01:00:57 · Philipp Westermeyer, Florian Heinemann
[01:00:57] S0: Am Ende ist es vielleicht Gruppenhaftung, weil ganz E-Commerce ja komplett irgendwie einfach anders betrachtet wird von dem Waldplatz her. [01:01:04] S1: Ja, ja, also wahrscheinlich, ne, klar, das was wir an Übertreibungen hatten, wo Du teilweise 2, 3 Mal Umsatz hattest sozusagen für Geschäfte, die 3 Prozent Abit Marge gemacht haben. Aber ja, also wie gesagt, ich ich, ne, vielleicht ist auch der europäische Konsumskepsis oder so, aber ich wäre jetzt eigentlich bei Zalando, hätte ich eigentlich das Gefühl, dass die sehr viele Dinge richtig machen und und und an denen jetzt echt nicht mehr viel vorbeigeht in Europa, sondern die haben eine wirklich starke Marktposition. Gut, Du hast noch Asos in England, ne, aber das ist ja eigentlich der 1 und und boohoo, die aber Riesenprobleme haben, auch viel natürlich hausgemacht, aber ansonsten gibt's ja eigentlich nicht viel, ne? Sozusagen klar, Du hast bei Otto hast Du sehr hast Du selbst noch ein Modeverkauf natürlich und diverse Brands, die unter Otto hängen, also in der Otto Gruppe, aber sozusagen von den von den Modeplayern sind sie ja mit Abstand der Größte. Also insofern ich [01:01:58] S0: Die schaffen es zum Beispiel nur Shopify. Mhm. Die schaffen es sich, diesem E-Commerce Downgrade oder dieser Gruppennegativbetrachtung zu entziehen. [01:02:05] S1: Ja. Ja, also ich glaub, sonst hast Du natürlich schon relativ viele Infrastruktur Player auch in dem Bereich, die auch mit gelitten haben. [01:02:10] S0: Ich hab auch hier der Kollege Alex Graf mit Spryker auch nicht einfach wahrscheinlich.
01:02:13 · Florian Heinemann
[01:02:13] S1: Auch nicht einfach, klar. Also die halten sich umsatzseitig gut und und so weiter. Aber klar, ne, es sind schon so, dass jetzt Investments in dem Bereich von von Händlern und Spielern in dem Bereich, da ist grade aufgrund der aktuellen Krise auch die letzten Jahre schon hast Du einfach eine gewisse Zurückhaltung, ne. Also tun sich eine Reihe von V-Techs und auch die börsennotierten tun sich schwer. Shopify ist auf jeden Fall eine Ausnahme, ne, weil die sich natürlich echt schlau positioniert haben, sozusagen ja gestartet sind als als Player für so die ganz ganzen kleinen und und mittleren und Influencer Shops und so weiter, aber dann mit mit Shopify Enterprise es eigentlich geschafft haben, auch eine sehr, sehr, sehr ernsthafte Alternative für auch für große Player zu sein, mit dem App Marketplace es geschafft haben, ein eigenes Ökosystem da zu errichten, was auch noch mal eine wirklich gute, ja, also sozusagen einen relativ guten Mode bildet, ne. Und die Zahlen sind gigantisch. Also Du merkst natürlich schon, weil E-Commerce an sich ist ja als Trend nicht nicht tot. Klar, hast son bisschen diesen Corona Spike gehabt, aber an sich, dass Du weiterhin mehr Richtung Onlinehandel hast. Und ich glaub auch AI, ne, also ich glaub auch Agentic Commerce wird noch mal ein wesentlicher Treiber sein für eine weiteren Offline Onlineshift, ne, weil natürlich auch die komplexeren Kaufentscheidungen, die ja aktuell häufig noch im im im Retail stattfinden, beratungsintensive Kaufentscheidungen, Saugroboter, Waschmaschinen oder sonst irgendwas. Das kannst Du natürlich jetzt auch über über AI basierte Agenticommerce basierte Beratungsansätze wahrscheinlich das auch noch mal weiter in diese Richtung pushen und die These ist vermutlich und die halte ich auch für für zutreffend, dass Shopify davon sehr wahrscheinlich auch noch mal profitieren wird. So und die Zahlen sind halt einfach gut. Also ich glaube, deswegen wäre jetzt auch meine These, E-Commerce an sich ist wahrscheinlich ein bisschen zu unrecht dort, wo es jetzt steht, ne. Also gerade so sehr gut aufgestellte Player wie Zalando und Shopify schafft es im Prinzip so durch diese durch diese sehr geschickte Positionierung und sehr gute Entscheidungen, die sie getroffen haben, sich da so ein Stück weit rauszuziehen.
01:04:19 · Florian Heinemann, Philipp Westermeyer
Aber meine These wäre schon, dass dass sich der Bereich auch ein Stück weit wieder erholen wird, muss man sagen. [01:04:25] S0: Was erwartest Du sonst noch so fürs nächste Jahr? [01:04:27] S1: Ja, also es ist ist, glaube ich, ist, ich glaube, die große Frage ist ja, ne, was ist mit AI und und bleibt NVIDIA auf diesen diesen Bewertungshöhen und so weiter? Wie wie wird sich das entwickeln? Wer gewinnt, ne? Also kann Gemini sozusagen das, wie's jetzt grade aussieht, sich jetzt wirklich sozusagen durchsetzen gegen den Open AI und so weiter? Insofern, das das wird sicherlich so ein 1 Thema sein. Ich glaub, eine große Frage wird auch sein, wie wie geht's mit diesem ganzen Defence Bereich weiter? Also kommt's zu' Frieden in der Ukraine? [01:04:58] S0: Was ja für euch nicht so [01:04:59] S1: gut wär eigentlich, ne? Doch, also natürlich wär's gut. [01:05:01] S0: Also Ich hab gesehen, bei Rheinmetall war's ja so, sind ja börsennotiert. Als da vor Kurzem mal die Rede war von' nem Friedensschluss in der Ukraine und das da ein bisschen konkreter aussah, ist der Börsenkurs direkt oder gar?
01:05:01 · Philipp Westermeyer, Florian Heinemann
[01:05:01] S0: Also Ich hab gesehen, bei Rheinmetall war's ja so, sind ja börsennotiert. Als da vor Kurzem mal die Rede war von' nem Friedensschluss in der Ukraine und das da ein bisschen konkreter aussah, ist der Börsenkurs direkt oder gar? [01:05:11] S1: Ja, also ja, also klar, das ist das wird sicherlich schon dann erst mal für son bisschen, erst mal wär's natürlich sensationell, wenn wenn's da zu' halbwegs sozusagen gesichtswahrenden Friedensschluss irgendwie kommt, wo die Ukrainer nicht unter unter die Räder kommen. Das wär natürlich erst mal sehr wünschenswert. Und und ich glaube, unabhängig davon, ja, jetzt wird vielleicht son bisschen Luft aus dem Rheinmetall Aktienkurs rausgelassen, aber ich glaube, dass an sich hoffentlich die Erkenntnis da ist und da geht's nur am Rande diesen ganzen Defense Bereich, also es geht auch Defense, aber dass wir stärker in European Resilience investieren müssen, egal für was, ne. Also egal ob's jetzt, wie kommen wir an seltene Erden, was machen wir mit der Energiebeschaffung, was ist sozusagen auch AI Souveränität, die wir brauchen? Also was sind strategische Industrien, wo wir in Europa Player Ich glaub, die sind am [01:06:04] S0: nächsten Jahr vorankommen?
01:06:05 · Florian Heinemann
[01:06:05] S1: Ja, ja. Also Isar Aerospace, ne. Also die, ich ich hoffe ich hoffe schon, ne. Also weil ich glaub, wenn jetzt die Erkenntnis nicht gereift ist, dass wir da, wir brauchen ein eigenes Starlink, wir brauchen eigene Launch Capabilities, wir, ne, also wir brauchen so viele Dinge und es liegt ja nicht dran, dass wir sozusagen jetzt zu doof werden. Also wir haben ja so viel europäische europäisches Talent und ich hoffe nur, dass es irgend, also das, was ich vermisse und das ist natürlich schon unglücklich, ne. Also jetzt ehrlicherweise auch bei' Katharina Reiche, da geht's immer Energiekosten, das ist auch total wichtig, ne. Aber wir brauchen ja im Prinzip eine industriepolitische Vision für Europa, wo Du sagst, was sind denn die strategischen Bereiche, wo wir gut sein wollen? Und da geht's gar nicht darum, das staatlich zu verordnen, aber zu sagen, wir werden ja Cluster brauchen im Space Bereich, im Energiebereich. Und und die Frage ist natürlich, was ist die Geschäftsmodelle der Zukunft, wo wir in Europa zukünftig wohlstandsfähig sein werden? Weil, sag mal, unsere bestehenden Geschäftsmodelle sozusagen, auf denen der deutsche Wohlstand nach dem Zweiten Weltkrieg basierte, Maschinenbau, Chemie, Automobil, da ist zumindest ja mal ein Stück weit unklar, ne, wie wie sozusagen da die Entwicklung sein wird. Und die Wahrscheinlichkeit, dass das dass das nicht positiv sein wird, ist ja ist ja durchaus gegeben. Und die Frage ist natürlich schon, was ist der nächste Wachstumsmotor für Europa, ne? Weil diese ganzen Resilience Investments, die wir die wir benötigen werden, die muss ja irgendwer bezahlen, ne? So und mal abgesehen von der von der Rentenlücke, da das ist ja das nächste Problem. Also insofern, wir werden und und da ist natürlich schon meine Hoffnung, dass da zu irgendeiner Art von auch europäischem Schulterschluss kommt und sagen, das sind die Bereiche, da müssen wir was tun.
01:07:46 · Philipp Westermeyer, Florian Heinemann
[01:07:46] S0: Wie wie können das denn sein? [01:07:47] S1: Ja, also wie gesagt, ne, das, was wir grad schon hatten, Energie brauchen wir eine Lösung, ne? Und und bis Marvel Fusion funktioniert und so weiter, das wird ja noch ein bisschen, wird es ja noch ein bisschen brauchen. Das heißt, die Frage ist schon, wie das Energieerzeugungskonzept der Zukunft aussieht, was eben günstige Stromkosten generiert oder ermöglicht. Das brauchst Du für AI, das brauchst Du für produzierende Industrie. Wir werden im Space Bereich, also die Launcher Capabilities von Isar und und Exploration Company und sonst irgendwas, da da werden wir was brauchen, weil wie gesagt, wir werden, es ist glaube ich alternativlos als europäischer Kontinent, wenn man wirklich unabhängig sein will, eine Art Starlink Konstruktion in eigener Regie oder von europäischen Firmen getrieben zu haben. Also das ganze Thema Cloud Infrastruktur ist schon die Frage. Ja, werden wir jetzt komplett auf irgendwelche amerikanischen Cloud Player verzichten können? Wahrscheinlich nicht, aber Glaubst [01:08:40] S0: Du, Du die Schwarz Gruppe da machen?