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00:04:09 · Philipp Westermeyer, Florian Heinemann
[00:04:09] S0: Hattest Du in 1 der beiden Firma nicht Geld? Nee. [00:04:11] S1: Nee, nee. Also genau, ich war ja mal Bayer, also ich, ja, bei Zalando hatte ich, war ich ja investiert, damals über Rocket, bin dann aber raus, weil ich quasi unterbeteiligt war bei den bei bei den Samwers oder bei Rocket und und die sind ja immer relativ schnell draußen. Das heißt, ich weiß gar nicht mehr, wie schnell, aber nach dem IPO bin ich dann auch komplett raus, quasi unterbeteiligt war da und hatte mich dann da verabschiedet. Aber im Nachhinein war gar keine so schlechte Bewertung. Also ich glaub, am Ende war's dann irgendwie 5000000000 oder so was. Und gut, jetzt sind's 10 Werten, aber zwischendurch waren sie ja auch bei 6, 7 und das ist ja auch schon, wann war der Börsengang Zalando? 14? [00:04:47] S0: Ja, ja, [00:04:47] S1: so lange, ja. Also schon ein paar Jahre her. Insofern war das, glaub ich, ganz gut. Nee, und about you war ich Beirat vor ein paar Jahren, bis bis Bestseller eingestiegen ist, aber da hatte ich nie eine kapitalmäßige Beteiligung.
00:04:47 · Florian Heinemann, Philipp Westermeyer
[00:04:47] S1: so lange, ja. Also schon ein paar Jahre her. Insofern war das, glaub ich, ganz gut. Nee, und about you war ich Beirat vor ein paar Jahren, bis bis Bestseller eingestiegen ist, aber da hatte ich nie eine kapitalmäßige Beteiligung. [00:04:57] S0: Würdest Du eigentlich generell so sagen, dass wir ein bisschen eine neue Zeit erleben, weil Du hast ja auch damals die Rocket Zeit erlebt, wo man was gegründet hat, als Person und dann war man nach ein, 2 Jahren raus oder nach 3 Jahren. Und man hat dann versucht, möglichst schnell so auch zu flippen, auch als Gründer. Das war ja das Prinzip von Rocket sowieso, aber es war auch die ganze Gründerwelt war so, dass man sagte, okay, ich bau jetzt eine Firma oder ich bin eigentlich bin ich Seerre Entrepreneur am besten, mach dann irgendwie in den nächsten 10 Jahren mach ich 3 Firmen nacheinander alle weg, und verkauf jede einzelne. Dass sich das total verändert hat heutzutage wirklich eher der Klassiker ist, Du machst was und machst es dann über 10 Jahre. So, ich sitz ja bei Zelando. Robert und David sind noch dabei, bei bei Baudutari jetzt auch schon lange dabei, das ganze Team. Und bei vielen Firmen, auch bei euch im Portfolio Trade Republic, das sind n 26, alles Firmen, wo die Gründer jetzt da teilweise über Jahre, Jahrzehnte an Bord bleiben. Ist eine neue Welt. Ja, was heißt eine neue Welt?
00:05:44 · Florian Heinemann
[00:05:44] S1: Ich glaube, das ist ehrlicherweise bei Themen, die ganz gut laufen oder sehr gut laufen, ist das auch die Realität ehrlicherweise, dass man dann irgendwann merkt, eine gute Firma braucht halt, selbst wenn sie sich sehr schnell entwickelt, Du hast ja jetzt grade auch im AI Bereich Themen vielleicht, die wahnsinnig Rückenwind haben. Aber ich glaub, 1 1 1 sehr gute Firma braucht einfach 5 bis 10 Jahre, bis sie überhaupt auf' gewissen Flughöhe ist. Also selbst wenn Du wirklich Gas gibst Und dann merkst Du schon, das ist auch ganz, ganz spannend, die die Diskussion, die Du da mit den Gründern hast. Die denken dann ja son bisschen, also wenn Du sie früh fragst, dann denk ich schon so, oh, nach 5 bis 6 Jahren, dann bin ich durch und dann muss ich im Prinzip dann noch was anderes machen und dann brauch ich wieder eine neue Herausforderung. Und wenn Du dann aber natürlich grade in' sehr, sehr gut laufenden Firma bist, muss man natürlich schon sich fragen, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich noch mal so was in der Größenordnung baue, wo ich dann auch wieder diese Gestaltungsmöglichkeiten habe, ne? Also viele sind dann, merken, da merkst Du's schon so, drehen dann im Prinzip ihren Fokus von, ich möchte auch damit ein Stück weit Geld verdienen, hin zu, wo kann ich eigentlich möglichst viel Impact haben und wo wo hab ich sozusagen eine gewissen Gestaltungsspielraum und und Gestaltungsmöglichkeiten? Und klar, wenn Du Vorstand bist von Zalando und hast Du natürlich wahnsinnige Ressourcen, auch Dinge eben zu bewegen und zu machen. Und ich glaub, das dann dreht sich auch son bisschen die die die die die Sichtweise oder die Prioritäten, was spannend ist und was nicht spannend ist. Und und insofern, glaube ich, ist es eine ganz normale menschliche Entwicklung, dann irgendwann für sich selbst zu realisieren, eigentlich macht's dann auch Sinn, bei so was dabeizubleiben.
00:07:11 · Philipp Westermeyer, Florian Heinemann
[00:07:11] S0: Also man wählt dasjenigen, der jetzt 2, 3 Firmen nacheinander macht, das gibt's eigentlich nicht mehr so, wie's das damals gab. [00:07:15] S1: Also ich glaube, vor allen Dingen war natürlich auch die Exit. Wir brauchen ja große Exits, ne. Also die Investoren, die jetzt jetzt investieren, das sind ja, wenn Du irgendwie ein, was weiß ein Fonds wie Viets oder Cherry oder oder Headline oder so, Du Du brauchst ja mehrere 100000000 Exits und idealerweise sogar noch mehr. Das heißt, die die absolute Größenordnung an Firma, die man erreichen muss sozusagen, damit das auch ein Erfolg ist, ne, für für alle Beteiligten, die ist einfach eine andere und das dauert einfach länger, ja? So und ich glaube, und Du merkst eben auch, die Firmen, jetzt gebaut werden, sind sicherlich auch noch mal weniger Execution Focused, stärker Technologie- und Produkt Focused und das dauert einfach eine gewisse Zeit. [00:07:53] S0: Was würdest Du sagen, wie lange dauert's, bis man überhaupt absehen kann, ob eine Firma wirklich ein Erfolg wird?
00:07:53 · Philipp Westermeyer, Florian Heinemann
[00:07:53] S0: Was würdest Du sagen, wie lange dauert's, bis man überhaupt absehen kann, ob eine Firma wirklich ein Erfolg wird? [00:07:58] S1: Ja, also früher hätte ich dir gesagt, so vor 3, 4 Jahren, dann weißt Du eigentlich schon, ob das Ding Product Market Fit hat und so weiter. Bloß ich glaube, was was ja so die Lehre aus aus aus 20 20 oder 20 21, man kann natürlich auch Firmen kaputtmachen, ne. Wenn man dann eben zu viel Geld dann raist und und auf' zu hohen Bewertung und und dann hast Du auf einmal enttäuschte Erwartungen. Du hast Liquidationspräferenzen, die vor dir stehen. Das heißt, es ist durchaus möglich, auch sehr, sehr gut initial gestartete Firmen, die nach 3, 4 Jahren wie die nächsten Gewinner aussehen, dass man die wirklich innerhalb von 2, 3 Jahren mit ein paar falschen Entscheidungen, insbesondere auch zu Bewertungen, zu viel Geld geraßt, dass man die Firmen auch kaputtmacht, obwohl die eigentlich ein gewissen guten Kern haben. Insofern, ich bin immer wieder überrascht, wie viele Firmen, die eigentlich super aussehen, auch nach 7, 8, 10 Jahren dann doch noch mal wieder aus der Kurve fallen. Was Du selten erlebst, das würde fairerweise sagen, den anderen Weg, ne, dass Du sagst, eine Firma dümpelt so 3, 4, 5, 6 Jahre vor sich hin und dann hast Du sozusagen so diesen Phoenix aus der Asche. Das siehst Du eigentlich selten, aber Start up Unternehmen sind dann doch anfälliger, als man das vermuten würde.
00:09:04 · Philipp Westermeyer, Florian Heinemann
[00:09:04] S0: Also ich hab lange immer gedacht, Xing wäre die Firma, die ich am liebsten selber gegründet hab, hab ich dem Lars auch immer gesagt, Lars Hinrichs, Mensch, das ist ein Traum, sone Firma zu haben und megageile Gründung. Mhm. Auch mit dem Paidmodell dahinter, Abomodell und so. Aber ist jetzt auch, hat's auch jetzt, glaube ich, gerade aktuell schwierig. [00:09:20] S1: Du musst dich einfach kontinuierlich weiterentwickeln und das ist eben die, das ist eben die Schwierigkeit. Bei den allermeisten digitalen Modellen kannst Du dich eben nicht auf dem ausruhen und wenn Du dann diese Weiterentwicklung, wenn Du das nicht schaffst, kontinuierlich wirklich aufm Schirm zu haben, das ist ja auch der Grund, ne, warum sich die Facebooks und so weiter so verhalten oder Metas, wie sie sich verhalten, kontinuierlich neu wetten, da Metaverse, hier Instagram kaufen, da Oculus kaufen, so. Also kontinuierlich im Prinzip auf der Suche nach nach dem nächsten Wachstumstreiber und und lieber mal eine Fehlentscheidung, als als sozusagen da gar nichts zu machen. Und ich glaube, das ist son bisschen die die Denke, die man sich im Prinzip aneignen muss, dass man eben sich nicht drauf verlassen kann, dass ein Geschäftsmodell, was einmal ganz gut funktioniert, einmal auf' guten Trajektorie ist, dass das eben so bleibt. Ich glaub, das ist die die Schwierigkeit, weil Du im Prinzip kontinuierlich diesen Hunger quasi in der Firma behalten musst und das ist ist eben nicht so einfach.