Mannheim Investment Club (MIC) Podcast
00:23:26 · Florian Heinemann
[00:23:26] S1: Das war also hat dann wirklich gut funktioniert. Und und dann kam zweieinhalb Jahre später Fonds 3 mit 200000000. Und das war dann schon sozusagen der 1. Fonds, wo wir auch sogenannte institutionelle Investoren dabei hatten. Also nicht nur Family und Corporates, sondern eben auch verschiedene, ja, professionelle Money Allocator, ne, die dann eben das quasi hauptsächlich tun. Also nicht als Neben-, sondern die wirklich als Nebentätigkeit, sondern deren Hauptjob ist, Geld anzulegen von vermögenden Privatanlegern oder Pensionskassen oder irgendwas. So, und davon hatten wir dann eben einige. Und dieser Trend hat sich dann weiter fortgesetzt im nächsten Fonds. Da haben wir dann 350000000 eingesammelt. Und das war Ende 20 21, Mitte 20 22. Das waren so die beiden Closing Daten und aus dem Fonds investieren wir jetzt noch. Also wir sind jetzt sozusagen, man spricht dann vom Project A4, ne. Mhm. Das heißt also 4. Fondgeneration. Und genau, also das ist so, wie sich das entwickelt hat. Wir sind weiterhin Early Stage unterwegs in ganz Europa im Prinzip, haben Büro auch in London, wo eben auch Leute ausm Investment Team sitzen, Investor Relations Leute. Das heißt, wir haben jetzt auch mittlerweile professionelle Personen, die sich nur das Thema Investorenbetreuung und Akquise kümmern. Das haben wir eine Zeit lang auch einfach so nebenher gemacht, aber das geht ab' gewissen Größenordnung nicht mehr. Genau, aber so hat sich das entwickelt, ne. Aber letztendlich der der Anstoß, auch in eine gewisse Größenordnung vorzukommen, kam durch dies initiale Otto Investment.
00:25:10 · Marc Etienne Sellen
[00:25:10] S0: Könntest Du den Hörern vielleicht mal das operative Modell, was ihr betreibt, erklären?
00:25:15 · Florian Heinemann
[00:25:15] S1: Klar, also das ist... Letztendlich kann man sagen, wir sind wie sone Art Full Stack Digitalagentur, ne. Das heißt also, alles, was Du brauchst, eigentlich ein digitales Geschäft aufzubauen an Kompetenzen, haben wir hier vorrätig oder alles, aber zumindest mal so die wesentlichsten Sachen. Also sprich, wir haben hier Entwickler, wir haben Produktmanager, wir haben Data Team, ziemlich großes Marketing Team, Sales Team, Recruiting. Also wir rekrutieren sehr viel. Also kann man sagen, so anderthalb bis zweieinhalbtausend Bewerber werden hier jeden Monat oder Kandidaten werden hier jeden Monat in irgend' Weise angefasst. Rekrutieren in der Regel so Anzahl von Personen pro Monat fürs Portfolio primär, auch für für uns. Genau. Und die Idee ist letztendlich, dem Portfolio, wo wir investieren, im Prinzip operative Hilfestellung zu leisten, ne. Also in diesen funktionalen Bereichen. Das heißt also, bei uns ist so, jedes Venture, wo wir investieren, hat einen Betreuer sozusagen ausm Investment Team. Ja. Mindestens einen. In der Regel ein Partner oder ein Principal plus noch irgendwie ein, 2 andere Leute, die dann da mithelfen. Die sind wie so eine Art Key Accounter. Und dann haben wir aber auch eben noch immer einen Betreuer aus dem sogenannten Venture Development Team. Das ist die Person, die dabei hilft, unseren operativen Support zu koordinieren und auch zu besprechen, was macht eigentlich Sinn, ne. So und und auch dem für das Gründerteam dann immer sone Art, ja, Key Account Ansprechpartner zu sein. Was machen wir eigentlich alles grade für euch? Was sollten wir machen? Wie läuft das? Also dass man sozusagen als als Gründerteam einen oder Managementteam einen Single Point of Contact hat, der sich diese operativen Themen kümmert. Und das sind häufig Dinge, das ist zumindest immer der Anspruch, die dazu helfen die dabei helfen, dass das Start-up quasi schneller oder besser gewisse Kompetenzen und Strukturen aufbaut, die sie auch permanent dann selbst benötigen werden, ne. Es geht also nicht drum, irgendwie die Buchhaltung zu zentralisieren oder so, es geht im Prinzip immer drum, temporär gewisse Dinge zu übernehmen und dem Start-up dabei zu helfen, das dann auch selbst inhouse aufzubauen.
00:27:30 · Florian Heinemann
Also so was wie eine sich ein Data Warehouse oder eine Dateninfrastruktur, dass wir dann dabei helfen, vielleicht ein, 2 Leute zu finden im Bereich Data Engineering, Data Science, die dann diese Struktur betreuen werden oder Aufbau betreuen werden. Und dass dann eben ein, 2 Leute von uns helfen dabei und dann nach' gewissen Zeit wieder ausfaden und dass das Venture das dann eben selbst macht, ne. Aber es geht immer drum, Strukturen, Prozesse, Systeme zu schaffen, die idealerweise das Start-up auf eine bessere, steilere Trajektorie oder auch stabilere Trajektorie setzen, was im Prinzip die eigene Weiterentwicklung angeht. Weil eben die Erfahrung zeigt, man hat halt eine sehr starke Pfadabhängigkeit in der Weiterentwicklung von von von Start ups. Das heißt, wenn Du einmal ein scheiß Datensystem aufsetzt oder nicht so optimal gewählte IT Infrastruktur oder auch Organisationsstruktur in gewissen Teams, dann versetzt sich das einfach auf eine schlechtere Trajektorie. Mhm. Und das versuchen wir im Prinzip zu verhindern. Also versuchen im Prinzip dazu beizutragen, dass sich ein Start-up auf' positiveren Trajektorie bewegt. Aber immer eben im im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe. Es geht nicht drum, Dinge an uns outzusourcen oder Dinge dauerhaft zu übernehmen, sondern immer nur temporär quasi mitzuhelfen, gewisse Dinge besser, schneller aufzusetzen. So und und das eben über die verschiedenen Fachbereiche hinweg, ja. Und das ist eigentlich so der Anspruch. Das passiert aber immer sozusagen aus Wunsch des des Managementteams, des Gründungsteams. Das heißt, es ist jetzt nicht so, dass wir als Teil des Investments auch unsere Leistungen da mit reingeben oder so. Das ist nicht so, sondern wir machen immer normales Investment. In der Regel ja auch mit anderen VCs. Ja. Oder und oder Angels. Und wenn das erfolgt ist, gibt es im Prinzip das Recht, auf diese Ressourcen zuzugreifen. Eigentlich die Logik, ja. So und wenn das Start-up das möchte, dann ist das gut. Wenn die es nicht möchten und ihren Kram alleine auf die Reihe kriegen, ist es auch gut, ja. So also in der Regel ist es so, dass so ungefähr 40 Prozent der Start ups in' gegebenen Monat mit uns arbeiten. Das kann aber Recruiting sein, ne, was dann sehr minimalinvasiv ist. Es gibt aber auch Start ups, die arbeiten teilweise mit 5 Entwicklern von uns, 2 Leuten am Marketing und noch irgendwie 3 Sales Leute oder so.
00:29:56 · Florian Heinemann, Marc Etienne Sellen
Also das ist eine sehr große Bandbreite. Und genau, passiert eben häufig projektbezogen. Und das ist ein ziemlich großer Aufwand, das eben entsprechend auch zu koordinieren. Wer braucht grade wen oder möchte gerne wen haben? Was ist jetzt wie dringend? Und dafür haben wir mittlerweile eine relativ sofistizierte Struktur, das eben zu zu managen. Ja. [00:30:17] S0: Ja, vielleicht siehst Du's von der anderen Seite des Tischs. Ich hab hier grad ein Mutaris Stift in der Hand. Mhm. Und die fahren ja ein Modell, dass sie quasi interne operative Berater in die Unternehmen schicken, die sie grade halten. Mhm. Wie läuft ein das bei euch konkret mit der Verrechnung ab? Ihr investiert ja mit gleichen VCs gleichzeitig. Wie wird das quasi finanziert?
00:30:35 · Florian Heinemann
[00:30:35] S1: Ja, genau. Also es ist so, dass wir das ist keine sozusagen, Wir fahren kein profitorientiertes Beratungsmodell, sondern wir nehmen Teil der Management Fee. Jeder Fonds verdient im Management Fee, also VC Fonds. Gleicher ganz kurzer Kontext, hast Du in der Regel 2 Prozent Management Fee. Also sprich, wenn Du 100000000 Fonds hast, hast Du 2000000 Management Fee pro Jahr. Und dann gibt's noch ein carry obendrauf, wenn Du eine gewisse Mindestverzinsung erzielt hast. Der liegt in der Regel bei 20 Prozent. Das heißt, wenn Du jetzt aus 300000000 machst, dann kriegst Du in der Regel von den 100000000, die Du verdient hast, ganz grob, gibt's auch irgend eine Mindestverzinsung, aber die lassen wir jetzt mal weg. Aber zur Vereinfachung gibt's da noch eben 20 Prozent carry auf diese 100, die Du Profit gemacht hast, also sprich 20000000. So und was wir halt machen, ist, wir nehmen Teile Menschenfee und subventionieren damit diese operative Einheit. Und und ansonsten ist es eben so, dass die die Start ups unsere Ressourcen nutzen, ne, dafür stunden-, tageweise bezahlen. Aber die Idee ist im Prinzip so oder die die die Preise dafür sind so kalkuliert, dass dich das ungefähr so viel kostet, wie wenn Du eine Person in house Vollzeit mit dem gleichen Kompetenzprofil bei dir auf der Payroll hättest. Das ist letztendlich die Idee, ne. So und und Du kannst aber jederzeit quasi sagen, ich möchte jetzt ab nächster Woche mit der Person nicht mehr arbeiten, dann ist das sozusagen unser Risiko. Und wie gesagt, für uns stellt sich das im Prinzip so dar, dass wir ein Teil der Managementfee nehmen und dass das dann so plus minus 0 rausläuft. Es ist aber für uns eben nicht so, dass wir jetzt sozusagen möglichst viel beraten wollen, weil wir dann Beratungsprofit erzielen, ne. Also ich weiß nicht, KKR sagt ihr vielleicht was, die haben son Modell, das nennt sich Capstone. Das ist im Prinzip sone Art Mini McKinsey innerhalb von KKR. Die nehmen wirklich auch McKinsey Tagessätze, ne. Also ist schon sehr teuer. Sicherlich auch sehr, sehr gut, ohne dass ich das jetzt im Detail beurteilen kann. Aber da ist es im Prinzip so, dass dass auch Capstone eine Profit generating Entity ist. Das ist bei uns nicht so, ne. Bei uns ist auch sogar so, wenn die wir jetzt Profit machen würden, dann würde sich unsere Managementfeed, die wir von unseren Investoren bekommen, reduzieren, ne.