OMR Podcast
00:35:52 · Florian Heinemann
[00:35:52] S1: Ich hab mit ein paar Leuten Kontakt sozusagen aus dem Lidl Universum, ja, so. Und gibt ja so Leute, sagen, ja, ist alles klein und wird nicht mithalten können und so. Aber ich denke mal, also ich finde es, ich will nicht sagen, ist alternativlos, aber ich finde es gut, dass sozusagen Menschen oder sozusagen Firmen aus Europa oder Organisationen aus Europa, die ja diese Firepower haben, dann eben auch so groß denken, ne? Machen die sicherlich, dann machen die alles richtig und ist jetzt jede Komponente da zukunftsträchtig? Wahrscheinlich nicht. Aber ich finde sozusagen die Größenordnung, in denen da gedacht wird, auch was sozusagen das Zusammenbringen von sozusagen Forschungseinrichtungen da am am Standort Heilbronn, kann man sich halt streiten, ob ob man das nicht vielleicht irgendwo woanders machen müsste als in Heilbronn. Aber ich sozusagen die Größenordnung, in denen da gedacht wird und und die Mittel, die da eingesetzt werden, das ist ist super und und ich denke auch, dass da was Vernünftiges bei rauskommen wird, ne. Also ich und aus meiner Sicht ist es alternativlos. Also grade, wenn wir sozusagen diesen diesen Weg European Resilience, das ist ja nicht nur Defence, das ist wir brauchen ja in jedem Bereich eigentlich leistungsfähige Technologien. Wir brauchen ein eigenes Starlink, wir brauchen, ne, also wo man sich dann letztendlich auch wird drauf verlassen können. Also insofern und und ich finde, da gibt's eine Person mit Herrn Herrn Schwarz, der das eben jetzt vorantreibt oder es finanziert, dass das vorangetrieben wird. Und das sollten aus meiner Sicht noch deutlich mehr europäische sozusagen Familien oder eben Firmen machen, die in der Lage sind, in den Größenordnungen zu denken und zu handeln. Ich find es gut, wenn's wenn wenn das Nachahmer finden würde und und wahrscheinlich auch, wenn sich mehr von denen zusammentun würden, solche Projekte voranzutreiben. Weil ich glaube letztendlich, wenn man das ernst nimmt, worüber wir auch grad schon gesprochen haben oder was wir grade in der Welt beobachten können, dass wir mehr europäische Lösungen brauchen, dann dann geht's wahrscheinlich nur so, ne. Also zumindest vom grundsätzlichen Ansatz, ja.
00:37:46 · Philipp Westermeyer
[00:37:46] S0: Im OMR Podcast spreche ich ja bekanntlich jede Woche mit Menschen, die ganz offensichtlich etwas bewegen möchten. Und alle von denen treffen Entscheidungen, gehen Risiken ein und treiben ihr Business häufig mit sehr, sehr viel Herzblut voran. Und natürlich passieren dabei auch mal Fehler. Die entscheidende Frage ist deshalb gar nicht, wie man jedes Risiko vermeidet, sondern ob man einen Partner an seiner Seite hat, der das eigene Business wirklich versteht. Und genau dafür gibt's die Businessversicherung von unserem Partner Hiscox. Hiscox ist seit neunzehnhunderteins als Spezialversicherer tätig. Entsprechend haben die extrem viel Expertise und die fließt heute in moderne Businessversicherungen für Unternehmen, für Gründer oder für Freelancer. Bei Hiscox arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Branchen, die die jeweils individuellen Risiken sehr genau verstehen und deswegen auch gut herleiten können, worauf es bei eurem Geschäft ganz genau ankommt. Sollte euch mal ein Kunde einen Fehler vorwerfen, steht Hiscox an eurer Seite, verteidigt eure Interessen und begleitet euch im Zweifel auch vor Gericht. Ohne Mehrkosten, also quasi die Rechtsschutzversicherung ist schon inklusive. Also kein Wunder, dass der Schadensservice mit 4.7 von 5 Punkten bewertet wird. Mit der Hiscox Businessversicherung kann man sich also rein auf sein eigenes Wachstum konzentrieren. Alle Infos und online abschließen kann man unter Hiscox Punkt d e Slash OMR, natürlich auch unter dem Link bei uns in den Shownotes. Obwohl jetzt in den letzten Wochen auch europäische, deutsche Firmen, DAX, Rekorde brechen und also Börsen eigentlich laufen, hat man das Gefühl, in den in den private Markets, also bei euch, es fehlen die Exits. Also es ist, die großen Firmen, die könnten kaufen, die haben alle jetzt Firmenbewertungen, die sie einsetzen können, Anteile, die sie irgendwie zu Geld machen können, die sie tauschen können. Also an den Aktienmärkten floriert eigentlich sogar die Wirtschaft. Aber das, was euch ja wirklich entscheidend wichtig sein muss, halt die Verkäufe eurer Portfoliafirmen, da hört man wenig. Warum ist das so?
00:39:50 · Florian Heinemann
[00:39:50] S1: Ja, also ich glaub, Du hast immer noch mehrere Gründe, ne. Ich glaub, Du hast immer noch eine gewisses Mismatch an Erwartungen von Leuten, die halt grade 20 20, 20 21, 20 19 investiert haben und immer noch hoffen, dass ihre Firmen sozusagen wieder zu diesen Bewertungen zurückkehren, die da bezahlt wurden, ne, so. Und das ist sicherlich ein 1 Thema. Klar, Du hast ein anderes Zinsumfeld und klar, Du hast eben grade immer noch eine gewisse Zurückhaltung, grade in Europa. Aber auch in USA ist ja der sozusagen IPO Markt, ist ja jetzt nicht so, dass da jetzt jede Woche 3 Firmen an die Börse gehen, ne. Wenn Du dir die Pipeline anguckst, die wir die die da vorherrscht, was eigentlich alles an die Börse gehen müsste und und will, da haben wir ja für wahrscheinlich 3, 4 Jahre Stau erst mal. So, und das muss sich muss sich auflösen. Und eine Komponente dabei ist eben wirklich dieses dieses dieser Erwartungs Mismatch, also dass dann dass man den auflöst, dass also Leute, die dann vielleicht auf 20 21 da eingestiegen sind und und gehofft haben, die Firma ist zwanzigmal RA Wert oder 30, dass sie jetzt eben sagen, okay, ist jetzt eben achtmal, ne. Und das wird wahrscheinlich auch so erst erst mal bleiben. Und das ist eben ist ist in Ordnung und es ist trotzdem Liquidität hat auch ein Wert. Das heißt, ich ich schiebe das jetzt trotzdem an die Börse und und bin bereit, das eben zu akzeptieren. Und was man schon sieht, dass die Private Equity Aktivität, die ja auch ein gewisser Treiber ist, dass das schon wieder leicht zugenommen hat. Aber klar, es ist alles auch sehr stark 1 1 1 mentale, aber letztendlich eine
00:41:26 · Philipp Westermeyer, Florian Heinemann
[00:41:26] S0: Psychologische. [00:41:27] S1: Eine psychologische Thematik, ne. Ich glaub, wenn jetzt klar ist, wie's in der Ukraine weitergeht, wenn jetzt klar ist, auf welchem Weg sich Europa bewegen wird, da hängt da hängt sicherlich ein Teil 1 Bundesregierung, aber nicht nur. Ich glaub, es für solche Themen, man braucht einfach Stabilität und man braucht Berechenbarkeit und Klarheit und die hatten wir halt einfach in den letzten 2, 3 Jahren nicht auf der auf der Makro- und auf der politischen Ebene. Ich denke, in dem Moment, wenn sich das wieder dreht und natürlich hoffentlich es positive Zukunftsprognosen gibt, deswegen ist es, glaube ich, auch jetzt so wichtig, sozusagen egal, zu welchen Einigungen es jetzt kommt, dass grade man auf europäischer Ebene versucht, stärker sozusagen zukunftsgerichtet zu agieren und und wachstumsorientiert zu agieren. Und ich hoffe, wenn das gelingt, dass die Überzeugung im Markt sich in diese Richtung ein Stück weit stärker dreht und ich glaub, die Wahrscheinlichkeit dafür ist da, aber es gibt natürlich immer noch wahnsinnig viele Unsicherheitsaspekte und und und in dem Moment, wenn Du zu hohe Unsicherheit hast, da passiert dann nicht viel, ne. Und und das ist genau das, was wir die letzten 3, 4 Jahre gesehen haben. Und ich glaub, solange sich das nicht auflöst, das ist nicht unbedingt operativ für die Firmen schlecht, ne. Ich mein, wenn die wenn Du eine gute operative Firma hast, die vernünftig funktioniert, dann kannst Du auch eine gewisse Dauer eben überbrücken. Aber klar, also das ist jetzt schon eine sehr lange Durststrecke.
00:42:49 · Philipp Westermeyer, Florian Heinemann
[00:42:49] S0: Ich hab überrascht jetzt zum Beispiel bei, grad also ich glaub ja, vorgestern kam die Nachricht raus, Motel One wär ja auch eine mega börsentüte Firma eigentlich gewesen. Auch die sind jetzt erst mal den Weg gegangen über Product Equity. Also es ist scheint man, man scheint die Börse irgendwie, obwohl sie so gut läuft, irgendwie meiden zu wollen oder die Firmen trauen sich nicht ran. Meine, Motel One hätte ja alles gehabt, also wenn man sich die Zahlen, ich hatte den Herrn Müller auch mal hier im Podcast und dachte mir, okay, das wird 1 Tages ein großes Ding werden, jetzt reden wir über mehrere Milliarden Bewertungen, die im Raum stehen, aber oder auch Flixbus, anderes Beispiel. Also ähnlich, da dachte man auch immer, hat, Du hast ja gerade auch schon erwähnt, eine tolle Firma, die jetzt demnächst an die Börse gehen wird und das könnte dann son bisschen son auch son son son son son, ja, sag mal, ein Durchbruch sein, son Dosenöffner. Ja. Aber dann gehen die auch, dann lassen die sich sozusagen von' Konsortium von Herrn Kühne und so eher eher kaufen. [00:43:37] S1: Na gut, die sind ja, das war ja nur sozusagen, glaube ich, ein Drittel, dass eben die Frühphaseninvestoren raus sind. Ich glaube, der Weg an die Börse ist ja immer noch das Ziel, dann auch den Exit wiederum für EQT und dann vielleicht auch für Herrn Kühne, wobei der wahrscheinlich dann auch dauerhaft dabei bleiben würde. Aber die EQT muss ja irgendwann wieder raus. Das heißt, der Börsengang ist ja ja nur verschoben. [00:43:53] S0: Ja, ist ja auch ein Projekt, der irgendwann raus muss, ne?
00:43:55 · Florian Heinemann
[00:43:55] S1: Ja, aber ich glaub, ein Thema ist natürlich schon auch und das ist, glaub ich, ein strukturelleres Problem und das ist 1 der Themen, die wir auf jeden Fall ändern müssen. Wir haben halt keine Technologie keinen besonders starken technologieronierten Kapitalmarkt hier in Europa. Das ist eben schon so, ne, dass Firmen, die sozusagen ein gewisses Technologiekomponente in ihrem Geschäftsmodell haben, dass die halt schon das Gefühl haben, hier nicht fair beurteilt oder bewertet zu sein, ne. So und ich glaub, ne, wir werden wir werden es nicht schaffen, mehr Firmen hier an die Börse zu kriegen, insbesondere ausm Technologiebereich, wenn nicht das Gefühl stärker entsteht, ne. Letztendlich, es gibt mehr Investoren hier in Europa, die in der Lage sind, Softwaremodelle zu beurteilen, da auch eine vernünftige Bewertung dranzuschreiben, wo dann auch Investoren sagen, die da frühphase investieren, das macht für mich macht für mich Sinn. Und ich glaub, das ist den europäischen Börsen nicht gelungen, ne, sicherlich auch in letzten Jahren. Sicherlich auch, weil's eben zu kleinteilig ist. Du hast so Erfolgsbeispiele wie Adyen oder so, die ja, glaub ich, in Holland auch primär gelistet sind. Das das geht schon, aber es sind natürlich nicht Dutzende von Firmen wie in den USA und hast Du zu wenige Analysten, die sich die Firmen angucken. Du hast zu wenige Investoren, die darauf spezialisiert sind. Und das wird nur gehen, indem wir sicherlich die die Aktivität, die wir in Europa haben, stärker auch konsolidieren, ne. Und das ist auch meine Hoffnung, dass eben sozusagen das, was wir jetzt grade sehen in den USA, dass das eben die Europäer dazu treibt zu sagen, okay, es bringt halt nix, wenn wir in Frankreich, in Paris, in in in Amsterdam und dann noch in London irgendwie Börsenplätze unterhalten, die alle unterkritisch sind, was Technologie angeht, sondern wir müssen ein Weg finden, hier zusammenzuarbeiten. Und ich hoffe sozusagen, dass jetzt die Ereignisse der letzten 6 Wochen noch mal dazu beitragen, vielleicht ja die Ressentiments eben zu überwinden, ja. Weil ich glaube, das ist schon ein wesentliches Element. Und da kommt noch mal dazu an der Börse natürlich, das sagen ja auch viele, siehst Du auch bei Springer, die gehen dann eben auch private, weil sie sagen, letztendlich ist uns die Börse zu kompliziert. Wir machen das eben lieber mit' mit' KKR.