00:11:11 · Jan Thomas, Dr. Claudio Consul
[00:11:11] S1: Diese Ineffizienzen, vielleicht kannst Du mich da noch mal abholen, weil ich finde das so super interessant. Man sieht ja jetzt so, ich glaub in China ist das ne, so Häfen, die jetzt schon voll automatisiert sind, wo im Prinzip also komplett Roboter gesteuert. Hat man ja so das Gefühl, so dieses Thema Effizienz und was ich wissen, welcher Container hat welchen Inhalt und wann muss der Container an welchen Orten so was, das ist ja eigentlich dann irgendwie perspektivisch alles gelöst, ne. Was sind denn so die Ineffizienzen nach vorne raus jetzt denn für die nächsten Jahre? [00:11:36] S2: Ja, also, wenn wir jetzt ganz konkret über unseren Anwendungsfall sprechen, ist es eben so, in der Transportlogistik im Straßengüterverkehr spielt das physische Dokument heute noch eine große Rolle und das wird es auch in 5 und wahrscheinlich auch noch in 10 Jahren spielen. Denn Du hast den sogenannten CMR Frachtbrief, der das Legally Binding Dokument ist, der ausgetauscht wird zwischen Unternehmern aus unterschiedlichen Ländern, die sie zum Teil auch bei einem Transport im LKW führen müssen. Und wenn Du [00:12:06] S1: Wir reden jetzt über Papier grade, ja? [00:12:08] S2: Genau, wir reden über Papier, ja. Wenn Du ein Subunternehmer spontan über eine Frachtbörse findest, dann wird über ein physisches Papier, über das sogenannte Frachtdokument bewiesen, dass der Transport so ausgeführt wurde, wie ursprünglich mal mal vereinbart. Und dort werden dann die Verifizierungen, die Checks eben sehr, sehr aufwendig und die sind heute noch die sind heute noch manuell.
00:12:08 · Dr. Claudio Consul, Jan Thomas
[00:12:08] S2: Genau, wir reden über Papier, ja. Wenn Du ein Subunternehmer spontan über eine Frachtbörse findest, dann wird über ein physisches Papier, über das sogenannte Frachtdokument bewiesen, dass der Transport so ausgeführt wurde, wie ursprünglich mal mal vereinbart. Und dort werden dann die Verifizierungen, die Checks eben sehr, sehr aufwendig und die sind heute noch die sind heute noch manuell. [00:12:34] S1: Und trotzdem, also glaubst Du, das regelt sich jetzt alles? Also was sind denn so die Dinge, die sich jetzt so die, was sind denn so die größten Veränderungen, die Du erwartest in den nächsten 10 Jahren? [00:12:43] S2: Also grundsätzlich wird sicherlich die Elgrifizierung eine große Rolle spielen auf der einen Seite. Auf der anderen Seite, und darauf fokussieren wir uns ja, wie die Gelder dann schlussendlich zwischen den Unternehmen fließen. Wenn man sich hier vor Augen führt, dass es Kunden gibt, die bis zu 120 Tagen Zahlungsziele vereinbart haben und in der Logistik liegt das deutliche liegt das durchschnittliche Zahlungsziel nördlich von 60 Tagen, dann zeigt das einfach, dass dort ja viel Reibung, viel Sand im Getriebe ist, Reibung im System. [00:13:17] S1: Auf wessen Kosten denn an der an dieser 60 Tage Unterschied?
00:13:17 · Jan Thomas, Dr. Claudio Consul
[00:13:17] S1: Auf wessen Kosten denn an der an dieser 60 Tage Unterschied? [00:13:21] S2: Ja, für gewöhnlich auf Kosten der kleinen Unternehmer, die die die die LKWs stellen, ja? Weil die müssen auf der einen Seite ihre Fahrer zahlen, die müssen die müssen den Diesel zahlen, die müssen die Leasinggebühren zahlen, müssen aber mit verlängerten Zahlungszielen leben und gleichzeitig sind das aber die Unternehmen, die die Güter heute und auch morgen noch von a nach b bewegen. [00:13:42] S1: Schon hart, ne? Aber siehst Du euch denn dann, also wie wie würdest Du euch denn ganz genau einordnen? Würdest Du sagen, ihr seid denn eigentlich ein Fintech? [00:13:47] S2: Also Fintech spielt bei uns definitiv eine Rolle, ja? Heute sind wir ein Softwareunternehmen, schielen aber mittelfristig auch auf die Fintech Komponente. Schon, ne? [00:13:55] S1: Denn wir [00:13:55] S2: wollen die Infrastruktur liefern, die schlussendlich die Zahlungen im Fracht Ökosystem enablen. [00:14:01] S1: Aber das ist ja vielleicht, das ist eine gute Brücke, mal so eine Perspektive nach vorne raus. Was sind denn so die nächsten Schritte für euch?
00:14:01 · Jan Thomas, Dr. Claudio Consul
[00:14:01] S1: Aber das ist ja vielleicht, das ist eine gute Brücke, mal so eine Perspektive nach vorne raus. Was sind denn so die nächsten Schritte für euch? [00:14:06] S2: Also erst mal das Team ausbauen, ja, gerade auf Tech Team, wenn wir jetzt einerseits Gas geben, dann die Go to Market Motion, die war bis dato noch sehr stark von mir als Gründer, sprich Founderle Sales getrieben. Dort investieren wir aktuell signifikant dann das ganze Thema Customer Success oder Solutions Management. Wie wollen wir Kunden betreuen? Das ist auch eine spannende Frage. In the day in Age of AI, forward deploy versus multoditional customer success und dann mittel- bis langfristig, wie schauen wir dann auf die Fintech Komponente unseres Unternehmens? [00:14:38] S1: Du hast vorhin so im Nebensatz gesagt, 1 der Modes bei euch ist auch, dass Du, dass ihr schon viele Fehler gemacht habt, ne. Gibt's da so Learnings, die Du teilen kannst?
00:14:46 · Dr. Claudio Consul
[00:14:46] S2: Ja, sicher. Also wir machen auch heute als Unternehmen immer noch noch Fehler und werden wir auch. Ich glaube, das ist gut und richtig. Kommt vielmehr darauf an, wie schnell man sie analysiert und dann daraus daraus lernt. Ja, eine konkrete Herausforderung, Thema Fokus. Am Anfang habe ich das Problem in Anführungsstrichen sehr, sehr breit gedacht. Da hatten wir uns mit Lösungen für Verlader auseinandergesetzt, als auch direkt für Transportunternehmer und Speditionen. Also wenn wir hier vielleicht kurz einen Schritt zurücknehmen, für mich gibt es 3 Kern Teilnehmer des Fracht Ökosystems. Auf der einen Seite die Verlader, auf Englisch die Shipper. Das sind die Unternehmen, die die Ware besitzen. Denk an Amazon, an Coca Cola, an IKEA, jedes E-Commerce Business. Auf der anderen Seite des Spektrums sind die Transportunternehmer, die Frachtführer oder auch auf Englisch die. Sehr fragmentierter Markt im Straßengüterverkehr. 75 Prozent aller Trucks gehören Unternehmen, die weniger als 2000000 Euro Umsatz machen. Und in der Mitte, in gut 90 Prozent aller Transporte gibt's eben dieses sogenannte Middle Layer, den Spediteur, den Forder. Und ab Tag 1, als ich mit Conlio gestartet bin, war klar, dass wir in die Financial Workflows reingehen wollen, dass wir Unternehmen dabei unterstützen wollen, die Frachtdokumente automatisiert zu verarbeiten und darauf basierend dann bessere Finanzentscheidungen zu treffen. Am Anfang haben wir uns aber auch mit Verladern und Transportunternehmern eben auseinandergesetzt und da verliert man Fokus hinsichtlich, wie soll das Produkt ausschauen? Go to Market Motion ist eine andere Ansprache. Da haben wir mittlerweile sehr stark nachjustiert und heute einen glasklaren Fokus auf den Spediteur und vor allem auch auf den Transportmodus des Straßengüterverkehrs.
00:16:27 · Jan Thomas, Dr. Claudio Consul
[00:16:27] S1: Kannst Du noch was zum Geschäftsmodell hinterher sagen? Also ich hatte ein paar schöne Zahlen gelesen, ne? Es klingt ja so, als könnte das Ganze relativ schnell profitabel werden, ne? [00:16:34] S2: Ja, das ist absolutes Ziel. Also wir monetarisieren uns über über eine monatliche Softwarefee, die abhängt von der Anzahl der Sendungen, die wir validieren, die über unsere Plattform laufen. Und ja, das ist ein Weg zu skalieren und dann, wie wir darüber nachdenken, wird es auch sehr, sehr spannend sein, potenziell gegebenenfalls langfristig eine Transaction Fee bei Zahlungen zu nehmen. [00:16:59] S1: Habt ihr da eigentlich so Netzwerkeffekte drin? Also schafft man das irgendwie, dass dann quasi in... Weil das ist ja bei Lieferketten irgendwie eigentlich fast so verführerisch, ne? Das ist ja fast ein bisschen im System drin, dass man vorne und hinten ja eigentlich auch immer Partner hat, die man mit reinziehen könnte, oder?