00:00:00 · Philipp Westermeyer
[00:00:00] S0: Manchmal hat man Glück bei den kleinen Dingen im Leben und so war es hier, als ich nämlich vor einigen Tagen mit dem Toto Wolff und dem Ola Källenius in Stuttgart zusammensaß. Damals war zwar abzusehen, aber noch nicht ganz klar, wann und ob überhaupt der Kimi Antonelli, also der neunzehnjährige Fahrer von Mercedes, der jüngste Formel 1 Weltmeister aller Zeiten werden würde und jetzt ist das am Sonntag geworden. Und jetzt kommt passend dazu der Podcast, aber im Gespräch ging's nicht nur die aktuelle Weltmeisterschaft und den Kimi, es ging sogar auch den Sohn vom Toto, der noch ein paar Jahre jünger ist als der Kimi, aber offensichtlich auch etwas Talent hat für Motorsport. Wir haben dann gesprochen über die Formel 1 so als Business. Die wahnsinnige Wertentwicklung des Mercedes-AMG PETRONAS Formel 1 Teams, wie korrekt heißt, bei dem der Toto ja beteiligt ist. Er hat sogar eine Schätzung vorgenommen im Podcast, was die Firma oder das Unternehmen, das Team derzeit wert sein dürfte. Wir haben darüber gesprochen, wie es dazu kam, wie sich die beiden Herren überhaupt kennengelernt haben, wie der Toto auf die aktuelle Situation in der Automobilindustrie blickt und andersrum, wie der Ola Källenius die Rennen verfolgt. Es ging auch Paul Ripke, der mit im Raum war, der sich dann auf einmal eingeschaltet hat für eine kurze Zeit. Also es war extrem viel geboten, wirklich sehr, sehr dicht, nicht nur für Motorsportfans, für Toto Wolff Fans, sondern wirklich für Wirtschaftsfans in der Breite. Interessant zu sehen, was da weltweit grade rund die Formel 1 passiert. Und damit rein ins Gespräch mit Mercedes Chef Ola Källenius und dem Chef des Mercedes-AMG Petronas Formel 1 Teams, Toto Wolff.
00:01:20 · Ola Källenius, Philipp Westermeyer
[00:01:20] S1: Auf geht's. [00:01:35] S0: Die eine oder der andere, die uns regelmäßig gehört, werden mitbekommen haben, ich bin ziemlich sportbegeistert. Und so ein Jahr Marketing und Vertrieb hat was von einem Marathon. Aktuell geht's auf die letzten Meter. Es geht darum, ins Ziel zu kommen. Denn jetzt ist... Ihr könnt euch vielleicht schon denken, wir von OMR haben noch ein ganz besonderes Dopingmittel für euch, das wir selbst auch nutzen, nämlich SalesViewer. Wer hier aufmerksam zuhört, der wird mitbekommen haben, unser langjähriger Partner SalesViewer hat seine neueste Produktgeneration gelauncht und die hat es in sich, denn SalesViewer zeigt euch genau, welche Unternehmen eure Webseite besuchen und wofür sie sich interessieren. Die neue Relevance Engine zeigt euch dazu vollautomatisch, welche Neukunden am besten zu euch passen und welche ihr als Erstes ansprechen solltet, damit euer Vertrieb sofort bei den richtigen Unternehmen ansetzen kann, Gespräche führen, neue Kunden gewinnen und im Jahresendspurt noch mal richtig Umsatz machen. Ein fast schon unfairer Vorteil gegenüber allen anderen im Wettbewerb. SalesView wird auch genutzt von Firmen wie ifm, Fiege Logistik, Avato Systems, Stepstone, der Sportvermarkter Sport 5 und natürlich auch wir bei OMR. Das Ganze könnt ihr jetzt 14 Tage lang kostenlos testen unter SalesViewer Punkt com Slash OMR und damit im End of Business Modus noch mal richtig Gas geben. Also noch mal SalesViewer Punkt com Slash OMR. Auf geht's. Hi zusammen. Hi, hi. Wo erkennt ihr euch eigentlich?
00:03:09 · Ola Källenius, Toto Wolff, Philipp Westermeyer
[00:03:09] S1: Wann haben wir uns das 1. Mal kennengelernt? Ich glaub, war durch den Hans Werner aufrecht, die Legende, die er amG gegründet hat. Und er hat uns vorgestellt im Rahmen 1 DTM Rennens vor vielen Jahren und... 20. Ja, das ist wahrscheinlich 20 Jahre her. Ich kann mich erinnern, was der Hans Werner gesagt hat. Herr Källenius, Sie sollten den Toto Wolff kennenlernen. Er ist wie ein Sohn für mich. [00:03:35] S2: Oha. Und ich von meiner Perspektive war der Ola natürlich schon auf dem on way up im Konzern. Und ich kann mich erinnern, Du warst mir immer ein bisschen skeptisch gegenüber am Anfang so. Der österreichische Dealer Wheeler wusste nicht genau, welche Schublade ich da gehör. Aber dann haben wir zusammengefunden wie die Zwillingsbrüder. [00:03:52] S1: So ist das. [00:03:53] S0: Das war zu der Zeit, als Du schon im Vorstandsbereich tätig warst? [00:03:56] S1: Nein, damals war ich, ich glaub, ich war selber in der Formel 1. Das war während meiner Zeit bei Mercedes-AMG High Performance Power Trains. Nach einem Stint bei McLaren, wir hatten ja früher eine Beteiligung am McLaren, wurde ich entsandt zu High Performance Power Trains für die Motoren für die Formel 1. Und da war das natürlich eine 1 Sache, dass man man geht nicht nur zur Formel 1 rennen, man geht auch zu DTM, also Motorsport Community gehört zusammen. So, das glaub ich, war während der Zeit. [00:04:29] S0: Aber war das Formel 1 Team wahrscheinlich noch hochdefizitär? [00:04:32] S1: Das Formel 1 Team damals war ja eine Gemeinschaftsangelegenheit mit McLaren. [00:04:37] S0: Mhm.
00:04:37 · Philipp Westermeyer, Ola Källenius, Toto Wolff
[00:04:37] S0: Mhm. [00:04:38] S1: So McLaren hat das Chassis geliefert, Mercedes hat ein Powertrain geliefert und ja, man könnte sagen, es war eine Kostenstelle. Ich ich benutze dieses Wort, es war eine Kostenstelle. Da wussten wir nicht von den Plänen von Toto Wolff, aber das kam ja alles viel später, als wir dann ein Team gekauft haben und Toto unser Partner wurde. Er ist ja nicht nur Motorsportchef, er ist ja der Investor und ein Mitpartner in unseren ganzen Motorsportaktivitäten bei Formel 1. [00:05:05] S0: Man muss vielleicht mal für alle, die jetzt nicht so Formel 1 affin sind, dazu sagen, Du hast ja wirklich ein 1 Vorleben gehabt als Investor und als als Racer auch schon, aber nicht in auf dem Level Formel 1, sondern du warst im Wesentlichen dann irgendwann Unternehmer. [00:05:19] S2: Ja, bei mir war es so, dass ich versucht habe, Rennfahrer zu sein als Late Teen, Ally Twenties. Und ich komme aus einem eher finanziell unterprivilegierten Background und das war dann einfach nicht mehr möglich. Und dann habe ich mich selbstständig gemacht und habe dann im Venture Capital Bereich, mehr Venture als Capital damals am Anfang, aber habe dann wieder begonnen, rein zu fahren mit 27, 28 dann in GT Autos und irgendwann einmal habe ich diese beiden Welten gemergt und habe mich an einem Rennteam beteiligt, dann an der HWA und so ist das dann Schritt, Schritt Schritt gegangen. Dann war ich bei Williams. Da ist dann das [00:05:56] S0: Auch beteiligt?
00:05:56 · Philipp Westermeyer, Toto Wolff, Ola Källenius
[00:05:56] S0: Auch beteiligt? [00:05:57] S2: Ja, auch beteiligt. Da war ich allerdings nur non exactive Director und dann hat der CEO von einem Tag am anderen gekündigt und dann hat der Frank Williams zu mir gesagt, jetzt machen wir dir ein T-Shirt mit deinem Namen. Da stand dann Toto drauf und dann war ich mit ihm quasi, habe ich das Team geleitet. Und 1 Tages hat dann Dieter Zetsche damals CEO und ein paar von seinen Kollegen gefragt, ob ich das machen würde hier, weil das verläuft irgendwie so nicht bei Mercedes. Und ich habe dann gesagt, ich fühle mich so geehrt über dieses Angebot, weil das ist der beste Job im Motorsport. Aber ich war immer Unternehmer und habe auch bei Williams einen Anteil und würde das gerne weitermachen. Und sie haben dann gesagt, das haben wir uns gedacht, es gibt einen Anteil zu kaufen. Wir würden dir da eine Struktur vorschlagen, auch mit Optionen weiter auszubauen. Das habe ich dann gemacht. Und das ist jetzt, das war 2013 und jetzt, ich zwick mich jeden Tag, was seitdem passiert ist. [00:06:59] S0: Wie viel war denn damals das Team wert? [00:07:01] S2: Schwierig zu sagen. Ich meine, ich weiß es, aber ich weiß nicht, ob der Podcast das Richtige ist, es hier zu sagen. Es war rund einhundert Millionen damals. Okay. Also das war viel, weil die andere Teams haben haben wurden getradet für nahezu einen Euro, weil es einfach so schwer defizitär war. Ja, [00:07:20] S1: ja, ja.
00:07:20 · Ola Källenius, Philipp Westermeyer, Toto Wolff
[00:07:20] S1: ja, ja. [00:07:21] S0: Und aber ich meine, dann ist ja schon auch viel Geld, das dann in die Hand genommen werden muss, wenn man sagt, okay, kaufe da jetzt einen signifikanten Chunk. Das heißt, Du hast schon deinen Venture Capital Aktivitäten schon auch, ist ja nicht so einfach, in Österreich Venture Capital heißt ja auch nicht sofort, jeder ist da irgendwie so vor 20000000 Da haben schon einzelne Sachen gut funktioniert. [00:07:36] S2: Ja, es war so, dass damals der Vorstand Zetsche und über und vor allem Wolfgang Bernhard gesagt, wir wollen Skin in der Game. Und dann habe ich gesagt, ich habe gut verdient bisher, aber ich kann mir das nicht leisten. Und Wolfgang Bernhard war immer sehr direkt und hat gesagt, wie viel können Sie sich leisten? Weil wir wollen Skin in der Game. Und dann habe ich gesagt, also ich bin immer vorsichtig aufgrund meiner Vergangenheit. Wie viel können sie sich leisten? Und dann habe ich halt hineingegeben, was ich, was ich konnte. [00:08:03] S0: Also ohne? [00:08:04] S2: Nein, ich gehe nie ohne. Ich gehe nur in Risiko ein, wenn das Worst Case Szenario für mich Szenario akzeptabel ist. Und so habe ich es immer gemacht seitdem. Also und dann haben wir eine Finanzierungsstruktur darum gebaut. [00:08:17] S0: Okay, heißt, du hast ja auch noch richtig Geld geliehen, das machen zu können am Ende.