digital kompakt
00:45:44 · Florian Heinemann
[00:45:44] S1: Also sprich, wenn Du jetzt sagst, genau, ich bin passionierter Schmetterlingsbeobachter, dann ist das natürlich eine sehr schöne Leidenschaft, aber wahrscheinlich wird es einem nicht gelingen, sozusagen damit ein ökonomisch besonders auskömmliches Leben zu führen. Das muss jetzt nicht schlimm oder oder schlecht sein. Ich glaub, es muss einem halt nur bewusst sein, ne. Deswegen bin ich immer son bisschen gegen dieses pauschale follow your passion artige, ne, weil das hat natürlich schon, das ist natürlich erst mal erst mal korrekt, aber ich glaub, einige folgen natürlich. Also wenn Du jetzt sagst, ich will gerne der Top Geiger werden oder Schauspieler oder so, dann muss man natürlich wissen, dass die aller allermeisten Menschen, die gerne Geiger werden wollen, wahrscheinlich nicht in' in' Anstellungsverhältnis abenden oder enden werden, was was sozusagen jetzt besonders auskömmlich ist und oder oder Schauspieler. Die allermeisten Menschen, die das halt gerne wollen, werden damit sich schwertun, 1 1 1 sozusagen ein finanziell gut ausgestattetes Leben zu führen. Das ist ja jetzt per se erst mal nicht gut oder schlecht, aber ich glaub, das muss man einfach nur wissen, wie sind die Wahrscheinlichkeiten, ne. Und und und deswegen ist es, glaub ich, muss es schon auch wirklich zu einem passen und und man muss dann schon auch, je nachdem, was fürn Bereich das ist, muss man da einfach halt sehr, sehr, sehr, sehr gut sein, ne. Und ich glaub, das ist das ist eben dann son bisschen das der die Nebenbedingungen bei dem bei dem Follow your passion Thema irgendwie. Ja.
00:47:04 · Joël Kaczmarek
[00:47:04] S3: Also wenn Du jetzt eine alleinerziehende Mutter von 4 Kindern bist und arbeitest in der Pflege, dann würde ich bei sonem Spruch mit hier, folge an der Passion wahrscheinlich eher den Mittelfinger heben, ja? Never the less ist ja trotzdem was dran, dass das, was dich glücklich macht, natürlich auch das ist, wo Du irgendwie wahrscheinlich die höchste Erfolgschance hast oder eine gute Fähigkeit zu entwickeln. Ob die Fähigkeit dann reicht, dich zu ernähren, wieder eine andere Frage. Ich hatte zum Beispiel gerade den erfolgreichsten Pokerspieler der Welt im Podcast. Der hat irgendwie 55000000 Dollar Preisgeld gewonnen. Wo Du denkst so, what the fuck? Und dann hab ich irgendwie zugehört, wie er erzählt hat, ja, aber ganz ehrlich, beim Pokern, Du bist nur am Sitzen, teilweise 10 Stunden lang am Tag, 3 starke am Stück bei sonem Turnier, hast nur künstliches Licht und dann ist es so, dass ein Bruchteil der Leute überhaupt damit Gewinn macht, ja. Die meisten machen eher Verlust. So. Mhm. Das hast bei Rolemodels siehst Du natürlich nicht all die, die aufm Wege dahin sozusagen die hinter sich gelassen hat, ne.
00:47:53 · S2
[00:47:53] S2: Wo wir jetzt grad bei bei Leidenschaft sind und auch der ökonomischen Situation und etwas funktioniert oder funktioniert auch nicht. Lass uns vielleicht mal ein bisschen auf dich gucken, Joël. Und mich würd mal interessieren, Du machst ja das die diese Podcastgeschichte auch schon seit 10 Jahren jetzt und das sehr, sehr visibel mit mit vielen, vielen Zuhörern. Trotzdem hast Du ja auch immer mal wieder Vorstoße genommen, sozusagen übers Podcastbusiness hinauszugehen, zu gucken, was können wir denn sonst noch machen mit den Inhalten, die wir hier haben, mit den Personen, die wir hier, die Du in die Podcasts bekommst. Erzähl doch mal son bisschen, was Du was Du so alles probiert hast. Weil für mich ist son bisschen die Analogie, wenn ich mir angucke, Influencer, ja? Media früher, das hat ausgereicht, Reichweite zu haben und und und dann hab ich irgendwie ein Produkt, das halt ich in die Kamera und dann krieg ich für meinen Post irgendwie x Euro. Bevor die Leute dann auf die Idee gekommen sind, dann mach ich meinen eigenen Schokoriegel und bewerbe den und auf einmal kommt da viel, viel mehr Geld bei rum, wenn ich meine eigenen Produkte in den Markt gebe und selbst zum Unternehmer werde, als jetzt nur sozusagen Werbung Werbung einzublenden. Wie war das bei dir? Wie ist da so deine Denkweise und was sind so die Dinge, die Du die Du probiert hast?
00:48:57 · Joël Kaczmarek
[00:48:57] S3: Also zum einen ist es so, auch wieder Kombieger lustigerweise hat man zu mir gesagt, Joël, Erfolg kittet alle Probleme zu. Ja, und in meinem Fall würde das heißen, Reichweite kittet alle Probleme zu. Das heißt, wenn Du einen Podcast hast, der 1000000 Mal im Monat gehört wirst, dann gehen viel mehr Türen auf, was Werbevermarktung angeht oder solche Produkte, als wie das jetzt bei uns gleich mit diesem superspitzen Thema ist. Deswegen sage ich, war unser Fehler, dass wir zu spitz waren. Also wir waren zu bibliothekenhaft, zu nischig, was mir immer gar nicht so bewusst war. Ich dachte, ach, so als Handwerk, was ich brauche als Unternehmen, das muss doch jeder mögen, nee, ist nicht, ist viel zu spitz. Was haben wir versucht? Wir haben zum Beispiel, ich hab ein Freund, Gunnar, der macht ein Gaming Podcast, der heißt stay forever und der verdient sein Geld alleine nur über solche Plattformen wie Steady oder Patreon. Das heißt, die können Hörer deines Podcastes und die Hörerinnen natürlich genauso Geld dafür geben, dass Du ihnen extra Inhalte gibst. So und das haben wir für uns auch mal ausprobiert, weil ich dachte, ach krass, guck mal, der macht hier irgendwie 20000 Euro im Monat damit, hau nice. Und hat bei uns halt überhaupt nicht funktioniert, weil zum einen war es so, es muss so wachsen. Du kannst auch nicht alles auf einmal machen. Gunnar hat mal so schön zu mir gesagt, Du, wir hatten irgendwie 10 Podcasts, die schon versucht haben, zu klonen. Die sind alle krachend gescheitert, weil wir haben das sequenziell gemacht. Wir haben eine Sache gemacht, wenn die funktioniert hat, haben wir die nächste dazugenommen und wenn die funktioniert, haben wir sie beibehalten und dann die nächste gemacht. So. Und bei dem funktioniert das wunderbar. Der macht halt Zusatzfolgen, wo die Leute für blechen und einmal im Jahr kriegen die eine handgeschriebene Geburtstagskarte und dann überweisen die eben die Kohle dafür. So, bei uns war es so, ich kriegte dann mal Feedback. Wir haben einfach die letzten 20 Minuten, da haben gesagt, komm, machen's einfach. Die letzten 20 Minuten wegschneiden und dann sagen wir, wenn Du das noch mehr hören willst, dann geht's zu Patreon. Die Leute haben gar nicht verstanden, was kriege ich denn da? Was ist denn was ist denn in den 20 Minuten drin?
00:50:29 · Joël Kaczmarek, Florian Heinemann
Erzählst Du da, wie Du nackt Lambala getanzt hast oder kommt da noch ein wertvoller Investoren Input? So eine Geschichte. Und dann habe ich irgendwann, also mir war sehr früh klar, mein meine Vision war immer, ich will Community Owner sein und denen dann verkaufen. Das heißt, der Podcast war für mich eigentlich ein Mittel zum Zweck. Deswegen hab ich eine Bibliothek gebaut, in der Logik, dass ich ganz viel Angebot hab und darauf dann Services baue. Also hab ich dann irgendwann mich hingesetzt und gesagt, pass mal auf, dann machen wir doch jetzt mal ein Businessclub draus. Das wär doch das Logischste, dass wir halt hingehen und kriegen sone Monthly Membership, weil mir ging das auch irgendwann aufn Sack ehrlich gesagt, immer die Podcastwerbung verkaufen zu müssen. Jedes Mal wieder jemand hinterher denken und na hallo, darf ich jetzt bitte mal hier über dein Saas Tool? [00:51:04] S1: Das machst ja auch Du, ne. Also Du bist sozusagen auch der oberste Vertriebler. Du bist nicht nur sozusagen Chefredakteur, sondern auch oberster Podcastverkäufer.
00:51:10 · Joël Kaczmarek
[00:51:10] S3: Ich werd der Rolle grade sehr wenig gerecht. Momentan machen wir nur Inbound Nachfrage beantworten. Ansonsten haben wir schon Podcast als Vermarktung, also der Podcastarm von OMR, die herzlich gegrüßt sind, die uns natürlich da mit toller, toller Arbeit unterstützen. Aber ansonsten mache ich auch vieles direkt, das stimmt schon. So und es ist halt aber ein Geschäft, wo Du natürlich immer im Vertrieb bist, muss immer wieder den nächsten Partner rein und den nächsten Sponsor und und und. Und dann hab ich halt gesagt, okay, mach doch ein Club Gedanken. So und das funktionierte halt dahingehend nicht. Das habe ich hart gelernt. Es gibt ja diese schöne Analyse der Value Proposition. Wem löse ich welches Problem durch was? So und ich hatte das durch was, da waren wir richtig gut. Also die Formate, die bei uns, die waren richtig, richtig gut. Wir haben halt eine Onlineumgebung, da hatten wir Sessions drin. Wir hatten bestimmte Formate, wo wir Wissen bei den Leuten abgebaut haben und den Leuten dann gezeigt haben. Wir hatten irgendwie Live Treffen, da sind die Leute rausgeschwebt. Das hat alles supergut funktioniert. Wir haben immer einen Fehler gemacht. Wir haben vorne nicht klar genug runtergebrochen, für wen machen wir das eigentlich? Wem löse ich welches Produkt? Wir haben allen Leuten alle Probleme lösen wollen durch unsere Methodik und damit war das Ganze in Schieflage. Und ich hab halt festgestellt, dass die Leute sone Online Fatigue hatten. Das heißt, wenn die live Treffen da waren, sind die hier abgegangen. Und es war auch wirklich cool, ehrlich gesagt. Wir haben ja damals, deine Frau war auch da, Gero, mit euren Kindern. Wir haben irgendwie gesagt, hier komm, bring deinen Mann oder deine Frau mit, bring deine Kinder mit. Da musst Du keine Nanni einstellen, sondern dann kannst Du hier das voll genießen, weißt, die Kinder sind versorgt. Wir haben 3 Erzieher da. Setz dich rein, mach ein mach ein Cop an und den die Sorgen aus. Haben die Leute Power netzwerken lassen mit so Speed Networking. Wir haben irgendwie Impulsvorträge gehabt, wo die Leute dann interaktiv mitm Publikum gearbeitet haben. Also es war richtig, richtig gut. Aber das war halt total schwer mit' relativ kleinen Besatzung und wenn Du die ganze Zeit diesen Onlinekladeradatsch mitziehst, aufrecht zu erhalten. So.