00:34:26 · Jan Thomas
[00:34:26] S1: Das hatte ich gedacht, dass im Prinzip jetzt für euch das Thema Produktion ja wahrscheinlich so die nächste Dimension ist, weil jetzt haben wir hier der Konstantin von von BRABUS. Das ist ja eher eine, weiß ich nicht, eine Boutique oder eine Manufaktur. Das ist ja dann wirklich dann so Handfertigung letztendlich oder oder Einzelanfertigung bei euch. Ihr müsst ja irgendwie in eine Serie gehen und deswegen hab ich auch gedacht, son Elon Musk mit seinen ganzen Erfahrungen, also ich, wie gesagt, ich find den menschlich jetzt müssen wir das das Fass nicht aufmachen, aber er versteht ja was von dem, was ihr da grade vorhabt und welche Challenges ihr auch habt, oder?
00:34:53 · René Renger
[00:34:53] S4: Sicherlich, das wär auch son Grund, weshalb wir ihm das ganz gern mal zeigen würden, aber ein Stück weit haben wir's auch von langer Hand geplant, weil unser Fahrzeug ist, hat eigentlich eine von der Komplexität, also der Bauteilanzahl Bill of Materials näher an' E-Bike als an' Auto. Und wir haben ja son großen son sehr skulpturalen Rahmen und da normalerweise sieht son Motorrad so aus, so was son Stahlrahmen, der wird aus ganz vielen Teilen wird son son Rahmen zusammengeschweißt mit in ganz vielen Prozessschritten. Dann werden jede Menge Teile angebracht, so Motor, Tank, Elektronik und dann wird das Ganze noch mal mit Plastikteilen verkleidet. Bei uns ist genau andersrum. Wir haben ein einziges Bauteil in einem Prozessschritt und das ist die Außenhaut und der Rahmen zugleich und warum ist das, sieht nicht nur irgendwie saugeil aus, sondern sorgt auch dafür, dass Du das sehr viel schneller montieren kannst. Das heißt, perspektivisch sollen alle Produkte schon so aufgebaut sein, dass sie auch zum Skalieren gedacht sind, dass man sie sehr viel einfacher zusammenbauen kann und dafür nicht irgendwie Hunderte von Millionen in automatisierte Fertigungsstraßen reinstecken muss.
00:36:00 · Hannes Krieger
[00:36:00] S3: Aber auch hier musst du ja nicht dieselben Fehler erneut machen, die in der Vergangenheit zum Beispiel gemacht wurden oder du musst ja auch nicht die Learnings, die andere über Jahrzehnte aufgebaut haben, selbst aufbauen, sondern wir haben zum Beispiel, wir haben einen Co von Xiaomi, wir haben den Chief Engineer von Lucident hier mit reingenommen und das sind ja alles Menschen, die haben das schon mal erreicht. Eric Bach zum Beispiel, der hat 3 Fahrzeuge bei Tesla in den Markt gebracht und hat 11 Jahre lang Lucident entwickelt und die komplette Production Line und Supply Chain aufgebaut. Solche Erfahrungen, die leihen wir uns. Weil am Ende geht's darum, dass Du, Du musst erst, musst es erst mal schaffen, Produkt zu erfinden, das die Menschen lieben, dann musst Du es Accessible machen. Also Accessible heißt, Menschen müssen davon erfahren, da hilft zum Beispiel der Podcast oder auch Social Media mit viralen Instagram Posts oder Embessere dann, du musst es den Menschen zugänglich machen, dass sie es testen können. Es muss ja auch zugänglich sein als Produkt selbst und der 3. Schritt ist dann der Preis. Und damit Du genau das Accessible machst, musst Du auch in der Produktion günstiger werden. Darfst Du aber jetzt in unserem Fall der Premiumpositionierung nicht nicht verlieren und da haben wir, glauben wir, die richtige Expertise mit reingenommen, die uns dabei hilft, genau hier die richtigen Schritte zu gehen und wenn wir Kapital bekommen oder jetzt auch mit dem Kapital, das wir haben, dann die richtigen Maßnahmen zu setzen.
00:37:15 · Jan Thomas, René Renger
[00:37:15] S1: Was ist für euch so eine gute Stückzahl, die ihr anpeilt für so in 2 Jahren vielleicht? [00:37:19] S4: Ja, wir müssen jetzt Richtung vierstellig gehen. Also, das ist so der nächste Schritt. [00:37:23] S1: Gibt's denn vielleicht so abschließend noch mal, gibt's denn, wenn wenn ihr das so zurückguckt, ich mein, wie gesagt, ist ein langer Weg und ich find das total bewundernswert, wie weit ihr, also dass ihr durchgehalten habt und dass da jetzt quasi Finanzierungsrunde und Produkt stehen und scheinbar auch genauso fahren, wie ihr euch das gewünscht habt und so und diese tolle Resonanz. Gibt's denn Learnings und und weiß nicht, ja Fehler vielleicht auch, die ihr gemacht habt oder so, die ihr teilen wollt, wo ihr sagt, das also sind Dinge, die hätten wir gerne vorher gewusst oder die möchten wir zumindest anderen, die jetzt nicht auch ein 1 Bike bauen, aber vielleicht sagen wir mal ein Unternehmen aufbauen und immer wieder mal an son Moment kommen, wo es vielleicht auch mal hakt oder so. Gibt's da Dinge, die ihr teilen könnt?
00:37:57 · René Renger
[00:37:57] S4: Endlos wahrscheinlich. Also die die Anzahl an Fehlern, die die steigt natürlich mit der Zeit, mit der man sich mit irgendwas beschäftigt. Ich kann einfach mal losschießen, Hannes hat sicherlich auch gleich noch 1, 2 Sachen, aber eine Sache, die ich mitgeben kann, ist, dass man zu früh einen zu hohen Anspruch hat an einen Zwischenstand. Also was die Prototypen, die wir gebaut haben, als wohl wissend, dass das noch nicht das finale Produkt ist, waren viel zu gut, viel zu viel zu perfekt, viel zu sehr mit dem Anspruch, dass die auf allen Ebenen überzeugen, statt eigentlich erst mal den, sag mal, die den einen den einen Use Case oder das eine Feature wirklich mal abzuprüfen. Also da hab ich wahnsinnig viel Geld verbrannt und ich hab zu viel auf Experten gehört, die aber aus' völlig anderen Perspektive das beurteilt haben. Also ich hab, man muss sich eigentlich trauen, viel häufiger trauen, den Experten zu widersprechen, weil der konventionelle Weg einfach nicht funktioniert, wenn man was Neues machen will. Das hat mich sehr viel auch privates Geld gekostet. Hannes, ich,
00:39:02 · Hannes Krieger
[00:39:02] S3: ja, ich kann nicht, ich hab ein paar, ich hab mir gerade Gedanken gemacht. Also was sind so die größten Learnings? 1, das ist tatsächlich zu meinem Mantra geworden, Systematise de Coincidents and Networking and Force de Coincidents. Also ich werde ganz, ganz oft gefragt, wie kommt man an all diese Menschen ran? Wie kommt man an Netflix Schauspieler, an Xiaomi Co Founder, an Daniel Grieder von Uco Post et cetera ran? Und am Ende ist es genau das, Networking ist immer Zufall. Du weißt nie, bekommst du ein Intro, klappt das Intro, wenn du auf Konferenz gehst, triffst du den Menschen, kommst du an ihn ran, nimmt er sich in der Sekunde dann auch wirklich diese Zeit? Deswegen sage immer, systematize Coincidents, also weiß, wen du kennenlernen willst, weiß, wer du bist, analysiere auch deinen Markt, wo du sein musst, wo musst du mit dem Produkt stehen, wo musst du als Mensch präsent sein und dann force the Coincidents. Wenn du auf 1 Konferenz bist und du weißt, Naomi Kempel ist auf der Longabity Konferenz, dann steh genau da, wo sie rumläuft. Such sie, halte dich in ihrer Nähe auf, im Zweifel komm ins Gespräch mit ihrem Bodyguard, weil sie anzusprechen ist so ein Fanboy Moment. Aber im Gespräch mit dem Bodyguard zu sein und dann mit ihrem Blickkontakt zu bekommen und in ein natürliches Gespräch zu kommen, weil das ist dann wiederum das System. Du kannst dann jetzt so ein Fanboy Moment erzeugen, weil dann bekommst du Abfuhr. Aber wenn du in ein natürliches Gespräch kommst, dann begegnest du dir auf Augenhöhe, weil sie weiß ja gar nicht, wer du bist. Also dieses System ist extrem wichtig und diesen Zufall erzwingen. Meine Oma hat zu mir immer gesagt, mehr wie nein sagen können sie nicht. Was heißt das? Sprich jede Person an, frag sie. Schreib jeden auf LinkedIn an, also wir haben, ich glaube, ein Drittel unserer Shareholder über LinkedIn generiert, weil wir die einfach angeschrieben haben. Skotelatznik, CDO von Audi, das war gerade im Garten lief, hat mir auf LinkedIn geantwortet. Der Head of Innovation von Hugo Boss hat mir auf LinkedIn geantwortet und mich dann zum Hahnenkamm eingeladen. Dann versuche auch immer den Start up Way zu gehen. Wenn Du dir solche Executives reinholst, die aus Corporates kommen, die sind es gewohnt mit großen Teams zu arbeiten und mit viel Budget und dann kostet dich dein Weg auch sehr, sehr viel.