Mannheim Investment Club (MIC) Podcast
00:18:38 · Florian Heinemann
[00:18:38] S1: Ja, also de facto war es so, wir hatten eben gesagt, wir würden gerne nach ein paar Jahren dann auch bei bei Rocket eben aufgrund der Thematik, die wir gerade angesprochen hatten, stärker gründergeführt Unternehmen, stärker technologisch produkteorientierte Unternehmen. Das wäre jetzt sicherlich etwas gewesen, was innerhalb von Rocket nicht so gut funktioniert hätte. Und dann haben wir im Prinzip gesagt, wenn wir die Chance haben, einen eigenen Fonds aufzusetzen, machen wir das. Das Problem bei einem eigenen Fonds ist eigentlich immer, Du brauchst ein Lead Investor. Du brauchst halt einen großen Geldgeber, ja eine Mindestmenge an EUMs, also Asset Undermanagement bereitzustellen. Sonst ist es halt sehr schwer. Und und die Anforderung war bei uns eben besonders hoch, weil wir diesen operativen Ansatz wollten. Das heißt, wir hatten nicht nur 3, Leute, sondern wir hatten halt, glaub ich, mit 38 Leuten gestartet, ne. So. Das heißt, wir brauchten relativ viel AOM, sinnvollerweise son Fonds aufzusetzen. Und dann hatten wir Otto, gab's ein Kontakt zum Rainer Hillebrand, der damals Vorstand war bei Otto und ist vor 2, 3 Jahren ausgeschieden. Aber der war im Prinzip für E-Commerce zuständig bei Otto. Die hatten davor in in ein Fonds namens E-Venture investiert, die hat jetzt heute Headline. Und hatten da deswegen auf... Das lief auch gut, das hat sehr gut funktioniert für die. Und deswegen hatten die Interesse, noch mal in einen frühphasigeren, experimentelleren Fonds quasi zu investieren. Ja. So, und und und da gab's gab's Kontakt zum Rainer Hillebrand und dann haben wir eben verschiedene Ansätze diskutiert. Und dann ist Otto zum Glück zu dem Schluss gekommen, zu sagen: Wir können uns vorstellen, hier 50000000 Euro als Investor für den ersten Fonds bereitzustellen. So, und eben getrieben durch den Reine Heinemann. Und dazu ist es dann auch gekommen. Also dann haben wir das verhandelt letztendlich. Das Problem bei war ja damals auch schon durch dieses operative Team waren wir so ein bisschen anders als ein normaler VC Fonds, ne? Das musstest Du auch erst mal verstehen. Da musste man sich auch als Investor erst mal drauf einlassen. Das hat Otto dann getan, mit uns dann gemeinsam dieses Modell entwickelt. Und dann kam so ein gutes Jahr später kam noch Axel Springer dazu als zweiter strategischer LP sozusagen, also die Medienfirma.
00:20:55 · Florian Heinemann, Marc Etienne Sellen
Die haben da noch mal 30 Jugend draufgepackt. Und so ist dann unser erster Vor entstanden, der 80000000 Euro hatte an EOM. Und dann kam im Prinzip der nächste Schritt, dass wir dann gut 3 Jahre später, nun musst du ja immer Vorgeneration nach Vorgeneration aufsetzen. Und häufig hast du ein Problem zwischen dieser Fonds eins- und Fonds 2 Generation. Weil in dem Moment, wenn Du jetzt deinen nächsten Fonds auflegen willst, ist häufig noch nicht so viel an Performance da. Mhm. Ne, weil 3 Jahre für ein Early Stage Fund ist einfach, das ist nicht lang, ne. So. Und dann haben wir aber zum Glück den European Investmentfonds überzeugen können, die dann auch wieder gemeinsam mit Springer und Otto gesagt haben: Wir können uns vorstellen, Ankerinvestoren des nächsten Fonds zu werden von euch. Und dann hatten wir Prinzip von den Dreien, also vom vom AIF, die haben gesagt, wir können uns vorstellen, bis zu 50 Prozent des Fonds zu machen und würden da bis zu 40000000 Euro zur Verfügung stellen. Das heißt, wir brauchten mindestens 40 von jemand anders. [00:21:56] S0: Ja.
00:21:57 · Florian Heinemann
[00:21:57] S1: Und dann haben Otto und Springer uns gemeinsam, ich glaub, 27000000 Euro zur Verfügung gestellt. Also das heißt, wir sind im Prinzip ins Fundraising für Fonds 2 mit fast 70000000 Euro gestartet. Und das war natürlich ein sensationeller Start, ne, weil Du, und das ist eigentlich immer wieder, Du hast ein echtes Henner Ei Problem, wenn Du ein Fonds auflegst. Wenn Du einmal ganz viel Geld hast, dann wollen Leute mehr mehr Geld drauf tun und ne, Du brauchst dann eben... Und Du brauchst halt sozusagen diese Ankerinvestoren, die halt dann an dich initial glauben, sagen, uns ist egal, ob da jetzt schon alle dran glauben, wir glauben auf jeden Fall. So, und wir hatten halt den Vorteil mit dem EIF und mit Otto und Springer, ne? Und das war eben auch ganz wichtig, dass Otto und Springer wieder mitmachen. Weil wenn die das nicht gemacht hätten, das wäre natürlich ein desaströses Signal gewesen die nächsten Investoren, ne? Weil wenn die Leute, mit denen Du jetzt 3, Jahre Ja. Zusammengehört hast, wenn die da nicht sagen, ich bin weiter mit dabei. Und das muss man wirklich sagen, sowohl von Otto als auch von Springer, einfach wahnsinnig cool in der Lage, die auch damals nicht so einfach war. Ja, noch sehr früh, ne, muss man auch sagen. Also von unserer Performance waren Ansätze erkennbar, aber nicht... Da konnte man kein abschließendes Urteil zutreffen. Da uns zu sagen, wir machen... Legen noch mal nach. Das war schon sehr mutig, aber das war im Prinzip dann eben unser Durchbruch und das hat uns dann eben auch in die Lage versetzt, eine Reihe von weiteren Corporates und und deutschen Familien damals zu gewinnen für Fonds 2. Das waren 140000000.
00:23:26 · Marc Etienne Sellen
[00:23:26] S0: Mhm.
00:23:26 · Florian Heinemann
[00:23:26] S1: Das war also hat dann wirklich gut funktioniert. Und und dann kam zweieinhalb Jahre später Fonds 3 mit 200000000. Und das war dann schon sozusagen der 1. Fonds, wo wir auch sogenannte institutionelle Investoren dabei hatten. Also nicht nur Family und Corporates, sondern eben auch verschiedene, ja, professionelle Money Allocator, ne, die dann eben das quasi hauptsächlich tun. Also nicht als Neben-, sondern die wirklich als Nebentätigkeit, sondern deren Hauptjob ist, Geld anzulegen von vermögenden Privatanlegern oder Pensionskassen oder irgendwas. So, und davon hatten wir dann eben einige. Und dieser Trend hat sich dann weiter fortgesetzt im nächsten Fonds. Da haben wir dann 350000000 eingesammelt. Und das war Ende 20 21, Mitte 20 22. Das waren so die beiden Closing Daten und aus dem Fonds investieren wir jetzt noch. Also wir sind jetzt sozusagen, man spricht dann vom Project A4, ne. Mhm. Das heißt also 4. Fondgeneration. Und genau, also das ist so, wie sich das entwickelt hat. Wir sind weiterhin Early Stage unterwegs in ganz Europa im Prinzip, haben Büro auch in London, wo eben auch Leute ausm Investment Team sitzen, Investor Relations Leute. Das heißt, wir haben jetzt auch mittlerweile professionelle Personen, die sich nur das Thema Investorenbetreuung und Akquise kümmern. Das haben wir eine Zeit lang auch einfach so nebenher gemacht, aber das geht ab' gewissen Größenordnung nicht mehr. Genau, aber so hat sich das entwickelt, ne. Aber letztendlich der der Anstoß, auch in eine gewisse Größenordnung vorzukommen, kam durch dies initiale Otto Investment.
00:25:10 · Marc Etienne Sellen
[00:25:10] S0: Könntest Du den Hörern vielleicht mal das operative Modell, was ihr betreibt, erklären?