Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
00:08:08 · Lea Oetjen, Daniel Eckert
[00:08:08] S2: Ja, die Arbeitsspeicher werden nämlich teurer, weil die KI Rechenzentren den Markt leer kaufen und Ternus rechnet mit steigenden Kosten bis in den Dezember und auch noch danach. Das trifft Apple natürlich im Weihnachtsgeschäft, also im wichtigsten Quartal des Jahres. Die Aktie verlor 2 Prozent und ja, was Apple an Marge verliert, landet zum Teil bei den Speicherherstellern wie Micron in der Kasse. [00:08:28] S1: Wie hoch die Messlatte für Wachstumsaktien liegt, das zeigt Shopify. Im August hatten wir Euch noch vom Kurssprung 25 Prozent erzählt, weil der Konzern mehr als 30 Prozent Wachstum in Aussicht gestellt hatte. Jetzt wuchs der Umsatz tatsächlich 32 Prozent auf 3740000000 Dollar. Den Analysten war das aber etwas zu wenig und weil Shopify die Erwartung zum ersten Mal seit 4 Jahren verfehlte, brach die Aktie zeitweise 17 Prozent ein. Wer eine so hoch bewertete Aktie kauft, der zahlt mitunter einen Aufpreis für Perfektion. [00:09:04] S2: Ja, das stimmt. Bei Disney, da geht's grad nicht Perfektion, da geht's ums Personal. Der Konzern bereitet nämlich nach Informationen von Bloomberg den Abbau von Tausenden Stellen vor und die Führungskräfte sollen bis zu 20 Prozent der jährlichen Kosten einsparen. Der Konzernchef hat den Aktionären für das laufende Quartal ein zweistelliges Wachstum beim bereinigten Gewinn je Aktie versprochen und das klassische Fernsehen liefert dafür immer weniger Geld.
00:09:04 · Lea Oetjen, Daniel Eckert
[00:09:04] S2: Ja, das stimmt. Bei Disney, da geht's grad nicht Perfektion, da geht's ums Personal. Der Konzern bereitet nämlich nach Informationen von Bloomberg den Abbau von Tausenden Stellen vor und die Führungskräfte sollen bis zu 20 Prozent der jährlichen Kosten einsparen. Der Konzernchef hat den Aktionären für das laufende Quartal ein zweistelliges Wachstum beim bereinigten Gewinn je Aktie versprochen und das klassische Fernsehen liefert dafür immer weniger Geld. [00:09:28] S1: Ein Teil der Ersparnisse soll gleich wieder in neue Filme und Serien, in Technik, Kreuzfahrtschiffe und Freizeitparks fließen. Disney beschäftigt weltweit 231000 Menschen. Das ist also richtig viel und auch Netflix, Paramount und Warner Brothers haben zuletzt Stellen gestrichen. [00:09:47] S2: Schauen wir noch mal nach Deutschland. In Frankfurt ist der DAX einmal mehr an der Marke von 26000 Punkten gescheitert und schloss 0.5 Prozent tiefer bei 25865 Punkten. Belastet hat der Nahe Osten, denn Donald Trump bestätigte schließlich, die neuen US Angriffe auf iranische Ziele. Am Ölmarkt setzte sich am Ende die Hoffnung auf Verhandlungen allerdings durch. Brent schloss gut ein Prozent tiefer bei einhundertdrei Dollar und 60 Cent. [00:10:10] S1: Den größten Bremsklotz im DAX lieferte SAP mit minus 1.8 Prozent, auch weil TeamViewer die ganze Software Branche mitriss und zwar nach unten. Der Fernwartungssoftware Spezialist stürzte 27 Prozent ab. Er rechnet in diesem Jahr nicht mehr mit Umsatzwachstum, weil Kunden ihre Verträge hinauszögern.
00:10:10 · Daniel Eckert, Lea Oetjen
[00:10:10] S1: Den größten Bremsklotz im DAX lieferte SAP mit minus 1.8 Prozent, auch weil TeamViewer die ganze Software Branche mitriss und zwar nach unten. Der Fernwartungssoftware Spezialist stürzte 27 Prozent ab. Er rechnet in diesem Jahr nicht mehr mit Umsatzwachstum, weil Kunden ihre Verträge hinauszögern. [00:10:32] S2: Bei Fresenius Medical Care hat zudem der neue Chef zum Einstand einmal die Erwartungen gesenkt. Er ist erst seit 3 Wochen im Amt und rechnet für dieses Jahr jetzt mit einem bereinigten operativen Ergebnis, das stagniert und da im mittleren einstelligen Bereich sinkt und er peilt die schwächere Hälfte dieser Spanne an. Im dritten Quartal fiel das Ergebnis 5 Prozent auf 545000000 Euro, auch weil der Dialysekonzern sein Chinageschäft umbaut und dafür einhundertacht Millionen Euro Kosten verbucht. [00:10:57] S1: In den USA ging die Zahl der Behandlungen aus eigener Kraft 1.1 Prozent zurück. Die Aktie fiel zunächst bis zu viereinhalb Prozent. Sie drehte dann aber ins Plus, weil die bereinigten Zahlen dann besser ausfielen als befürchtet. An der Börse kennt man das Muster, neue Chefs räumen gleich zu Beginn auf, dann gehen spätere Fortschritte auf ihr eigenes Konto.
00:10:57 · Daniel Eckert, Lea Oetjen
[00:10:57] S1: In den USA ging die Zahl der Behandlungen aus eigener Kraft 1.1 Prozent zurück. Die Aktie fiel zunächst bis zu viereinhalb Prozent. Sie drehte dann aber ins Plus, weil die bereinigten Zahlen dann besser ausfielen als befürchtet. An der Börse kennt man das Muster, neue Chefs räumen gleich zu Beginn auf, dann gehen spätere Fortschritte auf ihr eigenes Konto. [00:11:19] S2: An der DAX Spitze stand dafür Bayer mit' Plus von 3.6 Prozent, weil das starke Pharmageschäft den Konzern zuversichtlicher macht. Schlusslicht war dagegen Zalando, die ja zuletzt wirklich hervorragend gelaufen sind mit' Minus von 6.3 Prozent. Den Analysten war da die Bruttomarge schlicht zu dünn. Die Lufthansa legte dafür fast 4 Prozent zu, obwohl sie ihre Gewinnprognose nach unten eingeengt hat. Die Anleger hörten da aber lieber auf einen anderen Satz, nämlich die Ticketpreise sollen im nächsten Jahr deutlich steigen. Ja, wer 2027 in den Urlaub fliegt, fliegt den teuren Ölpreis also mit.
00:11:50 · Daniel Eckert, S0
[00:11:50] S1: Ja, und keck, wie ich bin, schnapp ich mir jetzt schnell die Termine. Heute steht natürlich alles im Zeichen der Nachwahllese in Amerika. Da werden sich wohl einige die Wunden lecken von der einen oder anderen Partei. Aber dann gibt es trotzdem noch einige Makrotermine, auf die wir unseren Blick richten, darunter die Inflationszahlen aus der Eurozone. Da wird für Oktober ein Anstieg auf 3.9 oder sogar 4 Prozent erwartet. Im Vormonat waren es 3.8 Prozent. Die Kerninflation sollte allerdings bei 2.5 Prozent stabil bleiben, sollte sie. Ja, und aus den USA kommen noch weitere ADP Arbeitsmarktdaten und die Handelsbilanz für September. In Schweden wird die Riksbank vermutlich die Zinsen anheben und jetzt kommen noch ein paar Quartalsberichte, die wir heute erwarten, nämlich in Deutschland die von BMW, Fresenius, Fraport, Vonovia, Continental, Heidelberg, Materials, Citronic und anderen. Und in der Schweiz, da berichtet Barry Callebaut, in Dänemark kommen Zahlen von Novo. Ja, und dann gibt es noch aus den USA Zahlen, unter anderem von McDonald's, Uber, CVS Health, Amazon, Datadog, Qualcomm, McKesson, Mercado Libre und AppLovin. Ja und Evonik, die geben einen Investorentag und bei Unilever, da gibt es einen Capital Markets Day. [00:13:14] S0: Das Thema des Tages.
00:13:14 · S0, Lea Oetjen, Daniel Eckert
[00:13:14] S0: Das Thema des Tages. [00:13:16] S2: Wir müssen heute über ein Unternehmen sprechen, das hier in den vergangenen Monaten häufiger Thema war, Schaeffler. Der deutsche Automobilzulieferer mit Sitz in Herzogenaurach hat seinen Aktionären jetzt ein Jahr lang Roboter verkauft. Im Januar kostete die Aktie fast 12 Euro. Seit April 2025 hat sie sich damit nahezu verdreifacht. [00:13:34] S1: Tja, die haben ihr Roboter Geschichten verkauft, sagen wir mal so. Ja und das bei einem Konzern, der sein Geld eigentlich mit Kugellagern, Kupplung und Motor teilen verdient. Gestern ist die Geschichte dann aber doch in der Werkshalle gelandet. Schaeffler streicht in Europa weitere 3460 Stellen. 2260 davon in Deutschland und die Aktie verlor gut 5 Prozent. Vom Hoch ausgerechnet hat sie sich damit mehr als halbiert. [00:14:04] S2: Ja, 4 deutsche Standorte machen dicht. Die Werke in Dortmund und in Morbach im Hunsrück fertigen Teile für Verbrennungsmotoren. Dazu fallen die Entwicklungsstandorte in Berlin und Schwalbach bei Frankfurt weg. Zunächst kostet der Umbau rund 480000000 Euro. Ab 2030 soll er allerdings jedes Jahr 30000000 Euro sparen. [00:14:21] S1: Und es ist nicht das 1. Programm dieser Art. Schon im November 2024 hatte Schaeffler den Abbau von 4700 Stellen angekündigt. Rechnet man alle Programme zusammen, verschwindet nach Unternehmensangaben knapp jede 5. Stelle in Deutschland.