digital kompakt
00:48:57 · Joël Kaczmarek
[00:48:57] S3: Also zum einen ist es so, auch wieder Kombieger lustigerweise hat man zu mir gesagt, Joël, Erfolg kittet alle Probleme zu. Ja, und in meinem Fall würde das heißen, Reichweite kittet alle Probleme zu. Das heißt, wenn Du einen Podcast hast, der 1000000 Mal im Monat gehört wirst, dann gehen viel mehr Türen auf, was Werbevermarktung angeht oder solche Produkte, als wie das jetzt bei uns gleich mit diesem superspitzen Thema ist. Deswegen sage ich, war unser Fehler, dass wir zu spitz waren. Also wir waren zu bibliothekenhaft, zu nischig, was mir immer gar nicht so bewusst war. Ich dachte, ach, so als Handwerk, was ich brauche als Unternehmen, das muss doch jeder mögen, nee, ist nicht, ist viel zu spitz. Was haben wir versucht? Wir haben zum Beispiel, ich hab ein Freund, Gunnar, der macht ein Gaming Podcast, der heißt stay forever und der verdient sein Geld alleine nur über solche Plattformen wie Steady oder Patreon. Das heißt, die können Hörer deines Podcastes und die Hörerinnen natürlich genauso Geld dafür geben, dass Du ihnen extra Inhalte gibst. So und das haben wir für uns auch mal ausprobiert, weil ich dachte, ach krass, guck mal, der macht hier irgendwie 20000 Euro im Monat damit, hau nice. Und hat bei uns halt überhaupt nicht funktioniert, weil zum einen war es so, es muss so wachsen. Du kannst auch nicht alles auf einmal machen. Gunnar hat mal so schön zu mir gesagt, Du, wir hatten irgendwie 10 Podcasts, die schon versucht haben, zu klonen. Die sind alle krachend gescheitert, weil wir haben das sequenziell gemacht. Wir haben eine Sache gemacht, wenn die funktioniert hat, haben wir die nächste dazugenommen und wenn die funktioniert, haben wir sie beibehalten und dann die nächste gemacht. So. Und bei dem funktioniert das wunderbar. Der macht halt Zusatzfolgen, wo die Leute für blechen und einmal im Jahr kriegen die eine handgeschriebene Geburtstagskarte und dann überweisen die eben die Kohle dafür. So, bei uns war es so, ich kriegte dann mal Feedback. Wir haben einfach die letzten 20 Minuten, da haben gesagt, komm, machen's einfach. Die letzten 20 Minuten wegschneiden und dann sagen wir, wenn Du das noch mehr hören willst, dann geht's zu Patreon. Die Leute haben gar nicht verstanden, was kriege ich denn da? Was ist denn was ist denn in den 20 Minuten drin?
00:50:29 · Joël Kaczmarek, Florian Heinemann
Erzählst Du da, wie Du nackt Lambala getanzt hast oder kommt da noch ein wertvoller Investoren Input? So eine Geschichte. Und dann habe ich irgendwann, also mir war sehr früh klar, mein meine Vision war immer, ich will Community Owner sein und denen dann verkaufen. Das heißt, der Podcast war für mich eigentlich ein Mittel zum Zweck. Deswegen hab ich eine Bibliothek gebaut, in der Logik, dass ich ganz viel Angebot hab und darauf dann Services baue. Also hab ich dann irgendwann mich hingesetzt und gesagt, pass mal auf, dann machen wir doch jetzt mal ein Businessclub draus. Das wär doch das Logischste, dass wir halt hingehen und kriegen sone Monthly Membership, weil mir ging das auch irgendwann aufn Sack ehrlich gesagt, immer die Podcastwerbung verkaufen zu müssen. Jedes Mal wieder jemand hinterher denken und na hallo, darf ich jetzt bitte mal hier über dein Saas Tool? [00:51:04] S1: Das machst ja auch Du, ne. Also Du bist sozusagen auch der oberste Vertriebler. Du bist nicht nur sozusagen Chefredakteur, sondern auch oberster Podcastverkäufer.
00:51:10 · Joël Kaczmarek
[00:51:10] S3: Ich werd der Rolle grade sehr wenig gerecht. Momentan machen wir nur Inbound Nachfrage beantworten. Ansonsten haben wir schon Podcast als Vermarktung, also der Podcastarm von OMR, die herzlich gegrüßt sind, die uns natürlich da mit toller, toller Arbeit unterstützen. Aber ansonsten mache ich auch vieles direkt, das stimmt schon. So und es ist halt aber ein Geschäft, wo Du natürlich immer im Vertrieb bist, muss immer wieder den nächsten Partner rein und den nächsten Sponsor und und und. Und dann hab ich halt gesagt, okay, mach doch ein Club Gedanken. So und das funktionierte halt dahingehend nicht. Das habe ich hart gelernt. Es gibt ja diese schöne Analyse der Value Proposition. Wem löse ich welches Problem durch was? So und ich hatte das durch was, da waren wir richtig gut. Also die Formate, die bei uns, die waren richtig, richtig gut. Wir haben halt eine Onlineumgebung, da hatten wir Sessions drin. Wir hatten bestimmte Formate, wo wir Wissen bei den Leuten abgebaut haben und den Leuten dann gezeigt haben. Wir hatten irgendwie Live Treffen, da sind die Leute rausgeschwebt. Das hat alles supergut funktioniert. Wir haben immer einen Fehler gemacht. Wir haben vorne nicht klar genug runtergebrochen, für wen machen wir das eigentlich? Wem löse ich welches Produkt? Wir haben allen Leuten alle Probleme lösen wollen durch unsere Methodik und damit war das Ganze in Schieflage. Und ich hab halt festgestellt, dass die Leute sone Online Fatigue hatten. Das heißt, wenn die live Treffen da waren, sind die hier abgegangen. Und es war auch wirklich cool, ehrlich gesagt. Wir haben ja damals, deine Frau war auch da, Gero, mit euren Kindern. Wir haben irgendwie gesagt, hier komm, bring deinen Mann oder deine Frau mit, bring deine Kinder mit. Da musst Du keine Nanni einstellen, sondern dann kannst Du hier das voll genießen, weißt, die Kinder sind versorgt. Wir haben 3 Erzieher da. Setz dich rein, mach ein mach ein Cop an und den die Sorgen aus. Haben die Leute Power netzwerken lassen mit so Speed Networking. Wir haben irgendwie Impulsvorträge gehabt, wo die Leute dann interaktiv mitm Publikum gearbeitet haben. Also es war richtig, richtig gut. Aber das war halt total schwer mit' relativ kleinen Besatzung und wenn Du die ganze Zeit diesen Onlinekladeradatsch mitziehst, aufrecht zu erhalten. So.
00:52:48 · Joël Kaczmarek, S2
Trotzdem glaube ich da nach wie vor dran und deswegen werde ich das jetzt auch wiederbeleben. Also wenn wir diese ganze Umstellung machen mit Montag, Mittwoch, Freitag eine Folge, wird der Businessclub bei uns wieder der Funnel sein, aber wir ziehen ihn jetzt ganz, ganz anders auf, viel niedrigschwelliger. Und ja, ich glaub, das wird ganz gut. Aber man muss halt das klar haben, jetzt hab ich jetzt klar, jetzt hab ich verstanden, für wen mach ich das? Und dann kommt auch klarer, welches Problem löse ich den Leuten? [00:53:10] S2: Wie funktioniert denn sone sone Community? Brauche ich wie viel gemeinsame Identität oder gemeinsame Denkweise? Was brauch ich eigentlich, sone sone Community richtig richtig an den Start zu bringen?
00:53:23 · Joël Kaczmarek
[00:53:23] S3: Normalerweise würde man ja mal sagen, das müssen möglichst gleichgeschaltete Leute sein, also nur die Marketing Dudes oder nur die Operation Ladys oder nur die Geschäftsführer oder nur Gründer oder oder oder. Bei uns kam lustigerweise das Feedback, dass die Leute sich total gefreut haben, dass wir sehr heterogen waren, dass ich also gerade mal andere Perspektiven habe, dass dann da meinetwegen ein Marketing Kerl saß, der eine IT Dame gesagt hat, so guck mal, dein Thema mit dem und dem, da kann ich dir helfen, das würde ich so und so lösen. How about it. So, von daher gibt's da wahrscheinlich nicht die eine Wahrheit. Ich glaub, Du brauchst halt einen Ort. Und wir haben zum Beispiel festgestellt, dass unsere Online Community von vielen nicht gesehen wurde. Also ich hab relativ schnell gemerkt, es gibt so 5 Orte, an denen die Leute sich aufhalten. Das ist das Mailfach, das ist WhatsApp, das ist der Kalender, das ist Slack und das ist LinkedIn. So, im Businessbereich sind das die 5 Orte und wenn Du da nicht stattfindest so, wird's schon sehr schwer, aufs Radar zu kommen. Das heißt, wir haben halt irgendwann angefangen, eine Whatsapp Gruppe zu bauen und zack, ging halt das Engagement hoch, hat aber auch andere wieder ausgeschlossen. So, von daher, ich glaube, heute brauchst Du das, dass Du einerseits am am Ort stattfindest, wo die Leute dich sehen. Da musst Du sehr klar haben, welches Problem Du löst, welchen Benefit ich kriege. Und ich glaub, Du brauchst eine Live Komponente, dass die Menschen sich wirklich sehen. Weil so die nächste Kachel angucken, das nächste Onlinemeeting. Wir hatten ganz oft, war ja bei dir leider auch so, Gero, das hat mich so geschmerzt, dass ich da saß und denk so, boah ey, die krassesten Leute, Du hast 12 Anmeldungen und 3 Leute kommen. Da dachte ich, sterbe. Ist ja auch ist auch für alle scheiße. Ist für mich unangenehm, ist für den der Vortritt unangenehm und selbst die 3, die da sind und eigentlich so Einzelbetreuung genießen, selbst denen ist es auch unangenehm. Und das lag halt an diesem Problem. Du brauchst mehr Reichweite drauf und Du brauchst mehr Klarheit, wer die Zielgruppe ist und dann ein Ort, wo die sich alle treffen können. Mhm.
00:54:54 · S2
[00:54:54] S2: Aber noch mal zu diesem gemeinsamen, weil Du sagtest, eine Stärke war, dass auch so viele unterschiedliche Leute da waren. Also kaufe ich, okay, aber irgend ein vereinendes Element muss eher sein. Sind Leute, die besonders ambitioniert sind im Leben oder die sich besonders unentdeckt fühlen und über sich hinauswachsen wollen? Was war sozusagen das verbindende Element bisher und und was muss sich da dann oder ändert sich da was, wenn wenn Du wenn Du jetzt nach vorne blickst?