00:08:21 · Jan Thomas, René Renger
[00:08:21] S1: Wie groß ist denn der Markt, den ihr adressiert? Ihr habt ja gerade schon drüber gesprochen, dass ihr möglicherweise auch son Markt über erst mal wachküsst, ne, aber aber sag mal, wenn wir jetzt in euer Pitchwerk gucken würde, was was steht da für eine Marktgröße drin? [00:08:30] S4: Wir machen's ja so, wir sagen ja, unser unser Clay ist ja irgendwie, wir wollen aus den Drivern wollen wir Rider machen. Heißt, wir fokussieren uns nicht auf die konventionellen Motorradfahrer. Da gibt's schon tolle Produkte, gar keine Frage so. Das ist der der mit der Vollkombi einmal durch den Schwarz, hat jede Menge tolle Produkte da draußen. So, wir sagen eher, welcher Markt ist denn vielleicht viel größer und das sind diejenigen, die ein Autoführerschein haben. Wie viele Leute sind das? Das ist irgendwie 400000000 weltweit. Wie viele Autos werden eigentlich verkauft im Vergleich zu, sagen wir, Motorrädern jedes Jahr und das ist einfach mal 30 Mal größer. Mhm. Und genau den Markt adressieren wir, das heißt unsere Produkte kann man mit dem Autoführerschein fahren, aber gibt genügend Autofahrer, die sich nicht angesprochen fühlen, weil die wollen nicht durch den Schwarzwald fahren, die 80 Prozent der irgendwie westlichen Weltbevölkerung lebt in Städten. Das heißt, die brauchen Produkt für Kurzstrecken und genau die adressieren wir. Das heißt, dieser Markt ist exponentiell größer als das als der reine Zweiradmarkt. Da drauf haben wir's abgesehen.
00:09:29 · Hannes Krieger, Jan Thomas
[00:09:29] S3: Und wenn Du dich jetzt nur auf den konventionellen Motorradmarkt einmal konzentrierst oder Zweiradmarkt, so Harley Davidson, die sind sechsstellig, sind 100 bis 200000 Stück. Ein Ducati ist knapp sechsstellig. Vespa zum Beispiel, wenn Du die Piaggio Gruppe anschaust, da gehört ja dann alles mit dazu, was Zweirad unter der Marke läuft. Das sind dann bis zu 400000 Stück und das ist zum Beispiel eine Größe oder Größenrichtung Du meinst immer pro Jahr oder [00:09:53] S1: welche Zahlen, was waren das für Zahlen? [00:09:54] S3: Genau, Jahreszahlen. Und das ist zum Beispiel, was wir langfristig als möglich sehen. Oder wenn Du auch schon mal schaust, derzeit neue Player, auf den Markt kommen, Winfast zum Beispiel, das ist ein Autohersteller, ein asiatischer Autohersteller und die machen jetzt zum Beispiel Zweiräder. Die bauen aber jetzt innerhalb kürzester Zeit innerhalb von 2 Jahren Zweiräder im Millionenbereich. [00:10:12] S1: Und trotzdem, ja, ich find das ganz spannend, wenn ihr jetzt grade sagt, ihr versucht quasi Autofahrer zu adressieren und ich wusste gar nicht, dass man mit dem Autoführerschein euer euer Bike fahren darf, aber was also wie ist denn die Reaktion von jemandem, der Auto fährt, dem ihr jetzt sagt, steig doch mal Ich könnte mir jetzt mal vorstellen, da da gibt's auch schon innere Widerstände, oder?
00:10:28 · René Renger
[00:10:28] S4: Teils teils würde ich sagen. Also ich glaube, wir haben tatsächlich ein Produkt erschaffen, was auf' ganz anderen Ebene erst mal eine Anziehungskraft ausübt, weil das ist das Wichtigste, wenn du jemanden von von' neuen Sache überzeugen musst, dann Du musst erst die Herzen der Menschen irgendwie adressieren, bevor die ihre Köpfe bekommst und das können wir mit unserem doch schon extrem eigenständigen Design. Viele der Autofahrer können sich eben nicht identifizieren mit' normalen konventionellen Motorrad. Also ich als Designer, für mich sehen die irgendwie auch alle aus wie so Dampfmaschinen aus dem neunzehnten Jahrhundert. Kein Wunder, dass man sich damit irgendwie, dass man sich dadrauf nicht sieht. Grade weil dort ist man ja auch so exponiert, ganz anders als in' Auto. Sodass wir bekommen echt, also ich hab's in meiner auch in meiner Vergangenheit nie erlebt, dass gegenüber dem realen Produkt, jetzt nicht den Bildern oder der Website, so ein durchgängig positives Feedback erst mal Erstfeedback und wenn die Leute dann zum ersten Mal gefahren sind, dann ist in der Regel das Feedback auch das Gleiche, dass sie's gar nicht, dass sie ein ganz anderes Bild im Kopf hatten. Und hier geht's überwiegend also eine User Experience und wenn man da den richtigen Use Case trifft, dann ist der Autofahrer schon hier sehr zugewandt, gerade weil er braucht ja irgendwie ein Fahrzeug für kurze Strecken und das Auto ist halt oft genug zu groß im Weg, kein Parkplatz, Stau. Also dementsprechend, ja, sonst würden wir das ja nicht machen.
00:11:49 · Hannes Krieger, Jan Thomas
[00:11:49] S3: Wenn man sich das ein bisschen breiter noch anschaut, das das E-Bike ist meistens zu langsam. Der der Roller ist vielen vielleicht auch nicht modern oder nicht dynamisch genug. Und wenn Du jetzt alle Vorteile kombinierst, also noch mal gesagt, die Einfachheit von' E-Bike, die Leichtigkeit von' Roller, die Performance von' Motorrad. Also wenn Du zum Beispiel, Du kannst mit dem Fahrzeug ein Kilometer pro Stunde fahren und das fällt dir nicht Du cruis oder oder Du gehst eigentlich damit Du kannst aber genauso auch mit Confidence 130 auf der Autobahn fahren. Und genau diese Kombination aller Vorteile, das ist dann am Ende ja das, was die meisten überrascht, weil sie's nicht erwartet haben. [00:12:23] S1: Jetzt hab ich hier stehen, erster Entwurf 20 10. Das ist ja jetzt schon eine ganz lange Zeit, ne? Nehmt uns doch mal mit. Also so auf diese ganze, wahrscheinlich war der 1. Entwurf ja, davor kam wahrscheinlich die Idee, Also was ist da so im Schnelldurchlauf? Was ist da alles passiert? So mal Höhen und Tiefen, weil das also so lange muss man erst mal durchhalten.
00:12:39 · René Renger
[00:12:39] S4: Oh Gott, so viel Zeit haben wir hier nicht, aber ich ich versuch's kurz zu machen. Ich selbst hab ja Fahrzeugdesign studiert an der Kunst- Designhochschule. Dort zusammen mit dem Markus, der bei uns jetzt hier für die Produktion verantwortlich ist, hatten wir einfach im Rahmen der Abschlussarbeit das Thema angeschoben. Dort, sagen wir, hatten wir den ersten Entwurf zu zu unserer Idee von von dem Lightbike erschaffen, aber eben nur als als Skizzen, als als Entwürfe. Danach haben wir uns überlegt, hey komm, lass doch mal ein Prototypen bauen, wär doch voll geil, weil wir uns einfach viel mit so Fertigungstechnologien auseinandergesetzt haben. Kann ja nicht so schwierig sein und dann hat das uns das komplett überfordert, weil wir wollten das halt in supergeil und in vollkarbon und alles total integriert und das sollte auch fahren und funktionieren, aber ich mein, wir waren irgendwie Designer gewesen und hatten ja gar keine Company. Wir hatten Vollzeit waren wir tätig, wo ganz woanders und haben dann in unserer Freizeit ewig an sonem ersten Prototypen rumgeschraubt. Das könnte man aber vergleichen, wie andere vielleicht, weiß ich nicht, Modelleisenbahnen bauen, nur dass es sehr viel teurer und aufwendiger war. Es hat einfach ewig gedauert und das war auch völlig fein, weil wir hatten ja unseren Job und unsere Karriere. Als das Ding dann aber fertig war, das war so 2018, 19, wussten wir dann nicht so richtig, was machen wir jetzt damit, weil das war ja nie ein Start-up. Das hatte nie son richtigen Sinn und Zweck, außer sich selbst zu beweisen, dass man ein Ding bauen kann, was aussieht als Camps eigentlich von' großen OEM. Und dann dachten wir uns so, okay, was machen wir jetzt damit? Irgendwer hat uns aufmerksam gemacht, dass es in den USA sone Messe gibt für Technologie, die CES. Und dann haben wir uns dort beworben, haben so getan, als wären wir ein Start-up. Muss irgendwie googeln, was das ist. Ich hatte von diesem Ökosystem überhaupt keine Ahnung. Da haben wir das ausgestellt und das die Storyline war dann halt einfach, dass wir irgendwie mit der Sekretärin von Elon Musk telefoniert hatten, die hatte das dann gesehen oder er hatte das gesehen, weil das in irgend' Presse war, bis dato nie irgendwelche Bilder rumgezeigt. Und dann wollte er das wegkaufen und dann war das son bisschen wie son Wake up Call.
00:14:36 · René Renger, Jan Thomas
Okay, warte kurz, wenn jetzt irgendwie der erfolgreichste Unternehmer der Welt das sieht und gleich wegkaufen will, warte mal, was haben wir hier eigentlich gebaut? Mhm. Und dann war son bisschen nach Hause fliegen, Phantomschmerz. Im alten Job. Ist das jetzt irgendwie wirklich passiert und sollte man das nicht irgendwie weitermachen, weil vielleicht kommt diese Chance nicht mehr zurück? Und von dem Punkt an ging's eigentlich dann erst los, also dann gekündigt. Ja und dann wurde es ein bisschen schwierig, weil dann muss man natürlich erst mal, ja, wie baut man son Ding? Wie entwickelt man das eigentlich? Keine Ahnung und wer kann einem hier helfen? Was kosten das eigentlich? Verdammt, ich hatte schon gekündigt. Na ja, so ungefähr lief das los. [00:15:14] S1: Wann kommt denn da so der Moment, wo man wo man sagt, man man hat es jetzt wirklich geschafft, man ist aufm richtigen Weg? Ist das jetzt durch die Finanzierungsrunde, weil wie gesagt, wir reden ja jetzt über dann wahrscheinlich bis zur Finanzierungsrunde 16 Jahre ne, die man die man dann irgendwie wahrscheinlich son bisschen am Rumstochern ist und nie genau weiß, ist man aufm richtigen Pfad?