Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
00:08:12 · Lea Oetjen, Daniel Eckert, S0
[00:08:12] S1: Ja, und jetzt drängen wir euch aber erst mal in die Termine. Ja, das Highlight des Tages ist zweifellos die Zinsentscheidung in Großbritannien. Die Bankrate bei der Bank of England liegt ja grade bei 3.75 Prozent. Die Märkte preisen eine hohe Wahrscheinlichkeit 1 Anhebung auf 4 Prozent ein aufgrund der erhöhten Inflation. Aus den USA kommen die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung und dann folgt ja auch am Freitag der große US Arbeitsmarktbericht. In Deutschland gibt's auch noch ein paar Makro Zahlen heute, unter anderem den Auftragseingang in der Industrie und in Frankreich wird ein Blick gewagt auf die Industrieproduktion im September. [00:08:47] S2: Ja, und mit Sturm und Drang geht's weiter zu den Quartalszahlen. Da steht heute jede Menge an, alleine aus den DAX, wir hatten's erwähnt, die Telekom, aber auch Siemens, Healthineers und die Commerzbank. Und aus dem Nebenwertebereich erwarten wir Zahlen von Luczes, Nemetschek, Nordex, Hellofresh, Rational, Evotec, PVA, TePla, OMovio, Hensoldt, Süß Microtec, Deutz, Renk, Vielmann, SGL Carbon, Hochtief und und und. In der Schweiz stehen an Swiss Re und Swisscom. Aus Frankreich kommen Zahlen von Air France Carl M, NG und BUIC und aus dem Vereinigten Königreich National Grid, die BT Group und Diageo. Von Japan sagen wir nur, dass die Zahlen von Sony, Toyota und Nintendo anstehen und aus den USA kommen dann die Zahlen von Chronoco Philipp, Parker Hannifin, Cummins, Kimberly Clark und nach Börsenschluss kommen die Zahlen von Airbnb, Cloudflare und Monster. [00:09:48] S0: Das Thema des Tages.
00:09:48 · S0, Lea Oetjen, Daniel Eckert
[00:09:48] S0: Das Thema des Tages. [00:09:49] S1: In den USA wird seit der Wahlnacht über kaum etwas so viel gesprochen wie über die Rechenzentren. Die standen nämlich selbst zur Wahl. In 10 Bundesstaaten haben die Bürger über 41 lokale Vorlagen abgestimmt und bis auf eine einzige ging jede gegen die Rechenzentren aus. [00:10:04] S2: In Texas hat die Demokratin Gina Hinojosa Gouverneur Greg Abbott geschlagen und sie fordert einen Baustopp für neue Rechenzentren. An der Wall Street rechnen Anleger deshalb jetzt durch, wie stark sich der KI Ausbau in den USA verlangsamt. [00:10:22] S1: Ja, verlangsamen ist allerdings relativ. Bitkom Präsident Ralf Wintergerst hat vorgerechnet, dass in den USA derzeit pro Jahr rund 10 Gigawatt Rechenzentrumsleistung hinzukommen. China baut 6 Gigawatt im Jahr, ganz Europa schafft zusammen 2. Deutschland kommt auf 0.65 Gigawatt, heißt die Amerikaner bauen also in dreieinhalb Wochen so viel, wie wir zuletzt in einem ganzen Jahr haben. Also für uns heißt es erst mal, selbst ein gebremstes Amerika baut noch ein Vielfaches dessen, was bei uns entsteht. [00:10:48] S2: Wie weit Deutschland zurückliegt, zeigt eine neue Bitkom Studie auf Basis von Daten des Borderstep Institut. Die setzt die Rechenleistung 1 Landes ins Verhältnis zu seiner Wirtschaftsleistung. Deutschland hat das drittgrößte Bruttoinlandsprodukt der Welt, landet in diesem Vergleich aber weit hinter den USA und China und auch wieder Frankreich und Großbritannien. Ganz vorn liegt das kleine Irland.
00:10:48 · Daniel Eckert, Lea Oetjen
[00:10:48] S2: Wie weit Deutschland zurückliegt, zeigt eine neue Bitkom Studie auf Basis von Daten des Borderstep Institut. Die setzt die Rechenleistung 1 Landes ins Verhältnis zu seiner Wirtschaftsleistung. Deutschland hat das drittgrößte Bruttoinlandsprodukt der Welt, landet in diesem Vergleich aber weit hinter den USA und China und auch wieder Frankreich und Großbritannien. Ganz vorn liegt das kleine Irland. [00:11:15] S1: Dort haben die US Tech Krisen ihre Europazentralen angesiedelt, ursprünglich aus Steuergründen und offenbar bauen sie dort auch kräftig Rechenzentren. Die Zahl zeigt also, wie unabhängig Irland vom Techsektor ist. [00:11:27] S2: Der dürfte weiter wachsen, denn die Bundesregierung verfehlt wohl ihr eigenes Ziel. In ihrer Rechenzentrumstrategie vom März peilt sie bis 2030 eine Anschlussleistung von rund 6000 Megawatt an. Das wäre eine Verdopplung der heutigen Kapazität. Im Vergleich zu den USA und China ist das aber noch bescheiden. Bitkom rechnet nur mit 5471 Megawatt. [00:11:53] S1: Ja, dabei hatten doch Kanzler Friedrich Merz und Digitalminister Carsten Wildberger beim Digitalgipfel ausgerufen, dass Deutschland bis 2030 zur KI Nation werden soll. Ja, dafür bräuchte es aber vor allem Chips, auf denen KI Modelle rechnen und die stehen nun mal in Rechenzentren.
00:11:53 · Lea Oetjen, Daniel Eckert
[00:11:53] S1: Ja, dabei hatten doch Kanzler Friedrich Merz und Digitalminister Carsten Wildberger beim Digitalgipfel ausgerufen, dass Deutschland bis 2030 zur KI Nation werden soll. Ja, dafür bräuchte es aber vor allem Chips, auf denen KI Modelle rechnen und die stehen nun mal in Rechenzentren. [00:12:10] S2: Dass es so langsam vorangeht, das liegt vor allen Dingen auch am Geld. Die KI Taskforce der Bundesregierung, die hat die Summe nebeneinander gestellt. Die USA haben 2025 privatwirtschaftlich rund 286000000000 Dollar in KI investiert und China plant rund 295000000000 Dollar an Staatsmitteln für ein landesweites Netz von KI Rechenzentren auszugeben. [00:12:34] S1: Deutschland kommt auf 3900000000 Dollar private Investitionen. Auf einhundert Dollar aus Amerika kommen bei uns also grade mal ein Dollar und 36 Cent. Und das Geld, das hier ankommt, stammt größtenteils auch aus Amerika. Laut Wintergerst halten US Hyperscaler wie Amazon und Google mehr als 90 Prozent des deutschen Cloud Markts. [00:12:53] S2: Wintergerst setzt deshalb auf Firmen wie die Schwarz Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, auf IONOS und auf Secunet, die hier eigene Rechenzentren aufbauen. Mehr Auswahl bei den Cloud Anbietern ist für ihn das einzige Mittel, wenigstens ein bisschen digitale Souveränität zurückzuholen. Für euch als Anleger heißt das, wer am deutschen Rechenzentrumsausbau mitverdienen will, landet meist bei amerikanischen Aktien. Die Schwarz Gruppe, die ist nicht börsennotiert, IONOS und Secunet, das sind Nebenwerte.
00:12:53 · Daniel Eckert, Lea Oetjen
[00:12:53] S2: Wintergerst setzt deshalb auf Firmen wie die Schwarz Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, auf IONOS und auf Secunet, die hier eigene Rechenzentren aufbauen. Mehr Auswahl bei den Cloud Anbietern ist für ihn das einzige Mittel, wenigstens ein bisschen digitale Souveränität zurückzuholen. Für euch als Anleger heißt das, wer am deutschen Rechenzentrumsausbau mitverdienen will, landet meist bei amerikanischen Aktien. Die Schwarz Gruppe, die ist nicht börsennotiert, IONOS und Secunet, das sind Nebenwerte. [00:13:26] S1: Mit großen Erwartungen ist die Regierung trotzdem nicht sparsam. Wildberger hat ja beim Digital Gipfel Wachstumsraten versprochen, die wir lange nicht mehr kannten und damit gleich Wohlstand, Arbeitsplätze und die Finanzierung des Sozialstaats verknüpft. [00:13:38] S2: Wirtschaftsminister Katherina Reiche, die klang nüchterner. Sie hat gesagt, dass Rechenleistung große Mengen verlässlicher Energie braucht, idealerweise auch noch bezahlbar und dafür ja, sind halt langfristig Kapitalmittel vonnöten und die fehlen. Damit schließt sich der Kreis nach Texas, denn auch dort dreht sich der Streit Rechenzentren am Ende ja Strom. [00:14:03] S1: Rechenzentren allein machen allerdings noch keine KI Nation aus. Laut 1 Auswertung des DIW im vergangenen Jahr nur etwa 12 Prozent der Beschäftigten viel oder sehr viel mit KI gearbeitet.
00:14:03 · Lea Oetjen, Daniel Eckert, S0
[00:14:03] S1: Rechenzentren allein machen allerdings noch keine KI Nation aus. Laut 1 Auswertung des DIW im vergangenen Jahr nur etwa 12 Prozent der Beschäftigten viel oder sehr viel mit KI gearbeitet. [00:14:13] S2: Jüngere, besser gebildete und männliche Beschäftigte nutzen sie deutlich häufiger. Frauen und Menschen mit niedrigem Bildungsabschluss wollen das auch künftig kaum tun. Die Ökonomen warnen deshalb vor 1 wachsenden Kluft. [00:14:30] S1: Merz und Wildberger wollen in gut 3 Jahren eine KI Nation sein. Bislang sind wir aber eher ein Land, in dem fast die Hälfte der Beschäftigten bei der Arbeit noch gar nicht mit KI in Berührung gekommen ist. [00:14:44] S0: Die Triple AID des Tages. [00:14:47] S2: Meine wahlbeeinflussenden Weltraumlaser haben diesmal wohl nicht funktioniert. So selbstironisch oder man könnte auch sagen sarkastisch hat Elon Musk auf den Ausgang der Zwischenwahl in den USA reagiert. Ja und einen gewissen Sarkasmus bei Musk, den könnte man allerdings auch verstehen. Laut Analysen der New York Times und anderer Medien hat der Tesla- und SpaceX Chef rund 474000000 Dollar an die Republikaner gespendet.