01:13:56 · Ola Källenius
[01:13:56] S1: Die Haltung 1 Firma unter Anspruch und vor allem in einem Sportsteam ist unglaublich wichtig. Unser Gründervater Gottlieb Daimler hat ja gesagt, das Beste oder nichts. Er hat, als er diesen Satz gesagt hat, er hat nicht das Produkt beschrieben. Viele glauben, dass er über das Produkt gesprochen hat, hat er gar nicht. Er hat über die Haltung gesprochen. Er hat gesagt, wenn du etwas erfunden hast und du strebst nach dem Besten und gerade wenn du dann fertig bist mit der Erfindung, deine innere Unruhe, die innere Unruhe des schwäbischen Ingenieurs, dann suchst Du nach Next Frontier. Und ich kann mich an einem Case erinnern, auch in der Formel 1, in der Power Train Unit, was ich da leiten durfte. Da kam ein Ex Teammitglied, der gerade eben so ein Angebot von einem anderen, in dem Fall neuen Team, was reingegangen ist in Formel 1 damals, wieder so typisch dreimal das Gehalt und und und manchmal wird's ja auch ein bisschen verrückt. Er ging dahin, aber kam dann auch zurück und hat sicherlich eine Paycard genommen, als er zu uns zurückkam, war 1 von unseren Senior Guys auf der Motorenseite. Und dann habe ich ihn gefragt, warum? Also Du hattest in diesem anderen Team im Prinzip eine größere Aufgabe. Warum kommst Du zu uns zurück? Und dann hat er gesagt, wenn Du bei Mercedes in der Formel 1 bist, weißt Du, dass jeder einzelne von Kollegen laufen morgens ins Büro mit dem Einstellung, dass am Wochenende will ich das Rennen gewinnen und ich kann vielleicht das Rennen gewinnen. Und wenn ich nicht gewinne, dann bin ich unzufrieden. Also richtig unzufrieden. Es ist eine Haltung, dass Du sagst, vielleicht wirst nicht immer Gewinn sein. Ja klar, geht nicht. Aber Du hast diese Haltung. Und er hat gesagt, in dem anderen Team mit höherem Gehalt, day did not believe the day cod win. Und ich will nicht in einem Sportteam arbeiten mit der Haltung und ihr habt das. Also ich glaube, das ist unglaublich wichtig, die Kultur so zu formen, dass Du dann die Menschen anziehst, die diesen Anspruch haben. Und das hat das Formel 1 Team hier. Dann kriegst du die Besten.
01:16:21 · Toto Wolff
[01:16:21] S2: Wir haben es ganz interessant, Statistik. 80 Prozent der Leute, die von uns weggegangen sind, also dieser 1. Und 2. Senior Level oder 3., den wir tracken können, 80 Prozent wollen zurück und sagen auch dann, es ist uns jetzt erst bewusst, was wir denn da hatten. Das ist der Mindset, dieser erbarmungslose Determination zu Wien, aber auch gleichzeitig in einem Umfeld, das nicht politisch ist. Politik können wir nach außen machen, wenn es die Regeln geht. Ich erlaube nicht einen Funken Politik im Unternehmen. Habe ich auch vom Ola und von Dieter gelernt, wenn jemand mir eine E-Mail schickt und mich irgendwie manipulieren will in irgendeine Richtung, schicke ich sofort an den weiter, den das betrifft und den CCs. Frauen Sie sich nicht mehr die Mails mir zu schicken, weil Sie wissen, ich steck sofort offen an. Das heißt keine Politik. Wir versuchen größtmöglichen Standards von Integrität, von von von Loyalität und von Humility zu zeigen und das jeden Tag zu leben, das das berühmte Motto Win it old cost, was ja so als Antrieb gesehen wird, gilt bei uns absolut nicht. Wir wollen es auf die richtige Art und Weise machen mit der langfristigen Perspektive. Wir bescheißen nicht, wir lassen keine Leute über das Cliff fallen, wenn wir kurzfristig glauben, dass man was Besseres kriegt. We leave no mein behind. Wir haben immer wieder Notfälle von Menschen, die die brauchen, weil sie irgendwo einen medizinischen Notfall haben und einen privaten Notfall, dann werden die Leute zurückgeholt. 1 von unseren ehemaligen Mitarbeitern hat sich beim Radfahren die Hüfte gebrochen, weil diese mittelalterlichen Idioten, Dude France nachfahren wollten zum Thema Midlife Komplexe. Und der war nicht mehr beim Team und lag dort in einem Spital, einem Bergspital, den haben wir zurückgeholt mit dem Flieger. Dann haben wir die Ärzte organisiert. Das ist einfach das Feeling, das wir in der Firma haben. Und jetzt haben wir einen Cost Cap, wo diese, wo die Gehälter natürlich auch runtergedrückt werden, was nicht immer das Beste ist, gute Leute anzuziehen. Dann bieten wir ihnen halt rundherum das, was wir können. Und beispielsweise das medizinische System in England ist eine Katastrophe. Dann haben wir halt Ärzte bei uns am Campus, die dich behandeln.
01:18:38 · Toto Wolff, Philipp Westermeyer
Und so geht das durch alle Layers durch, dass wir, dass wir versuchen, den Menschen ein Umfeld zu schaffen, wo es nicht nur, wo auf die richtige Art und Weise gewonnen wird, wo es einen Zusammenhalt gibt, wo es das Familien, diese Familienzugehörigkeit irgendwie triggert. [01:18:55] S0: Nun, Du bist ja so eine Art Vaterfigur für Kimi auch, glaub ich, wenn man das so verfolgt, schon länger gewesen, bevor er nun sozusagen zum Starfahrer aufgestiegen ist. Aber was ja auch im Hintergrund lauert, Du hast grade gesagt, euer Nachwuchsplan, der geht bis zu elfjährigen runter. Du hast ja selber, glaube ich, einen neunjährigen Sohn. Ist der schon entfernt auf deinem Radar? [01:19:15] S2: Der hat es natürlich am aller schwierigsten, weil er mein Sohn ist. Damit wird er auch auch viel direkter und härter angefasst. Er sagt mir dann auch, dass ich zu ihm gemeiner bin, als ich zum Kimi bin oder zum George. [01:19:31] S0: Er fährt auch schon recht gut, ne?
01:19:31 · Philipp Westermeyer, Toto Wolff
[01:19:31] S0: Er fährt auch schon recht gut, ne? [01:19:33] S2: Ja, ja, er fährt recht gut, aber er weiß, was er will. Er hat die Susi und mich im Sommer gebeten, ob wir mit ihm am Tisch Abendessen können, weil er findet, dass er sagt and did you realisted last weekend I one. Er sagt auf Deutsch, dass dich letztes Wochenende gewonnen hast, wo du bei der Formel 1 warst. Und da hab ich gesagt, was meinst du, damit soll ich nicht mehr kommen? Nein, nein, ich will schon, dass du kommst, weil ich kann von dir so viel lernen I love you. Aber wenn du so ganz sauer bist, kannst du bitte ins Motorhome gehen, 30 Minuten Cooldown machen und dann zurückkommen. Und jetzt ist es schon so, dass ich die, der Kimi hat einen echten Vater. Also ich bin vielleicht ein Motorsportvater, so bezeichnen sie mich. Aber du musst die Balance richtig hinkriegen zwischen dem Chef, dem Mentor, dem älteren Bruder, wie das irgendwie mit vielleicht mit George der Fall ist, dem Peer, wie das mit dem Louis ist, mit dem ich sehr regelmäßig spreche, mit der notwendigen Autorität auch ernst genommen zu werden, aber gleichzeitig natürlich auch den Arm die Schulter zu legen, wenn es wirklich ganz schlimm ist. Und das war beim Kimi der Fall, wie er abgeflogen ist vor 2 Jahren in Monza. Für die Familie ist die Welt untergegangen an dem Tag und für ihn auch. Und in diesen Momenten versuche ich die Fahrer ganz besonders zu unterstützen.
01:20:57 · Ola Källenius, Toto Wolff, Philipp Westermeyer
[01:20:57] S1: 2 Jahre später rollt er von hinten Feld in Monza auf und ist der Volksheld von Italien. Genau. Das ist Sport hero to zero. Ja. Aber Du musst deine Gemütslage einpendeln, nicht zu sozusagen im Rausch sein, wenn es läuft, aber auch nicht zu traurig sein, wenn es nicht so läuft. [01:21:16] S2: Und das versuchen wir auch oder versuche ich zwischen dieses diese zwischen, man sagt so zwischen Exuberance und Depression, also zwischen Manie und Depression, da irgendwie als Regulator zu dienen. Und Kimi hat im letzten Jahr 9 Rennen lang keine Punkte gemacht. Er hat im Spark, in dem Pressband danach Tränen in den Augen gehabt, weil es so schlecht gelaufen ist. Und deswegen immer die Leute, die jetzt sagen, ja, wir hätten ihn heuern sollen. Die Leute hätten ihn nicht gehalten, leer rausgeworfen oder schon gar nicht ins Topteam gesetzt. Die hätten ihn vielleicht in ein Junior Team gesetzt oder in ein kleineres Team. Wir haben ihn zu Mercedes geholt und wir wussten, dass das passieren kann und über 9 Rennen dann den Arm die Schulter gegeben und gesagt, okay, wir schaffen das. Aber auch manchmal, wie es so ganz blöd war, teilweise auch gesagt, Du, jetzt ist es zu viel, jetzt musst Du, ich glaube, diese Balance bei den jungen Fahrern, die muss man hinkriegen. [01:22:09] S0: Aber ist denn für dich so, es gibt ja im Basketball, dieser LeBron James hat mit seinem Sohn zusammen gespielt bei den Lakers. Ist so eine Vision bei dir im Kopf bezogen auf deinen eigenen, deinen echten Sohn?
01:22:09 · Philipp Westermeyer, Toto Wolff
[01:22:09] S0: Aber ist denn für dich so, es gibt ja im Basketball, dieser LeBron James hat mit seinem Sohn zusammen gespielt bei den Lakers. Ist so eine Vision bei dir im Kopf bezogen auf deinen eigenen, deinen echten Sohn? [01:22:19] S2: Er ist 9 Jahre alt. Er fährt in der untersten Kategorie und in der gewinnt er. Also ist on the way. Aber ich muss das irgendwie richtig machen. Ist viel früher, viel zu früh, einschätzen zu können, kann er je in einem Rennauto, sogar in 1 Formel 4 erfolgreich zu fahren. Das muss man alles abwarten, in welche welche Richtung es geht. Und er hat natürlich positiv, dass die Susi und ich das Thema verstehen und die Zugänge haben. Auf dem negativen Seite ist er natürlich ein totales Target. Die Eltern und Coaches der anderen Kinder, die sagen, das ist der 1., den du abschießen musst. Und da muss er die Ellbogen ausfahren und macht das auch. Und das ist der Spaß, das anzusehen. So so weit weg, denke ich noch gar nicht. [01:23:04] S0: Vielleicht zum Schluss noch ein paar Worte zu euch beiden, weil ihr macht denn beide Jobs und es ist euch bewusst und ihr liebt High Performance. Wie macht ihr das denn selber von eurer eigenen sozusagen Fitness, eurem Regime jetzt unabhängig von der beruflichen Aufgabe, sondern was machst Du, Ola, wie oft machst Du über die Woche Sport? Achtest Du darauf, machst Du irgendwie große Nahrungsergänzungsmittel, machst Du dir viele Gedanken oder sagst Du, nee, nee, aller Fokus auf Mercedes, ich schopf mir rein, was geht, Hauptsache irgendwie, ich bekomme meinen Termin erledigt?