Alles auf Aktien – Die täglichen Finanzen-News
00:01:07 · Lea Oetjen, Daniel Eckert
[00:01:07] S2: Heute ist Freitag, der 6. November und wir wünschen euch einen tapferen Start in den Tag. Tapfer musste gestern Abend jeder sein, der nach Handelsschluss in New York noch in sein Depot geschaut hat. Der Nasdaq einhundert ist 6 Komma Prozent eingebrochen. Das war sein schlechtester Tag seit dem Coronacrash im März 2020. Allein in diesem Index haben sich 2.3 Billionen Dollar an Börsenwert aufgelöst und nur mal so zur Einordnung, das ist knapp die Hälfte dessen, was die gesamte deutsche Volkswirtschaft in einem Jahr erwirtschaftet. Der S und P 500 verlor 4.4 Prozent und beim Dow Jones ging es 3.4 Prozent oder gut 1800 Punkte abwärts. [00:01:47] S1: Ja und die US Börse, die hat damit ja die komplette Wahlparty vom Mittwoch an einem einzigen Tag wieder abgeräumt. Nach dem klaren Sieg der Demokraten im Repräsentantenhaus und im Senat war ja der Dow Jones am Mittwoch noch mehr als 1500 Punkte gestiegen, weil Anleger auf ein schnelles Ende des Irankriegs und auf billigeres Öl gesetzt hatten. [00:02:11] S2: Ja, gestern hatte Marc dann dieselbe Wahl mit ganz anderen Augen plötzlich gelesen. Zu den Gründen und vor allem zu den Folgen gleich ausführlich mehr am Thema des Tages. Jetzt aber schon mal ein Blick auf das Angstbarometer. Der VIX schoss mich gestern mehr als 60 Prozent nach oben und ich glaube, damit bildet er ganz gut ab, was bei uns allen gestern so abging. Also ich glaube, ich habe selten mit mehr Ehrfurcht und Angst vor allem in mein Depot geguckt.
00:02:11 · Lea Oetjen, Daniel Eckert
[00:02:11] S2: Ja, gestern hatte Marc dann dieselbe Wahl mit ganz anderen Augen plötzlich gelesen. Zu den Gründen und vor allem zu den Folgen gleich ausführlich mehr am Thema des Tages. Jetzt aber schon mal ein Blick auf das Angstbarometer. Der VIX schoss mich gestern mehr als 60 Prozent nach oben und ich glaube, damit bildet er ganz gut ab, was bei uns allen gestern so abging. Also ich glaube, ich habe selten mit mehr Ehrfurcht und Angst vor allem in mein Depot geguckt. [00:02:35] S1: Ja, das kannst Du wirklich laut sagen. Am härtesten hat's ja die Chipwerte getroffen, der Philadelphia Halbleiterindex SOX, der schloss mehr als 12 Prozent im Minus an einem einzigen Tag und auch das war der schwerste Tagesverlust seit der Pandemie 2020. NVIDIA rutschte dann als Schlusslicht im DAO 9.3 Prozent ab, verlor damit knapp 450000000000 Dollar an Börsenwert und hat sämtliche Kursgewinne seit Jahresbeginn wieder abgegeben. Ist wieder alles futsch.
00:02:35 · Daniel Eckert, Lea Oetjen
[00:02:35] S1: Ja, das kannst Du wirklich laut sagen. Am härtesten hat's ja die Chipwerte getroffen, der Philadelphia Halbleiterindex SOX, der schloss mehr als 12 Prozent im Minus an einem einzigen Tag und auch das war der schwerste Tagesverlust seit der Pandemie 2020. NVIDIA rutschte dann als Schlusslicht im DAO 9.3 Prozent ab, verlor damit knapp 450000000000 Dollar an Börsenwert und hat sämtliche Kursgewinne seit Jahresbeginn wieder abgegeben. Ist wieder alles futsch. [00:03:07] S2: Broadcom gab 10 Prozent nach und Qualcomm, darüber hatten wir ja auch in der gestrigen Folge schon gesprochen, hatte zwar in den Quartalszahlen die Erwartungen geschlagen, enttäuschte dann aber mit dem Ausblick und verlor 9.5 Prozent und beim Chipdesigner ARM ging es 12 Prozent abwärts. Wir können diese Liste jetzt munter fortführen, aber das macht unsere Stimmung nicht besser. Dann schauen wir doch mal schnell auf die Speicherwerte. Ja, wobei es auch nicht so war, als wäre es da jetzt besser gelaufen. Im Gegenteil, Seagate, Western Digital und SanDisk verloren bis zu 22 Prozent, denn ohne ihre Festplatten und Speicherchips läuft eben auch kein Rechenzentrum. Micron verlor 17.5 Prozent, nachdem Bloomberg berichtet hatte, dass der Konzern seine Pläne für ein neues Werk in Taiwan wegen 1 Arbeitskonflikts auf Eis legt.
00:03:07 · Lea Oetjen, Daniel Eckert
[00:03:07] S2: Broadcom gab 10 Prozent nach und Qualcomm, darüber hatten wir ja auch in der gestrigen Folge schon gesprochen, hatte zwar in den Quartalszahlen die Erwartungen geschlagen, enttäuschte dann aber mit dem Ausblick und verlor 9.5 Prozent und beim Chipdesigner ARM ging es 12 Prozent abwärts. Wir können diese Liste jetzt munter fortführen, aber das macht unsere Stimmung nicht besser. Dann schauen wir doch mal schnell auf die Speicherwerte. Ja, wobei es auch nicht so war, als wäre es da jetzt besser gelaufen. Im Gegenteil, Seagate, Western Digital und SanDisk verloren bis zu 22 Prozent, denn ohne ihre Festplatten und Speicherchips läuft eben auch kein Rechenzentrum. Micron verlor 17.5 Prozent, nachdem Bloomberg berichtet hatte, dass der Konzern seine Pläne für ein neues Werk in Taiwan wegen 1 Arbeitskonflikts auf Eis legt. [00:03:51] S1: Ja und bei den Neo Clouds, das sind diese Firmen wie CoreWeave, Nebius oder IREN, das sind die Firmen, die Hallen voller KI Chips bauen und die Rechenleistung dann vermieten, bei denen ging es 10 bis 17 Prozent abwärts und auch Elon Musks Reich, das blieb nicht von dem Ganzen verschont, denn Tesla fiel fast 11 Prozent und SpaceX 9 Prozent. [00:04:13] S2: Der Ausverkauf blieb auch nicht nur bei irgendwelchen Techwerten. Die Aktie des Baumaschinenherstellers Caterpillar verlor 6 Prozent. Die Großbank JPMorgan gab 4 Prozent nach und der Russell 2000 mit den kleineren Firmen in den USA rutschte ebenfalls in eine Korrektur. Und auch für die Unternehmen, Du hast es eben schon gesagt, von Elon Musk sah es wirklich richtig übel aus.
00:04:13 · Lea Oetjen, Daniel Eckert
[00:04:13] S2: Der Ausverkauf blieb auch nicht nur bei irgendwelchen Techwerten. Die Aktie des Baumaschinenherstellers Caterpillar verlor 6 Prozent. Die Großbank JPMorgan gab 4 Prozent nach und der Russell 2000 mit den kleineren Firmen in den USA rutschte ebenfalls in eine Korrektur. Und auch für die Unternehmen, Du hast es eben schon gesagt, von Elon Musk sah es wirklich richtig übel aus. [00:04:33] S1: Ja und für ihn war das ja was, man kann fast sagen, persönliches, denn es war auch eine persönliche Niederlage. Laut Financial Times war er ja mit 470000000 Dollar der größte Spender der Republikaner in diesem Wahlkampf gewesen und die meisten seiner Kandidaten, die haben das verloren, so auch in Texas. Dort sitzen ja Tesla und SpaceX und dort planen beide eine riesige Anlage aus Rechenzentren und eine Chipfabrik, die sich nach Einschätzung der Deutschen Bank jetzt verzögern und verteuern könnte. [00:05:08] S2: Anleger fürchten außerdem noch Untersuchungen im Kongress und eine Aufsicht, die den Wunsch von Elon Musk nach 1 Fusion von Tesla und SpaceX erst mal blockiert. Zusammen haben beide Firmen übrigens seit Dienstag gut 420000000000 Dollar an Börsenwert verloren. Dafür floss aber wieder mehr Geld in US Staatsanleihen. Die Rendite der Zehnjährigen fiel auf rund 4.8 Prozent den tiefsten Stand seit 2 Monaten.
00:05:08 · Lea Oetjen, Daniel Eckert
[00:05:08] S2: Anleger fürchten außerdem noch Untersuchungen im Kongress und eine Aufsicht, die den Wunsch von Elon Musk nach 1 Fusion von Tesla und SpaceX erst mal blockiert. Zusammen haben beide Firmen übrigens seit Dienstag gut 420000000000 Dollar an Börsenwert verloren. Dafür floss aber wieder mehr Geld in US Staatsanleihen. Die Rendite der Zehnjährigen fiel auf rund 4.8 Prozent den tiefsten Stand seit 2 Monaten. [00:05:30] S1: Normalerweise schiebt ein steigender Ölpreis die Renditen nach oben, weil er die Inflation anheizt, ist klar. Gestern kletterte die US Sorte WTI fast 3 Prozent auf 90 Dollar 50 im Fass und trotzdem kauften die Anleger Anleihen. Auch Bitcoin wurde von dem Abwärtstrend mitgerissen und viel gut 5 Prozent auf den tiefsten Stand seit 7 Wochen. Ja, das war eben ein Handelstag, der auf gleich mehreren Ebenen schmerzte. [00:06:01] S2: Ja, ein ganzer Tag zum Vergessen. Und dass das so schnell ging und vor allem so schnell bergab ging, hat auch mit dem geliehenen Geld zu tun. Nach Zahlen der US Aufsicht Finra hatten Anleger im September knapp 1500000000 Dollar an Wertpapierkrediten aufgenommen, damit Aktien zu kaufen. Das sind 350000000000 mehr als ein Jahr zuvor und sogar 700000000000 Dollar mehr als vor 2 Jahren. Wer auf Pump kauft, hinterlegt seine Aktien halt als Pfand.