OMR Podcast
00:05:44 · Florian Heinemann
[00:05:44] S1: Ich glaube, das ist ehrlicherweise bei Themen, die ganz gut laufen oder sehr gut laufen, ist das auch die Realität ehrlicherweise, dass man dann irgendwann merkt, eine gute Firma braucht halt, selbst wenn sie sich sehr schnell entwickelt, Du hast ja jetzt grade auch im AI Bereich Themen vielleicht, die wahnsinnig Rückenwind haben. Aber ich glaub, 1 1 1 sehr gute Firma braucht einfach 5 bis 10 Jahre, bis sie überhaupt auf' gewissen Flughöhe ist. Also selbst wenn Du wirklich Gas gibst Und dann merkst Du schon, das ist auch ganz, ganz spannend, die die Diskussion, die Du da mit den Gründern hast. Die denken dann ja son bisschen, also wenn Du sie früh fragst, dann denk ich schon so, oh, nach 5 bis 6 Jahren, dann bin ich durch und dann muss ich im Prinzip dann noch was anderes machen und dann brauch ich wieder eine neue Herausforderung. Und wenn Du dann aber natürlich grade in' sehr, sehr gut laufenden Firma bist, muss man natürlich schon sich fragen, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich noch mal so was in der Größenordnung baue, wo ich dann auch wieder diese Gestaltungsmöglichkeiten habe, ne? Also viele sind dann, merken, da merkst Du's schon so, drehen dann im Prinzip ihren Fokus von, ich möchte auch damit ein Stück weit Geld verdienen, hin zu, wo kann ich eigentlich möglichst viel Impact haben und wo wo hab ich sozusagen eine gewissen Gestaltungsspielraum und und Gestaltungsmöglichkeiten? Und klar, wenn Du Vorstand bist von Zalando und hast Du natürlich wahnsinnige Ressourcen, auch Dinge eben zu bewegen und zu machen. Und ich glaub, das dann dreht sich auch son bisschen die die die die die Sichtweise oder die Prioritäten, was spannend ist und was nicht spannend ist. Und und insofern, glaube ich, ist es eine ganz normale menschliche Entwicklung, dann irgendwann für sich selbst zu realisieren, eigentlich macht's dann auch Sinn, bei so was dabeizubleiben.
00:07:11 · Philipp Westermeyer, Florian Heinemann
[00:07:11] S0: Also man wählt dasjenigen, der jetzt 2, 3 Firmen nacheinander macht, das gibt's eigentlich nicht mehr so, wie's das damals gab. [00:07:15] S1: Also ich glaube, vor allen Dingen war natürlich auch die Exit. Wir brauchen ja große Exits, ne. Also die Investoren, die jetzt jetzt investieren, das sind ja, wenn Du irgendwie ein, was weiß ein Fonds wie Viets oder Cherry oder oder Headline oder so, Du Du brauchst ja mehrere 100000000 Exits und idealerweise sogar noch mehr. Das heißt, die die absolute Größenordnung an Firma, die man erreichen muss sozusagen, damit das auch ein Erfolg ist, ne, für für alle Beteiligten, die ist einfach eine andere und das dauert einfach länger, ja? So und ich glaube, und Du merkst eben auch, die Firmen, jetzt gebaut werden, sind sicherlich auch noch mal weniger Execution Focused, stärker Technologie- und Produkt Focused und das dauert einfach eine gewisse Zeit. [00:07:53] S0: Was würdest Du sagen, wie lange dauert's, bis man überhaupt absehen kann, ob eine Firma wirklich ein Erfolg wird?
00:07:53 · Philipp Westermeyer, Florian Heinemann
[00:07:53] S0: Was würdest Du sagen, wie lange dauert's, bis man überhaupt absehen kann, ob eine Firma wirklich ein Erfolg wird? [00:07:58] S1: Ja, also früher hätte ich dir gesagt, so vor 3, 4 Jahren, dann weißt Du eigentlich schon, ob das Ding Product Market Fit hat und so weiter. Bloß ich glaube, was was ja so die Lehre aus aus aus 20 20 oder 20 21, man kann natürlich auch Firmen kaputtmachen, ne. Wenn man dann eben zu viel Geld dann raist und und auf' zu hohen Bewertung und und dann hast Du auf einmal enttäuschte Erwartungen. Du hast Liquidationspräferenzen, die vor dir stehen. Das heißt, es ist durchaus möglich, auch sehr, sehr gut initial gestartete Firmen, die nach 3, 4 Jahren wie die nächsten Gewinner aussehen, dass man die wirklich innerhalb von 2, 3 Jahren mit ein paar falschen Entscheidungen, insbesondere auch zu Bewertungen, zu viel Geld geraßt, dass man die Firmen auch kaputtmacht, obwohl die eigentlich ein gewissen guten Kern haben. Insofern, ich bin immer wieder überrascht, wie viele Firmen, die eigentlich super aussehen, auch nach 7, 8, 10 Jahren dann doch noch mal wieder aus der Kurve fallen. Was Du selten erlebst, das würde fairerweise sagen, den anderen Weg, ne, dass Du sagst, eine Firma dümpelt so 3, 4, 5, 6 Jahre vor sich hin und dann hast Du sozusagen so diesen Phoenix aus der Asche. Das siehst Du eigentlich selten, aber Start up Unternehmen sind dann doch anfälliger, als man das vermuten würde.
00:09:04 · Philipp Westermeyer, Florian Heinemann
[00:09:04] S0: Also ich hab lange immer gedacht, Xing wäre die Firma, die ich am liebsten selber gegründet hab, hab ich dem Lars auch immer gesagt, Lars Hinrichs, Mensch, das ist ein Traum, sone Firma zu haben und megageile Gründung. Mhm. Auch mit dem Paidmodell dahinter, Abomodell und so. Aber ist jetzt auch, hat's auch jetzt, glaube ich, gerade aktuell schwierig. [00:09:20] S1: Du musst dich einfach kontinuierlich weiterentwickeln und das ist eben die, das ist eben die Schwierigkeit. Bei den allermeisten digitalen Modellen kannst Du dich eben nicht auf dem ausruhen und wenn Du dann diese Weiterentwicklung, wenn Du das nicht schaffst, kontinuierlich wirklich aufm Schirm zu haben, das ist ja auch der Grund, ne, warum sich die Facebooks und so weiter so verhalten oder Metas, wie sie sich verhalten, kontinuierlich neu wetten, da Metaverse, hier Instagram kaufen, da Oculus kaufen, so. Also kontinuierlich im Prinzip auf der Suche nach nach dem nächsten Wachstumstreiber und und lieber mal eine Fehlentscheidung, als als sozusagen da gar nichts zu machen. Und ich glaube, das ist son bisschen die die Denke, die man sich im Prinzip aneignen muss, dass man eben sich nicht drauf verlassen kann, dass ein Geschäftsmodell, was einmal ganz gut funktioniert, einmal auf' guten Trajektorie ist, dass das eben so bleibt. Ich glaub, das ist die die Schwierigkeit, weil Du im Prinzip kontinuierlich diesen Hunger quasi in der Firma behalten musst und das ist ist eben nicht so einfach.
00:10:12 · Philipp Westermeyer, Florian Heinemann
[00:10:12] S0: Gibt's eigentlich jetzt, also wir schweifen ab von dem, worüber wir eigentlich sprechen, weil damit war ich's grad interessant, wenn aus den letzten Jahren so in Europa insbesondere aus Deutschland heraus Firmen, die Du gesehen hast, jetzt unabhängig von eurem Portfolio, ja oder nein, aber wo Du sagst, das hätte ich im Zweifel auch noch mal gerne gemacht oder wäre ich eigentlich, wäre ich gerne bei gewesen. Das ist richtig ein geiles Modell, was auch dich son bisschen inspiriert vielleicht zu sagen, guck mal, es geht doch. Also hat's da irgendwas gegeben so letzten Jahren, was dir so im Kopf ist, wie bei mir früher was gsinkt? Da hab ich wirklich gesagt, wow, das hätte so zu mir gepasst, finde ich. Aber Lars hat's gemacht, dann hat's auch super gemacht und dann war er mal raus. Aber es Und [00:10:45] S1: eine Reihe von Firmen, ne. Also ich glaub Booking, ganz klar, ne, aus Amsterdam, was ja mittlerweile dann auch eine amerikanische Firma ist in der in der Börsenliste. Adyen finde ich eine der Beeindruckendsten Aus [00:10:54] S0: Holland
00:10:54 · Philipp Westermeyer, Florian Heinemann
[00:10:54] S0: Holland [00:10:56] S1: auch, ne, auch aus Holland. Klar, Spotify. Also insofern, es gibt schon gibt schon eine Reihe von Firmen, die die wo ich sagen würde, dass das echt sehr gut unterwegs ist. Celonis mit Sicherheit, ne, auch ein sehr guter, interessanter Space. Scheinen da auch ein sehr guten Job zu machen, Flixbus, ja? Da war ja Cherry früh mit dabei, da waren wir nicht mit dabei. Also insofern sicherlich ein Revolut, ja, wobei ich glaube, dass Trade Republic, ne, und und Revolut ist vielleicht vor allen Dingen auch deshalb spannend, weil's ja wirklich jetzt nicht in der gesamten Welt, aber schon ein relativ globalen Anspruch hat mittlerweile, ne, als eine der sozusagen Neobanken, die's gibt. Und und ich glaub Trade Republic ist da natürlich ein bisschen hinterher in der Entwicklung jetzt rein rein zeitlich. Aber ich glaub Trade Republic hat auch durchaus die Chance, da eine Firma in der Größenordnung zu werden. Und natürlich ganz klar Spotify, ne. Also ich glaub, das ist von der Börsen vom Börsenwert wahrscheinlich von den Firmen, die wir jetzt grade genannt haben, außer Booking, wo wo auch man Also [00:11:53] S0: ähnlich, bei beides die 100000000000, würde ich sagen.