00:32:40 · Jan Thomas, Nikolas Samios, S0
[00:32:40] S1: Ja, das war jetzt Abhängigkeit USA, aber wir reden ja über Souveränität Europas aus. Genau. [00:32:43] S4: Ich ich wollte ich wollte nur ich wollte nur darauf hinweisen, dass also internationale Investoren es gibt, auch außerhalb der der USA. Aber natürlich ist die USA sehr stark, weil eben wissen wir alle kulturell und regulatorisch dort eben Venture Capital Investments normal sind für große Vermögen und ja, die auch ein anderes quasi Rücklagen Pensionsversicherungssystem haben, ne, als viele europäische Länder, wo wo es das historisch gar nicht gab oder immer noch nicht gibt, das quasi überhaupt in der freien Marktwirtschaft angelegt wird. Und natürlich ist der der der Lobbydauerbrenner der PEVC Branche in Europa ist eben, dass wir hier größere Fossicilities brauchen. Und da gibt es aber durchaus auch Fortschritte. Also denk jetzt zum Beispiel an die Diskussion grade, die jetzt die jetzt grade läuft. Wer gewinnt die Ausschreibung für den, ich hab die die Nummer vergessen, aber keine Ahnung, Milliarden großen irgendwie EU Growth Growth Fund, ja? Ist das jetzt EQT oder Atomico oder wer auch immer da in der letzten Runde noch dabei ist? Also es es es es gibt größere Töpfe und [00:33:40] S0: -
00:33:40 · Nikolas Samios
[00:33:40] S4: Vehikel in Europa. Und ja, wir arbeiten auch an' Kapitalmarktunion, Klammer auf, mal gucken, wann die kommt, Klammer zu, ja, oder ob es irgend ein Zwischenschritt gibt. Also die große Linie geht ja in die Richtung. Aber ich glaube, wie gesagt, man muss sich jetzt auch nicht 100 Prozent auf der Finanzseite quasi entkoppeln. Es ist normal, ja, dass internationale Investoren in Deutschland investieren. Das gilt ja für etablierte Branchen genauso, ja, oder noch mehr wie Start ups. Deswegen also Autonomie würd ich jetzt nicht falsch verstehen wollen im Sinne von, wir grenzen uns jetzt komplett ab dem Rest der Welt, darum geht's nicht. Ich glaube aber, es ist ein sinnvolles, vernünftiges Durchgehen von lebenskritischen, ja, Infrastrukturen, kritischen Supply Chain, ja, kritischen Komponenten. Und eben im Gegensatz zu der vielleicht etwas übertriebenen Globalisierung vor 10, 20, 30 Jahren, als man quasi quasi Technik outgesourct hat komplett, ja, und Sicherheit komplett outgesourct hat, muss man sich jetzt eben eingestehen, dass wir doch irgendwie mehr wieder hier ansiedeln müssen, wieder mehr im Griff haben wollen. Heißt aber bei Weitem nicht, ja, dass wir uns jetzt international isolieren wollen. Also im Gegenteil. Stell dir mal vor, Kanada, ZB würde jetzt eher an die EU ranrücken oder auch UK. Bei der Keir Starmer hat gestern faktisch gesagt, ja, er will jetzt wieder mehr mit der EU anbandeln. Das war nicht das 1. Mal, das war in UK ein Tabuthema, ja, auch im im liberalen Bereich lange Zeit. Hier Ursula von der Leyen war 2 Wochen in Indien, hat ein großes Freihandelsabkommen gemacht et cetera. Also möglicherweise isoliert sich ja sogar Amerika und die anderen gruppieren sich zusammen. Aber again, kritische Themen müssen wir in Europa stärker im Griff, im Fokus haben. Und ich hab zum Beispiel früher echt mal 1 meiner Negativ Lieblingsbeispiele war, wie bescheuert war es zum Beispiel, KUKA, die Industrieroboterfirma, ja, an Chinesen zu verkaufen, anstatt ein europäisches Konsortium aufzustellen? Das ist sicherlich dämlich. Solche Fehler sollten uns nicht mehr passieren.
00:35:32 · Florian Heinemann
[00:35:32] S3: Also ich würde auch würde auch sagen, Nico folgend oder Nico unterstützend sozusagen, dass die Priorität muss eigentlich sein, dass wir hier europäische Firmen haben, die in Europa sitzen und die das IP haben in diesen Kernbereichen, die halt für die Resilienz wichtig sind. Das Priorität. Ein Stück weit jetzt nicht unabhängig davon, aber schon losgelöst davon, wo jetzt das Geld herkommt, ne. Weil ich glaub, das darf man auch immer nicht vergessen, ein 1 Peter Thiel ist ja auch nicht so, dass der jetzt sozusagen, wenn er jetzt irgendwo investiert bei einem Stark, das dann damit verbunden ist, dass er irgendwie die europäische sozusagen Unabhängigkeit aktiv unterminieren möchte, sondern für den ist das halt ein Finanzinvestment und und keines, womit er jetzt sozusagen irgendwelche vermeintlich antidemokratischen Gedanken irgendwie ausleben möchte, so. Aber ich glaub, was das viel kritischere Thema und und da und da das ist ja auch klar geregelt, ne, jetzt auch nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz zum Beispiel, Da hat die Bundesrepublik das Recht, dann auch Investoren zu untersagen, dort zu investieren, wenn da wenn's da irgendwen sie befürchtet, dass es da irgendwelche Einflüsse geben könnte, die gewünscht sind. Ich glaub, das viel Kritischere dabei ist, wenn man glaubt, dass das wesentliche Trends sind und in diesen wesentlichen Trends passiert eine 1 relevante Wertschöpfung oder relevante Wertgenerierung, dann führt das natürlich schon dazu, dass ein Großteil dessen sozusagen an Europa vorbeigeht, ne. Also und und das ist, glaub ich, das das Kritische. Also ich mein, und wenn wenn Du dir halt anschaust, wer finanziert die erfolgreichsten europäischen Venturefonds, ja, oder die größten zumindest, dann dann sind das eben sehr häufig außereuropäische Investoren, ja. Also, Creandum zum Beispiel, der wahrscheinlich der erfolgreichste Frühphasenfonds jetzt die letzten 10, 15 Jahre war in Europa, hat primär ein Daumenfonds aus den USA, ne. So und ich mein, wir haben mittlerweile 30 Prozent des Geldes aus den USA. Wir haben fast 100000000 von nordischen Pensionskassen. Also da bleibt das Geld zumindest in Europa.
00:37:33 · Jan Thomas, Florian Heinemann
[00:37:33] S1: Aber auch umgekehrt, Florian, Entschuldigung, ich kurz reingehe, auch umgekehrt hab ich schon oft von irgendwie so Family Office gehört, die dann halt sagen, wir haben Fund of Funds, die für uns in den USA dann die richtigen Fonds suchen. [00:37:42] S3: Ja, absolut. Es ist schon so. Es ist eigentlich schon ist eigentlich schon son bisschen, es ist lustig, aber andererseits auch irgendwie traurig. [00:37:48] S1: Deswegen sage ich das
00:37:49 · Florian Heinemann
[00:37:49] S3: so, dass es mir zu sein Wenn wenn Du sagst so, hab vergleiche das son bisschen damit, ne. Also sowohl unsere Investoren und Family Offices wollen eigentlich lieber in USA investieren, ja. Und wir wollen eigentlich lieber, also wir wollen halt lieber den Harvard in Daumen Fund als ein deutsches Family Office, ja. So. Und die Gründer wollen ja auch lieber Sequoia als jetzt deutsche Investoren, ne. Also insofern, es ist son bisschen wie wenn Du Leute fragst, willst Du lieber zu Taylor Swift oder zu Helene Fischer? Da würden wahrscheinlich 90 Prozent der Leute sagen, ja, will halt lieber zu Taylor Swift. So. Und und das ist son bisschen... Aber wenn alle wenn alle immer nur zu Taylor Swift wollen, dann wird's halt schwierig, ne? So. Also zumindest wenn man dann gleichzeitig was von europäischer Resilienz faselt. Und das ist und das das ist schon das ist schon lustig sozusagen oder oder oder eben auch traurig, dass dass wir eigentlich mittlerweile in so in soner Situation sind. Viel von dem, was in den USA passiert, also was was ich verherrlicht, ist vielleicht ein bisschen zu groß, aber schon sozusagen eher sozusagen als attraktiver gesehen wird. Und und und es gab gestern einen sehr interessanten Artikel auch in der in der Faz vom von wo der Jörg Koschin, also hier der KfW Capital Chef ein 1 Interview gegeben hat und da auch eben noch mal darauf hingewiesen hat, dass in den letzten Jahren europäisches Venture Capital eigentlich jetzt in den Renditen amerikanischem in nichts nachsteht, ne. So und es hält sich aber trotzdem auch bei Menschen, die da sehr da dran sind, immer so das Gerücht, dass amerikanisches Venture Capital immer deutlich besser performen würde und das ist das ist in so, die Aussage ist einfach so nicht nicht richtig, ne. Also das ist und und und das ist schon schon lustig, dass das zwar viele von europäischer Resilienz reden, aber die die, die das dann auch ein Stück weit ändern könnten, letztendlich doch sehr aktiv dagegen arbeiten parallel.
00:39:40 · Nikolas Samios
[00:39:40] S4: Das amerikanische System hat hat Jahrzehnte quasi Erfahrung kulturell, ja, Brand und so weiter Vorsprung. Aber Flo, ich wollte das auch grad noch mal zitieren. Die schöne Konferenz vom European Investmentfonds jedes Jahr in Luxemburg heißt ja the ugly duck. Und die hässliche Ente ist europäisches Venture. Und europäisches Venture ist eben seit vielen Jahren in der Statistik eigentlich besser oder zumindest mit USA gleichauf, aber irgendwie so noch dieses nachlaufende negative Sentiment, ne. Ich glaube aber auch, dass, wenn man sich eben überlegt, wie der Brand Amerika die letzten Jahre sich im Wert irgendwie entwickelt hat, dass also noch als ich jung war, war das ein No Brainer. Jeder in meiner Generation wollte nach Amerika gehen. Ja, wie wie stark ist das heute noch ausgeprägt, ne? Wie gesagt, die Zahlen sind auch andere. Und wenn wir uns in Europa also nicht ständig bürokratisch in den Fuß schießen, sondern tatsächlich jetzt so was wie die EU Inc irgendwie aufn Weg kriegen, ja, oder eben mal Richtung Exitmärkte, Kapitalmarktunion was machen, wenn wenn es da ein bisschen Geschwindigkeit gibt, dann haben wir, glaub ich, ein sehr guten Standort. Und wir müssen uns eben, das ist vielleicht noch mal ganz wichtig zu erwähnen, wir müssen uns, was die Gründer, was die Qualität an an an Leuten, an Ideen, an Konzepten angeht, müssen wir uns überhaupt nicht verstecken. Und sogar die Amis gewähren uns das, ja. Gönnerhaft kriegen wir von Elon Musk und von hier dem NVIDIA CEO und sonst was ja so Aussagen wie ja, dieses Physical AI Thema, die Kombination mit Maschinenbau und et cetera, das kann doch Europa machen, ne. So, also sogar die Jungs sehen, dass wir hier eigentlich ganz gute Bausteine dafür haben. Deswegen, ich glaube also, wir wir wir können das und noch mal, es ist alternativlos. Wir müssen es irgendwie machen. Und ich denke schon