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00:05:12 · Lea Oetjen, Daniel Eckert
[00:05:12] S2: Und damit sind wir auch schon bei den Zahlen der gestrigen Indizes und die lauten wie folgt. Der Nasdaq einhundert legte 0.7 Prozent zu, der S und P 500 gewann 0.5 Prozent und man endete damit seine Verlustserie von 3 Tagen. Nur der Dow, der verlor 0.4 Prozent, weil Apple den Index Metusalem nach unten zog. [00:05:29] S1: So ist es. Getragen haben die Erholung die Chipwerte, die zuletzt ja kräftig unter die Räder geraten waren. Broadcom stieg mehr als 3 Prozent, NVIDIA und Micron legten jeweils gut 2 Prozent zu. Für eine Entwarnung reicht das jetzt noch nicht. Der Nasdaq einhundert, der liegt weiter rund 10 Prozent unter seinem Rekordhoch und der S und B 500, der stieg, obwohl die meisten seiner Unternehmen im Minus schlossen. Also diesmal war's umgekehrt. Ein paar Schwergewichte haben also den ganzen Markt nach oben gezogen. [00:06:00] S2: Ja, da ist sie wieder, die Ente, nur diesmal andersrum. Wie Zweifel an den KI Milliarden äußerte gestern auch 1, der mittendrin steckt, Apollo. Die finanziert nämlich die Milliarden, den Bau von Rechenzentren und will dabei künftig defensiver vorgehen. Apollo Präsident Jim Zelter sagte, die Nachfrage nach Rechenleistung und Chips bleibe stark. Was er aber nicht wisse, sei, wie sich Preise und Wirtschaftlichkeit entwickeln würden.
00:06:00 · Lea Oetjen, Daniel Eckert
[00:06:00] S2: Ja, da ist sie wieder, die Ente, nur diesmal andersrum. Wie Zweifel an den KI Milliarden äußerte gestern auch 1, der mittendrin steckt, Apollo. Die finanziert nämlich die Milliarden, den Bau von Rechenzentren und will dabei künftig defensiver vorgehen. Apollo Präsident Jim Zelter sagte, die Nachfrage nach Rechenleistung und Chips bleibe stark. Was er aber nicht wisse, sei, wie sich Preise und Wirtschaftlichkeit entwickeln würden. [00:06:22] S1: Und in diesem Satz steckt für euch als Anleger auch Kern ja ein Grund der aktuellen Nervosität. Das Geld für die Rechenzentren, das wird nämlich teurer. Die Rendite der zehnjährigen US Staatsanleihen, die stieg gestern auf 4.95 Prozent, nachdem die Zahl der offenen Stellen in den USA auf ein Viermonatshoch gestiegen war. [00:06:42] S2: Und wie viel Geld die KI verschlingt, zeigt Meta. Der Facebook Konzern hat sich gestern zum ersten Mal seit einem halben Jahr am Anleihenmarkt Geld besorgt nach Berichten, diesmal auch in Euro und die Nachfrage war solide. Vor einem Jahr hatte Meta 30000000000 Dollar eingesammelt, Ende April weitere 25000000000 und schon damals verlangten die Investoren dafür höhere Risikoaufschläge. [00:07:02] S1: Ein Konzern, der seine Investitionen jahrelang aus der eigenen Kasse, ja gerade so aus der Portokasse bezahlt hat, der finanziert seine Rechenzentren inzwischen zu einem guten Teil über Schulden. Für euch als Anleger lohnt deshalb der Blick auf die Anleihenmärkte. Dort zeigt sich oft früher als im Aktienkurs, wann das Vertrauen in die KI Milliarden nachlässt.
00:07:02 · Daniel Eckert, Lea Oetjen
[00:07:02] S1: Ein Konzern, der seine Investitionen jahrelang aus der eigenen Kasse, ja gerade so aus der Portokasse bezahlt hat, der finanziert seine Rechenzentren inzwischen zu einem guten Teil über Schulden. Für euch als Anleger lohnt deshalb der Blick auf die Anleihenmärkte. Dort zeigt sich oft früher als im Aktienkurs, wann das Vertrauen in die KI Milliarden nachlässt. [00:07:23] S2: Ja, und mitten in diese Stimmung hinein hat AMD gestern nach Börsenschluss seine Zahlen vorgelegt. Der Umsatz stieg im dritten Quartal 45 Prozent auf den Rekordwert von 13400000000 Dollar und der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 2 Dollar und 9 Cent klar über den erwarteten ein Dollar 95. Und auch der Ausblick aufs 4. Quartal übertraf nach den ersten Berichten die Schätzungen. Nachbörslich ging es mit dem AMD Kurs dann deutlich nach oben. [00:07:48] S1: Apple hatte ja am Montag die ersten Zahlen unter dem neuen Konzernchef John Ternus vorgelegt. Wir hatten in der gestrigen Folge ausführlich darüber berichtet. Der Umsatz stieg 12 Prozent auf gut einhundertvierzehn Milliarden Dollar und auch das iPhone lief besser als erwartet. Den Ausschlag an der Börse gab allerdings die Marge. [00:08:08] S2: Ja, die Arbeitsspeicher werden nämlich teurer, weil die KI Rechenzentren den Markt leer kaufen und Ternus rechnet mit steigenden Kosten bis in den Dezember und auch noch danach. Das trifft Apple natürlich im Weihnachtsgeschäft, also im wichtigsten Quartal des Jahres. Die Aktie verlor 2 Prozent und ja, was Apple an Marge verliert, landet zum Teil bei den Speicherherstellern wie Micron in der Kasse.
00:08:08 · Lea Oetjen, Daniel Eckert
[00:08:08] S2: Ja, die Arbeitsspeicher werden nämlich teurer, weil die KI Rechenzentren den Markt leer kaufen und Ternus rechnet mit steigenden Kosten bis in den Dezember und auch noch danach. Das trifft Apple natürlich im Weihnachtsgeschäft, also im wichtigsten Quartal des Jahres. Die Aktie verlor 2 Prozent und ja, was Apple an Marge verliert, landet zum Teil bei den Speicherherstellern wie Micron in der Kasse. [00:08:28] S1: Wie hoch die Messlatte für Wachstumsaktien liegt, das zeigt Shopify. Im August hatten wir Euch noch vom Kurssprung 25 Prozent erzählt, weil der Konzern mehr als 30 Prozent Wachstum in Aussicht gestellt hatte. Jetzt wuchs der Umsatz tatsächlich 32 Prozent auf 3740000000 Dollar. Den Analysten war das aber etwas zu wenig und weil Shopify die Erwartung zum ersten Mal seit 4 Jahren verfehlte, brach die Aktie zeitweise 17 Prozent ein. Wer eine so hoch bewertete Aktie kauft, der zahlt mitunter einen Aufpreis für Perfektion. [00:09:04] S2: Ja, das stimmt. Bei Disney, da geht's grad nicht Perfektion, da geht's ums Personal. Der Konzern bereitet nämlich nach Informationen von Bloomberg den Abbau von Tausenden Stellen vor und die Führungskräfte sollen bis zu 20 Prozent der jährlichen Kosten einsparen. Der Konzernchef hat den Aktionären für das laufende Quartal ein zweistelliges Wachstum beim bereinigten Gewinn je Aktie versprochen und das klassische Fernsehen liefert dafür immer weniger Geld.
00:09:04 · Lea Oetjen, Daniel Eckert
[00:09:04] S2: Ja, das stimmt. Bei Disney, da geht's grad nicht Perfektion, da geht's ums Personal. Der Konzern bereitet nämlich nach Informationen von Bloomberg den Abbau von Tausenden Stellen vor und die Führungskräfte sollen bis zu 20 Prozent der jährlichen Kosten einsparen. Der Konzernchef hat den Aktionären für das laufende Quartal ein zweistelliges Wachstum beim bereinigten Gewinn je Aktie versprochen und das klassische Fernsehen liefert dafür immer weniger Geld. [00:09:28] S1: Ein Teil der Ersparnisse soll gleich wieder in neue Filme und Serien, in Technik, Kreuzfahrtschiffe und Freizeitparks fließen. Disney beschäftigt weltweit 231000 Menschen. Das ist also richtig viel und auch Netflix, Paramount und Warner Brothers haben zuletzt Stellen gestrichen. [00:09:47] S2: Schauen wir noch mal nach Deutschland. In Frankfurt ist der DAX einmal mehr an der Marke von 26000 Punkten gescheitert und schloss 0.5 Prozent tiefer bei 25865 Punkten. Belastet hat der Nahe Osten, denn Donald Trump bestätigte schließlich, die neuen US Angriffe auf iranische Ziele. Am Ölmarkt setzte sich am Ende die Hoffnung auf Verhandlungen allerdings durch. Brent schloss gut ein Prozent tiefer bei einhundertdrei Dollar und 60 Cent. [00:10:10] S1: Den größten Bremsklotz im DAX lieferte SAP mit minus 1.8 Prozent, auch weil TeamViewer die ganze Software Branche mitriss und zwar nach unten. Der Fernwartungssoftware Spezialist stürzte 27 Prozent ab. Er rechnet in diesem Jahr nicht mehr mit Umsatzwachstum, weil Kunden ihre Verträge hinauszögern.
00:10:10 · Daniel Eckert, Lea Oetjen
[00:10:10] S1: Den größten Bremsklotz im DAX lieferte SAP mit minus 1.8 Prozent, auch weil TeamViewer die ganze Software Branche mitriss und zwar nach unten. Der Fernwartungssoftware Spezialist stürzte 27 Prozent ab. Er rechnet in diesem Jahr nicht mehr mit Umsatzwachstum, weil Kunden ihre Verträge hinauszögern. [00:10:32] S2: Bei Fresenius Medical Care hat zudem der neue Chef zum Einstand einmal die Erwartungen gesenkt. Er ist erst seit 3 Wochen im Amt und rechnet für dieses Jahr jetzt mit einem bereinigten operativen Ergebnis, das stagniert und da im mittleren einstelligen Bereich sinkt und er peilt die schwächere Hälfte dieser Spanne an. Im dritten Quartal fiel das Ergebnis 5 Prozent auf 545000000 Euro, auch weil der Dialysekonzern sein Chinageschäft umbaut und dafür einhundertacht Millionen Euro Kosten verbucht. [00:10:57] S1: In den USA ging die Zahl der Behandlungen aus eigener Kraft 1.1 Prozent zurück. Die Aktie fiel zunächst bis zu viereinhalb Prozent. Sie drehte dann aber ins Plus, weil die bereinigten Zahlen dann besser ausfielen als befürchtet. An der Börse kennt man das Muster, neue Chefs räumen gleich zu Beginn auf, dann gehen spätere Fortschritte auf ihr eigenes Konto.