber genau, also Resilienz ist ein Thema, aber ist nicht das Thema,
00:52:47 · Florian Heinemann, Marc Etienne Sellen
[00:52:47] S1: Also ein Thema, ne? Also es nicht, ja, also mal schauen, wie viel es dann letztendlich sein wird, aber ich kann mir schon vorstellen, dass 15, 20 Prozent oder so da reinfließen werden, ja. Okay. Mehr wird's wahrscheinlich nicht sein. Also wir glauben, gesagt, nicht an einen... Wir wollen eigentlich keinen monothematischen Fonds haben. Das ist ja genau sozusagen das Gegenteil des Generalist Ansatzes, ne, wo Du sagst, aufn Zehn- bis Fünfzehnjahreszeithorizont vorherzusehen, welche Themen Rückenwind haben. Das ist halt wahnsinnig schwer, ne. So und deswegen haben wir eigentlich gesagt, wollen wir keinen monothematischen Fonds aufsetzen, weder im Bereich Resilienz noch sonst irgendwo. Weil wir im Prinzip sagen, wir trauen uns nicht zu, auf 10, 12, 15 Jahre eine Prognose abzugeben, welche Themen eigentlich dann Rückenwind haben werden. Und deswegen wollen wir im Prinzip auch thematisch bei soner, man nennt das Portfolio Construction, ne, also bei der Portfolio Construction im Prinzip darauf achten, dass wir halt immer eine Reihe von Themen, die auch möglichst wenig von den Makro Trends, die sie betreffen, miteinander korrelieren, Das ist also auch Teil der der Diversifikationsbemühungen. Aber genau, also Resilienz ist ein Thema, aber ist nicht das Thema, [00:53:52] S0: ja. Wie kann der Standort Europa für VCs und Start ups gefördert werden, dass er jetzt theoretisch mit langsam mal mit den USA aufholt und sich nicht die Trends noch weiter verstärken?
00:54:02 · Florian Heinemann
[00:54:02] S1: Ja, also ich glaube, was man... Es gibt verschiedenste Bereiche, glaube ich, das ist, glaube ich, keine Frage. Was wahnsinnig helfen würde oder ein großes Problem von Ventures, auch in Europa, weniger aktive Exit- und Kapitalmärkte. Also, hier gibt's halt keinen Nasdaq, ne, oder und und auch auf der Corporateseite wird deutlich weniger akquiriert, als wir das eben in den USA sehen. Und Venture funktioniert nur, wenn Geld ausm System raus zu den Investoren fließt, die's dann wieder zum Teil zumindest reinvestieren in das Ökosystem. Das heißt, Du brauchst ein gutes Venture Ökosystem, funktioniert nur mit funktionierenden Exitmärkten, ne. Und zurzeit ist es so, dass viele der großen Exits, die passieren, was weiß ein UiPath oder so was aus Europa, die passieren dann eben am am amerikanischen Kapitalmarkt, ne. Und es würde natürlich das Leben deutlich verbessern für Start ups hier und auch hätte auch diverse andere Vorteile, ne. Mal abgesehen davon, ist ja auch so, wenn man sich jetzt mal die die Wertentwicklung der Aktienmärkte in den letzten 10, 15 Jahren anguckt, ist ja sehr, sehr, sehr viel davon getrieben durch große Techfirmen, ne. So, das heißt, da sozusagen europäische Anleger dran profitieren zu lassen, indem sozusagen moderne Techwachstumsfirmen eben dann auch hierbleiben, dann auch sehr stark von europäischen Investoren Das hat durchaus nicht nur sozusagen Vorteile für den Standort, sondern sehr wahrscheinlich auch für die Anleger, die das Geld da investieren. Und wir bräuchten ein deutlich aktiveren Kapitalmarkt hier und und das ist wahrscheinlich nicht möglich, wenn man nicht sozusagen dafür sorgt, dass eben ein, 2 starke Finanzplätze gibt und eben nicht sozusagen jetzt dieses sehr stark Aufgeteilte und und Kleinteilige zwischen Frankfurt und Paris und Amsterdam und und dann in London. Und London ist da sicherlich noch am weitesten, war da ja nicht mehr Teil der EU, ne, also auch sagenhaft bescheuert. Aber ich glaub, wir bräuchten einfach aktivere Kapital- und Exitmärkte. Ein weiterer wesentlicher Punkt ist natürlich und wenn man sich auch anschaut in USA, wie viele Start ups werden gegründet von Leuten, die nicht ursprünglich Amerikaner waren, sondern eben in die USA gekommen sind durchs Studium, durch PhD oder sonst irgendwas. Ich glaub, das ist auch ein wesentlicher Hebel, ne.