Mannheim Investment Club (MIC) Podcast
00:15:19 · Florian Heinemann
[00:15:19] S1: Nee, nee, nicht aber ich glaub, dass der Ursprung, das war lustigerweise war bei Jamba, Mhm. Ja. Also das das ist, wo das 1. Mal im Prinzip Fernsehwerbung sehr systematisch als Performance Marketing Kanal eingesetzt wurde. Mhm. Und die Idee dafür, die hatte nicht ich, sondern die hatte hatte Oli Samwer. Mhm. Aber das letztendlich muss man sagen, dass dass Zalando dann später in der Lage war oder auch ein Trivago Fernsehwerbung so einzusetzen, geht schon ein Stück weit dann auch darauf zurück, ne. Und auch sozusagen, das war das 1. Mal, sonst wurde ja Fernsehen eher eingesetzt als Branding oder Brandbuilding Kanal, ne, wo Du sagst, ich wecke fürn Produkt oder fürn Service. Und und das war ja das 1. Mal wirklich so, dass man das als Performancekanal eingesetzt hat, wo wirklich dann der einzelne Spot zurückgeführt wurde oder die die Orders, die dann kamen auf einzelne Spots und so weiter, wo dann eben versucht wurde, herzuleiten, wie teuer war jetzt ein Einzelabonnent, der jetzt über irgendwelche Spots gekommen ist. Mhm. Und diese Denke, die hat sich dann im Prinzip schon durchgezogen sehr stark, ne. Und bis heute ist es ist es so, dass die Onlinefirmen, die jetzt die so Marketing machen im Fernsehen oder jede Art von Bewegtbild, also auch auf Youtube oder so, versuchst Du ja immer irgendwie auch ein direkten Zusammenhang zur Performance herzustellen. Und zwar dieses grundsätzliche Gedankengut, das kommt schon aus aus der Zeit, ne, oder das Framework. Das ist für uns jetzt ehrlicherweise nicht mehr ganz so relevant, weil wir eben primär jetzt nicht mehr Endkonsumenten Modelle machen, sondern primär b-two-b-Firmen, die sich ja an an Geschäftskunden richten. Da ist natürlich sozusagen dieses Know how nicht mehr ganz so relevant, aber die Denke, und das ist eigentlich ganz spannend, Du siehst eben gerade im b-two-b-Bereich relativ stark son Zusammenwachsen von Marketing und Sales, ne. Das heißt also, dass Du versuchst, irgendwie Awareness für eine b-two-b-oder Softwarefirma oder whatever it is, zu zu generieren und dann eben zu schauen, wie sich diese in Leads, ne, und dann eben die verschiedenen Leadstufen zu durchlaufen. Und dieser Anspruch quasi auch im b-two-b-Bereich ein durchgängigen Funnel zu haben von, das ist grundsätzlich meine Zielgruppe, das sind jetzt mehr Menschen, die könnten da grundsätzlich Interesse dran haben.
00:17:31 · Florian Heinemann, Marc Etienne Sellen
Und die wie diese dann den Funnel durchlaufen, das ist natürlich eine sehr ähnliche Denke. Und dann irgendwann wird's dann eben an den Vertrieb übergeben, der da da anruft oder da vorbeifährt oder Termine macht oder so. So diese diese Denke stammt natürlich sehr stark aus der B2C Logik, ne, also aus der Endkonsumentenlogik, wo eben auch ein dann eben erstmalig oder ein damals schon Verständnis dafür aufgebaut hat oder auch viele Datingfirmen, ne. Also auch ein ist ist da sehr gut, die im Prinzip sehr früh ein Verständnis dafür aufgebaut haben, wie bewegen sich eigentlich Nutzer durch einen Funnel? Und und dass die dann ein Abo kaufen oder eben bei Zalando irgendwie Klamotten oder Schuhe kaufen und dass sie das dann auch wieder tun, ne. So, also... Und und diese diese Denke hat, glaube ich, sehr stark dazu beigetragen, wie man eben auch jetzt Marketing macht im B2B oder Marketing und Vertrieb im B2B macht und das auch miteinander verknüpft. Insofern kommt dann diese diese Denke schon auch in dem Bereich wieder, ja. [00:18:29] S0: Du hast ja eben bereits einige Elemente genannt, wie es dann zur Gründung von Project A Ventures gekommen ist. Könntest Du uns aber noch mal ganz genau durch die Gründungsstory durchführen?
00:18:38 · Florian Heinemann
[00:18:38] S1: Ja, also de facto war es so, wir hatten eben gesagt, wir würden gerne nach ein paar Jahren dann auch bei bei Rocket eben aufgrund der Thematik, die wir gerade angesprochen hatten, stärker gründergeführt Unternehmen, stärker technologisch produkteorientierte Unternehmen. Das wäre jetzt sicherlich etwas gewesen, was innerhalb von Rocket nicht so gut funktioniert hätte. Und dann haben wir im Prinzip gesagt, wenn wir die Chance haben, einen eigenen Fonds aufzusetzen, machen wir das. Das Problem bei einem eigenen Fonds ist eigentlich immer, Du brauchst ein Lead Investor. Du brauchst halt einen großen Geldgeber, ja eine Mindestmenge an EUMs, also Asset Undermanagement bereitzustellen. Sonst ist es halt sehr schwer. Und und die Anforderung war bei uns eben besonders hoch, weil wir diesen operativen Ansatz wollten. Das heißt, wir hatten nicht nur 3, Leute, sondern wir hatten halt, glaub ich, mit 38 Leuten gestartet, ne. So. Das heißt, wir brauchten relativ viel AOM, sinnvollerweise son Fonds aufzusetzen. Und dann hatten wir Otto, gab's ein Kontakt zum Rainer Hillebrand, der damals Vorstand war bei Otto und ist vor 2, 3 Jahren ausgeschieden. Aber der war im Prinzip für E-Commerce zuständig bei Otto. Die hatten davor in in ein Fonds namens E-Venture investiert, die hat jetzt heute Headline. Und hatten da deswegen auf... Das lief auch gut, das hat sehr gut funktioniert für die. Und deswegen hatten die Interesse, noch mal in einen frühphasigeren, experimentelleren Fonds quasi zu investieren. Ja. So, und und und da gab's gab's Kontakt zum Rainer Hillebrand und dann haben wir eben verschiedene Ansätze diskutiert. Und dann ist Otto zum Glück zu dem Schluss gekommen, zu sagen: Wir können uns vorstellen, hier 50000000 Euro als Investor für den ersten Fonds bereitzustellen. So, und eben getrieben durch den Reine Heinemann. Und dazu ist es dann auch gekommen. Also dann haben wir das verhandelt letztendlich. Das Problem bei war ja damals auch schon durch dieses operative Team waren wir so ein bisschen anders als ein normaler VC Fonds, ne? Das musstest Du auch erst mal verstehen. Da musste man sich auch als Investor erst mal drauf einlassen. Das hat Otto dann getan, mit uns dann gemeinsam dieses Modell entwickelt. Und dann kam so ein gutes Jahr später kam noch Axel Springer dazu als zweiter strategischer LP sozusagen, also die Medienfirma.
00:20:55 · Florian Heinemann, Marc Etienne Sellen
Die haben da noch mal 30 Jugend draufgepackt. Und so ist dann unser erster Vor entstanden, der 80000000 Euro hatte an EOM. Und dann kam im Prinzip der nächste Schritt, dass wir dann gut 3 Jahre später, nun musst du ja immer Vorgeneration nach Vorgeneration aufsetzen. Und häufig hast du ein Problem zwischen dieser Fonds eins- und Fonds 2 Generation. Weil in dem Moment, wenn Du jetzt deinen nächsten Fonds auflegen willst, ist häufig noch nicht so viel an Performance da. Mhm. Ne, weil 3 Jahre für ein Early Stage Fund ist einfach, das ist nicht lang, ne. So. Und dann haben wir aber zum Glück den European Investmentfonds überzeugen können, die dann auch wieder gemeinsam mit Springer und Otto gesagt haben: Wir können uns vorstellen, Ankerinvestoren des nächsten Fonds zu werden von euch. Und dann hatten wir Prinzip von den Dreien, also vom vom AIF, die haben gesagt, wir können uns vorstellen, bis zu 50 Prozent des Fonds zu machen und würden da bis zu 40000000 Euro zur Verfügung stellen. Das heißt, wir brauchten mindestens 40 von jemand anders. [00:21:56] S0: Ja.
00:21:57 · Florian Heinemann
[00:21:57] S1: Und dann haben Otto und Springer uns gemeinsam, ich glaub, 27000000 Euro zur Verfügung gestellt. Also das heißt, wir sind im Prinzip ins Fundraising für Fonds 2 mit fast 70000000 Euro gestartet. Und das war natürlich ein sensationeller Start, ne, weil Du, und das ist eigentlich immer wieder, Du hast ein echtes Henner Ei Problem, wenn Du ein Fonds auflegst. Wenn Du einmal ganz viel Geld hast, dann wollen Leute mehr mehr Geld drauf tun und ne, Du brauchst dann eben... Und Du brauchst halt sozusagen diese Ankerinvestoren, die halt dann an dich initial glauben, sagen, uns ist egal, ob da jetzt schon alle dran glauben, wir glauben auf jeden Fall. So, und wir hatten halt den Vorteil mit dem EIF und mit Otto und Springer, ne? Und das war eben auch ganz wichtig, dass Otto und Springer wieder mitmachen. Weil wenn die das nicht gemacht hätten, das wäre natürlich ein desaströses Signal gewesen die nächsten Investoren, ne? Weil wenn die Leute, mit denen Du jetzt 3, Jahre Ja. Zusammengehört hast, wenn die da nicht sagen, ich bin weiter mit dabei. Und das muss man wirklich sagen, sowohl von Otto als auch von Springer, einfach wahnsinnig cool in der Lage, die auch damals nicht so einfach war. Ja, noch sehr früh, ne, muss man auch sagen. Also von unserer Performance waren Ansätze erkennbar, aber nicht... Da konnte man kein abschließendes Urteil zutreffen. Da uns zu sagen, wir machen... Legen noch mal nach. Das war schon sehr mutig, aber das war im Prinzip dann eben unser Durchbruch und das hat uns dann eben auch in die Lage versetzt, eine Reihe von weiteren Corporates und und deutschen Familien damals zu gewinnen für Fonds 2. Das waren 140000000.
00:23:26 · Marc Etienne Sellen
[00:23:26] S0: Mhm.