digital kompakt
00:43:37 · Joël Kaczmarek
[00:43:37] S3: ne. Ja, kann schon sein. Vielleicht mit, wie heißen sie hier, alt wie ein Baum. Ach Gott, na ja, Asche auf mein Haupt. Der holt mir auf die Schnauze, wenn er mich das nächste Mal sieht. Aber vielleicht freut er sich drüber, dann hast Du recht. Nee, aber die Ironie war, dass mir eigentlich ein Künstler im Prinzip so einen der wichtigsten Ratschläge gegeben hat, was die Businesswelt angeht. Hat gesagt, ich wollte mit 6 schon Popstar werden. Ich war halt in dieser Ausbildung für klassische Musik, war mir scheißegal. Ich wusste, ich will Popstar werden. Hier, ja, da macht immer diese Geste so, ja, ich will Popstar sein. Und da hatten wir mehrere. Das das doppelte sich dann irgendwann. Dann hab ich gemerkt, ja krass, die Leute sind halt in dem am besten, was ihnen am meisten Spaß macht. Dann musst Du natürlich son Stück weit abgleichen, wenn jetzt Du irgendwie da am besten darin bist, Briefmarken zu sammeln. Weiß ich jetzt nicht, ob das sozusagen dein Karriere irgendwie ermöglicht, ja. Aber wenn man sich halt mal anguckt, ich meine, Du zum Beispiel, Florian, Du bist halt sehr gut, glaube ich, dadrin Leuten Wissen zu vermitteln. Also Du warst irgendwie Professor und und magst gerne Wissen zu teilen und dann bist Du in eine Rolle gegangen, wo Du das über dein Portfolio hinweg tust. Und das ist, glaube ich, son Thema, was halt viele für sich irgendwie gefunden haben. Das heißt ja nicht, dass das immer gerade war. Aber ich hatte zum Beispiel mal ein sehr geilen Typen im Podcast, Michael Ilgner. Der war früher Leistungssportler im Wasserball, Olympionike. Dann war der 15 Jahre, 10 oder 15 Jahre Chef der Deutschen Sporthilfe, bevor er dann Personalvorstand bei der Deutschen Bank wurde. Und der hat sich angeguckt, was sind denn, was ist die Formel für Erfolg? Was brauche ich, erfolgreich zu sein? Und der hat festgestellt, das ist ein Produkt aus 3 Dingen. Du brauchst Talent, Training und Mindset. Und Talent und Training checken die meisten noch. Bei Mindset, also hinten werden die Enden fett, wie mein Vater immer sagt. Weil Talent hast Du oder hast Du nicht, kannst Du nur zu' gewissen Teil beeinflussen. Training ist irgendwann endlich. Florian hat's mal so schön die talentfreie Zone genannt. Und Mindset ist aber der Hebel, wo Du da halt noch dran arbeiten kannst.
00:45:13 · Joël Kaczmarek, Florian Heinemann
So und wenn Du natürlich was machst, was Du mit Leidenschaft machst, bei Gero war das by the way auch so, fällt mir grade jetzt ein. Bei Gero war 1 der 5 Dinge auch, mach das, was Du liebst, ansonsten fühlt sich jeder Tag wie Arbeit an. Das hat sich mir voll eingebrannt. Ich dachte, ja stimmt, wie logisch. Wenn ich was mach, wo ich keine Leidenschaft hab, ist das Arbeit. So. Und das mal so als eine Formel gegossen, wie man dann quasi diese Patterns halt noch in einen in ein Produkt gießen kann. [00:45:34] S1: Ich glaube, das kann man auch nachvollziehen. Glaub, das Einzige, was man natürlich immer beachten muss, ist die die man muss auch die ökonomischen Implikationen der eigenen Leidenschaft verstehen, ne. [00:45:43] S3: Sag ich ja.
00:45:44 · Florian Heinemann
[00:45:44] S1: Also sprich, wenn Du jetzt sagst, genau, ich bin passionierter Schmetterlingsbeobachter, dann ist das natürlich eine sehr schöne Leidenschaft, aber wahrscheinlich wird es einem nicht gelingen, sozusagen damit ein ökonomisch besonders auskömmliches Leben zu führen. Das muss jetzt nicht schlimm oder oder schlecht sein. Ich glaub, es muss einem halt nur bewusst sein, ne. Deswegen bin ich immer son bisschen gegen dieses pauschale follow your passion artige, ne, weil das hat natürlich schon, das ist natürlich erst mal erst mal korrekt, aber ich glaub, einige folgen natürlich. Also wenn Du jetzt sagst, ich will gerne der Top Geiger werden oder Schauspieler oder so, dann muss man natürlich wissen, dass die aller allermeisten Menschen, die gerne Geiger werden wollen, wahrscheinlich nicht in' in' Anstellungsverhältnis abenden oder enden werden, was was sozusagen jetzt besonders auskömmlich ist und oder oder Schauspieler. Die allermeisten Menschen, die das halt gerne wollen, werden damit sich schwertun, 1 1 1 sozusagen ein finanziell gut ausgestattetes Leben zu führen. Das ist ja jetzt per se erst mal nicht gut oder schlecht, aber ich glaub, das muss man einfach nur wissen, wie sind die Wahrscheinlichkeiten, ne. Und und und deswegen ist es, glaub ich, muss es schon auch wirklich zu einem passen und und man muss dann schon auch, je nachdem, was fürn Bereich das ist, muss man da einfach halt sehr, sehr, sehr, sehr gut sein, ne. Und ich glaub, das ist das ist eben dann son bisschen das der die Nebenbedingungen bei dem bei dem Follow your passion Thema irgendwie. Ja.
00:47:04 · Joël Kaczmarek
[00:47:04] S3: Also wenn Du jetzt eine alleinerziehende Mutter von 4 Kindern bist und arbeitest in der Pflege, dann würde ich bei sonem Spruch mit hier, folge an der Passion wahrscheinlich eher den Mittelfinger heben, ja? Never the less ist ja trotzdem was dran, dass das, was dich glücklich macht, natürlich auch das ist, wo Du irgendwie wahrscheinlich die höchste Erfolgschance hast oder eine gute Fähigkeit zu entwickeln. Ob die Fähigkeit dann reicht, dich zu ernähren, wieder eine andere Frage. Ich hatte zum Beispiel gerade den erfolgreichsten Pokerspieler der Welt im Podcast. Der hat irgendwie 55000000 Dollar Preisgeld gewonnen. Wo Du denkst so, what the fuck? Und dann hab ich irgendwie zugehört, wie er erzählt hat, ja, aber ganz ehrlich, beim Pokern, Du bist nur am Sitzen, teilweise 10 Stunden lang am Tag, 3 starke am Stück bei sonem Turnier, hast nur künstliches Licht und dann ist es so, dass ein Bruchteil der Leute überhaupt damit Gewinn macht, ja. Die meisten machen eher Verlust. So. Mhm. Das hast bei Rolemodels siehst Du natürlich nicht all die, die aufm Wege dahin sozusagen die hinter sich gelassen hat, ne.
00:47:53 · S2
[00:47:53] S2: Wo wir jetzt grad bei bei Leidenschaft sind und auch der ökonomischen Situation und etwas funktioniert oder funktioniert auch nicht. Lass uns vielleicht mal ein bisschen auf dich gucken, Joël. Und mich würd mal interessieren, Du machst ja das die diese Podcastgeschichte auch schon seit 10 Jahren jetzt und das sehr, sehr visibel mit mit vielen, vielen Zuhörern. Trotzdem hast Du ja auch immer mal wieder Vorstoße genommen, sozusagen übers Podcastbusiness hinauszugehen, zu gucken, was können wir denn sonst noch machen mit den Inhalten, die wir hier haben, mit den Personen, die wir hier, die Du in die Podcasts bekommst. Erzähl doch mal son bisschen, was Du was Du so alles probiert hast. Weil für mich ist son bisschen die Analogie, wenn ich mir angucke, Influencer, ja? Media früher, das hat ausgereicht, Reichweite zu haben und und und dann hab ich irgendwie ein Produkt, das halt ich in die Kamera und dann krieg ich für meinen Post irgendwie x Euro. Bevor die Leute dann auf die Idee gekommen sind, dann mach ich meinen eigenen Schokoriegel und bewerbe den und auf einmal kommt da viel, viel mehr Geld bei rum, wenn ich meine eigenen Produkte in den Markt gebe und selbst zum Unternehmer werde, als jetzt nur sozusagen Werbung Werbung einzublenden. Wie war das bei dir? Wie ist da so deine Denkweise und was sind so die Dinge, die Du die Du probiert hast?
00:48:57 · Joël Kaczmarek
[00:48:57] S3: Also zum einen ist es so, auch wieder Kombieger lustigerweise hat man zu mir gesagt, Joël, Erfolg kittet alle Probleme zu. Ja, und in meinem Fall würde das heißen, Reichweite kittet alle Probleme zu. Das heißt, wenn Du einen Podcast hast, der 1000000 Mal im Monat gehört wirst, dann gehen viel mehr Türen auf, was Werbevermarktung angeht oder solche Produkte, als wie das jetzt bei uns gleich mit diesem superspitzen Thema ist. Deswegen sage ich, war unser Fehler, dass wir zu spitz waren. Also wir waren zu bibliothekenhaft, zu nischig, was mir immer gar nicht so bewusst war. Ich dachte, ach, so als Handwerk, was ich brauche als Unternehmen, das muss doch jeder mögen, nee, ist nicht, ist viel zu spitz. Was haben wir versucht? Wir haben zum Beispiel, ich hab ein Freund, Gunnar, der macht ein Gaming Podcast, der heißt stay forever und der verdient sein Geld alleine nur über solche Plattformen wie Steady oder Patreon. Das heißt, die können Hörer deines Podcastes und die Hörerinnen natürlich genauso Geld dafür geben, dass Du ihnen extra Inhalte gibst. So und das haben wir für uns auch mal ausprobiert, weil ich dachte, ach krass, guck mal, der macht hier irgendwie 20000 Euro im Monat damit, hau nice. Und hat bei uns halt überhaupt nicht funktioniert, weil zum einen war es so, es muss so wachsen. Du kannst auch nicht alles auf einmal machen. Gunnar hat mal so schön zu mir gesagt, Du, wir hatten irgendwie 10 Podcasts, die schon versucht haben, zu klonen. Die sind alle krachend gescheitert, weil wir haben das sequenziell gemacht. Wir haben eine Sache gemacht, wenn die funktioniert hat, haben wir die nächste dazugenommen und wenn die funktioniert, haben wir sie beibehalten und dann die nächste gemacht. So. Und bei dem funktioniert das wunderbar. Der macht halt Zusatzfolgen, wo die Leute für blechen und einmal im Jahr kriegen die eine handgeschriebene Geburtstagskarte und dann überweisen die eben die Kohle dafür. So, bei uns war es so, ich kriegte dann mal Feedback. Wir haben einfach die letzten 20 Minuten, da haben gesagt, komm, machen's einfach. Die letzten 20 Minuten wegschneiden und dann sagen wir, wenn Du das noch mehr hören willst, dann geht's zu Patreon. Die Leute haben gar nicht verstanden, was kriege ich denn da? Was ist denn was ist denn in den 20 Minuten drin?