Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
00:17:07 · Daniel Eckert, Lea Oetjen
[00:17:07] S1: So ist es. Und damit kommen wir jetzt zum entscheidenden Punkt, zur Frage, die euch am meisten beschäftigt als Anleger. Was macht ihr jetzt? Also erstens würde ich einen Nasdaq Rückgang gut 10 Prozent noch nicht mit einem Bärenmarkt verwechseln. Historisch spricht man ja erst bei einem Minus von 20 Prozent von einem solchen Bärenmarkt. Und eine Korrektur von 10 Prozent, die fühlt sich unangenehm an, ist aber etwas komplett anderes als ein Systembruch. [00:17:36] S2: Ja, tut nur bisschen weh. Ja, zweitens würde ich jetzt genau hinschauen, welche Geschäftsmodelle denn eigentlich wirklich verkauft wurden. Ein hoch verschuldeter Rechenzentrumsbetreiber ist ja was völlig anderes als zum Beispiel eine Microsoft Aktie mit Milliarden Cashflows im Hintergrund und bestehenden Cloud Kunden. Wenn alles gleichzeitig fällt, entstehen grade durch diese Unterschiede natürlich auch Chancen. Der Markt beginnt wieder Qualität und Finanzierung stärker zu unterscheiden. [00:18:00] S1: Und eine 3. Bitte, nicht versuchen, den heldenhaften Trader spielen zu wollen und unbedingt den Tiefpunkt erwischen zu wollen. Wer von der langfristigen KI Story überzeugt ist, der kann eine Korrektur nutzen, gute Unternehmen in Tranchen einzusammeln. Gerade nach solchen Tagen ist es vernünftiger, Positionen schrittweise aufzubauen, als mit einem großen Betrag auf das perfekte Timing zu wetten, Stichwort Sparplan.
00:18:00 · Daniel Eckert, Lea Oetjen
[00:18:00] S1: Und eine 3. Bitte, nicht versuchen, den heldenhaften Trader spielen zu wollen und unbedingt den Tiefpunkt erwischen zu wollen. Wer von der langfristigen KI Story überzeugt ist, der kann eine Korrektur nutzen, gute Unternehmen in Tranchen einzusammeln. Gerade nach solchen Tagen ist es vernünftiger, Positionen schrittweise aufzubauen, als mit einem großen Betrag auf das perfekte Timing zu wetten, Stichwort Sparplan. [00:18:29] S2: Der Investor Joachim Pech sieht das ähnlich. Er hält das Ganze eher für eine Sektorrotation als für ein breiten Crash und kann sich kaum vorstellen, dass bereits bestellte Rechenzentren plötzlich gestoppt werden. Schließlich ist die KI Infrastruktur inzwischen ja auch eine strategische Frage im Wettbewerb zwischen den USA und China. Im Extremfall, meint er, würde Trump sogar versuchen, einen solchen Investitionsstopp zu verhindern. [00:18:50] S1: Ja, und deshalb hält es ja auch im Pech für vertretbar, nach dem Einbruch schon wieder einzelne Positionen aufzubauen. Und er erinnert dabei an einen bekannten Spruch aus dem Sei ängstlich, wenn andere gierig sind und sei gierig, wenn andere ängstlich sind.
00:18:50 · Daniel Eckert, Lea Oetjen, S0
[00:18:50] S1: Ja, und deshalb hält es ja auch im Pech für vertretbar, nach dem Einbruch schon wieder einzelne Positionen aufzubauen. Und er erinnert dabei an einen bekannten Spruch aus dem Sei ängstlich, wenn andere gierig sind und sei gierig, wenn andere ängstlich sind. [00:19:07] S2: Ja und er hat ja auch gesagt, wenn man mit' 50 Prozent Verlust nicht umgehen kann, sollte man gar keine Aktien besitzen. Und das heißt natürlich all das jetzt nicht, greift ins fallende Messer einfach blind rein, Aber vielleicht heißt es gerade jetzt genauer hinsehen, wo Angst bereits größer geworden ist als das tatsächliche Risiko. Die KI Story ist jedenfalls noch nicht vorbei, aber die Zeit, in der allein das Wort Rechenzentrum schon reicht für steigende Kurse, die Zeit könnte jetzt vorbei sein. [00:19:31] S1: Ja und für euch beginnt jetzt sogar möglicherweise eine besonders interessante Phase an der Börse. Weniger Euphorie, aber mehr Auswahl bei guten Investments und vielleicht locken ja auch dann bald wieder Einstiegskurse. [00:19:49] S0: Die Triple-A-Idee des Tages. [00:19:51] S2: Kaum eine deutsche Aktie hat Privatanleger in den vergangenen Jahren so reich gemacht wie Rheinmetall. Anfang 2022, also kurz vor dem russischen Angriff auf die Ukraine, kostete das Papier weniger als einhundert Euro und im Herbst 2025 waren es sogar zeitweise mehr als 2000 Euro. Also ein Plus von rund 1900 Prozent in nicht mal 4 Jahren.
00:19:51 · Lea Oetjen, Daniel Eckert
[00:19:51] S2: Kaum eine deutsche Aktie hat Privatanleger in den vergangenen Jahren so reich gemacht wie Rheinmetall. Anfang 2022, also kurz vor dem russischen Angriff auf die Ukraine, kostete das Papier weniger als einhundert Euro und im Herbst 2025 waren es sogar zeitweise mehr als 2000 Euro. Also ein Plus von rund 1900 Prozent in nicht mal 4 Jahren. [00:20:11] S1: So ist es. War auch eine der kontroversesten Aktien, muss man dazu sagen. Und am Mittwoch hat die Aktie dann vieles davon wieder weggenommen, ne, denn nach den Quartalszahlen von Rheinmetall brach der Kurs zeitweise mehr als 18 Prozent ein auf rund 850 Euro. Vom Rekordhoch aus gesehen hat sich der Kurs damit mehr als halbiert. Auslöser war die 2. Prognosesenkung innerhalb weniger Monate. Im August hatte Rheinmetall die Umsatzerwartung für 2026 nach dem Aus beim Fregattenprojekt F einhundertsechsundzwanzig schon mal 300000000 Euro gekappt. Jetzt rechnet der Konzern nur noch mit rund 13200000000 Euro statt mit 13.7 bis 14200000000. Ja, die operative Marge, die soll jetzt bei 18.5 Prozent liegen statt bei rund 19 Prozent wie vorher gedacht. [00:21:06] S2: Am meisten schmerzt da der Cashflow tatsächlich. Rheinmetall wollte eigentlich mehr als 40 Prozent des operativen Ergebnisses in echtes Geld verwandeln. Ja, dieses Ziel ist gestrichen. Versprochen wird nur noch ein positive operativer Cashflow, also Geld, das nach laufenden Investitionen dann tatsächlich in der Kasse bleibt. Aber wie hoch das ist, keine Ahnung, sehen wir dann.
00:21:06 · Lea Oetjen, Daniel Eckert
[00:21:06] S2: Am meisten schmerzt da der Cashflow tatsächlich. Rheinmetall wollte eigentlich mehr als 40 Prozent des operativen Ergebnisses in echtes Geld verwandeln. Ja, dieses Ziel ist gestrichen. Versprochen wird nur noch ein positive operativer Cashflow, also Geld, das nach laufenden Investitionen dann tatsächlich in der Kasse bleibt. Aber wie hoch das ist, keine Ahnung, sehen wir dann. [00:21:26] S1: Ja, nach 9 Monaten steht dort ein Minus von knapp 1700000000 Euro. Rheinmetall verweist auf volle Lager für das geplante Wachstum. Doch selbst im dritten Quartal lag der Wert noch bei minus 82000000, obwohl Analysten mit einem Plus gerechnet hatten. [00:21:44] S2: Ja, Schuld daran sind vor allem Verzögerungen. Die Genehmigung für Arminius, das ist ein milliardenschweren Auftrag für den Transportpanzer Boxer, erwartet das Management erst im ersten Quartal 2027. Artilleriemunition nehmen die Kunden später ab, weil strenger getestet wird und auch das Raketengeschäft mit den niederländischen Partnern des Tinos läuft langsamer als eigentlich geplant. [00:22:04] S1: Ja, und das wiegt schwer. Laut Jefferies sollen von den rund 50000000000 Euro Umsatz, die Rheinmetall für 2030 anpeilt, etwa 5000000000 aus Raketenstamm.
00:22:04 · Daniel Eckert, Lea Oetjen
[00:22:04] S1: Ja, und das wiegt schwer. Laut Jefferies sollen von den rund 50000000000 Euro Umsatz, die Rheinmetall für 2030 anpeilt, etwa 5000000000 aus Raketenstamm. [00:22:15] S2: Ja, so. Eigentlich sehen die Geschäftszahlen aber gar nicht so unbedingt nach Krise aus. In den ersten Monaten stieg der Umsatz 38 Prozent auf knapp 8400000000 Euro, das operative Ergebnis sogar 68 Prozent auf gut 1300000000. Im Auftragsbuch stehen inklusive erwartete Abrufe aus Rahmenverträgen 78000000000 Euro, knapp das Sechsfache dessen, was Rheinmetall in diesem Jahr umsetzen will. [00:22:38] S1: Die Analysten zweifeln deshalb vor allem daran, wie pünktlich Rheinmetall aus dieser Nachfrage Umsatz und Cash macht. Bernstein spricht von einem Verlust an Glaubwürdigkeit, Morgan Stanley von 1 klar negativen Entwicklung, weil der Konzern so stark an Auftragsterminen und wenigen Großaufträgen hängt. [00:22:59] S2: Verkaufen will trotzdem keiner der beiden. Bernstein bleibt bei Outperformen mit' Kursziel von 1200 Euro und Morgan Stanley bei Over Wait mit 1750 Euro. Jefferies rät mit Kursziel 1350 Euro ebenfalls zum Kauf und rechnet vor, dass Rheinmetall schon vor dem Absturz nur noch mit einem etwa dem sechsfachen des für 2030 erwarteten Gewinns bewertet war.