00:16:02 · Jörn Chim Chow
[00:16:02] S2: Wir haben unsere Roadmap quasi in 3 Schritte aufgeteilt. Wir haben gesagt, okay, der 1. Schritt ist quasi zu zeigen, dass diese neue Art Architektur funktioniert. Das war unser erster Chip. Wir sind jetzt in der zweiten Phase, wo wir jetzt diese neuartige Architektur hochskalieren und quasi ein Produkt draus machen. Wir bauen jetzt gerade unseren zweiten Prozessor, also der wird gerade entwickelt. Der soll Anfang nächsten Jahres in die Fertigung gehen. Und das wird auch der 1. Chip, der dann quasi an unsere ersten Kunden gehen wird. Die können dann diesen Prozessor quasi in Form von Dev Kits ausprobieren. Und wenn dann das grüne Licht kommt, sagen, oh, wir wir sind total zufrieden mit dem Prozessor, dann gehen wir in die Massenfertigung. Und das ist dann der 3. Schritt. Du kannst dir das so vorstellen, das ist total kapitalintensiv. Und der Grund, warum wir das so aufgeteilt haben, ist, damit wir in gewisser Weise ein de Risking machen mit jedem Schritt. Das heißt, nach dem ersten Schritt haben wir gesagt, hey, wir brauchen jetzt 4000000. Mit dem ersten Schritt haben wir gezeigt, die Technik, die funktioniert. Jetzt brauchen wir noch mal weitere 14000000 US Dollar quasi für den zweiten Schritt, diesen ein Produkt draus zu machen. Und wenn's dann in die Fertigung geht, dann braucht man dann natürlich dann noch mal deutlich mehr. Und ich glaub, die größte Hürde für uns war wirklich, das Kapital zusammenzubekommen. Es ist fairerweise sagen oder es war nicht so einfach, das Kapital zusammenzubekommen. Man sieht in den in den Nachrichten immer die riesengroßen Runden von US Start ups, sag ich's mal so. Die Realität war aber, dass dass dass das gar nicht so einfach war, quasi das Geld zusammenzubekommen. Und wir haben quasi 4000000 eingesammelt in unserer ersten Runde, also 4000000 US Dollar, was im Vergleich, im internationalen Vergleich eigentlich nichts ist. Das sind Peeluts sozusagen. Wir hatten aber 2 Faktoren, die für uns gesprochen haben. Das 1. Hatten, wir haben ein sehr kleines Team gehabt, aber ein wirklich spitze, also Top Top Team, sag ich's mal so. Wir haben Ingenieure von von Intel, von von Apple, von NVIDIA, die bei uns angefangen haben, die die an diese Idee geglaubt haben und bei glauben und quasi bei uns angefangen haben. Und wir hatten die Unterstützung von Siemens und Samsung.
00:17:57 · Jörn Chim Chow, Jan Thomas
Sonst wär's überhaupt nicht möglich gewesen, quasi einen Chip in 8 Nanometer innerhalb von einem Jahr quasi mit mit knapp 4000000 auf die Beine zu stellen. [00:18:05] S1: Würdest Du denn sagen hinterher, also vielleicht, wir müssen mal übers Geschäftsmodell auch gleich sprechen, ne? Also was das hinterher eigentlich bedeuten kann? Man hat ja so das Gefühl, diese ganzen großen Namen, so ASML und TSMC, was weiß ich was, gibt ja so zahlreiche oder selbst hier son ZEISS und so, alle, die da irgendwie in dieser ganzen, sagen wir mal, Chip Produktionskette irgendwie involviert sind, das sind alles florierende Unternehmen, ne. Also von daher, ich glaub, das Geschäftsmodell hinten raus muss vielleicht noch mal erklären, was man damit an Geld verdienen kann. Aber würdest Du denn sagen, dass es sinnvoll ist, so ein Unternehmen überhaupt dann in Deutschland zu gründen, wenn Du gerade sagst, dass das Kapital hier eigentlich, also Kapital ist wichtig für euch, aber zeitgleich schwer zu bekommen hierzulande?
00:18:37 · Jörn Chim Chow
[00:18:37] S2: Ja, absolut. Also ich meine, wir bauen ja einen Chip mit dem Fokus Physical AI, quasi KI in der physischen Welt. Also es geht nicht darum, irgendwie Text zu generieren oder Bilder zu generieren, sondern wir wollen KI, die in der echten Welt handeln kann. Und da gibt es verschiedene Arten von Arbeitslasten oder Workloads, die das ermöglichen. Einerseits hast Du das die ganze Signalverarbeitung, ja, also wie das heißt, wir erst mal wir müssen erst mal die analoge Welt digitalisieren sozusagen und dann die Signale der reinkommen verarbeiten, damit wir sie überhaupt 1 KI füttern können. Dann haben wir das ganze Thema KI, neuronale Netze und danach kommt da irgendwie die Echtzeit, ich sag jetzt mal so, die Echtzeitkontrolle. Und Deutschland ist eigentlich das das Land des Maschinenbaus, sag ich's mal so. Wir sind unglaublich stark, was was Maschinen angeht. Wir sind auch unglaublich stark, was das ganze Thema Sensorik angeht. Was eigentlich noch bis jetzt gefehlt hat, ist quasi so dieser dieser mittlere Baustein, sag ich's mal so, die Sensorik und den Maschinenbau oder die Maschinen quasi, die die Echtzeitkontrolle für Maschinen zusammenbringen. Und das macht quasi unser Chip, unser Prozessor. Wir machen die Signalverarbeitung, wir machen die KI und die Echtzeitkontrolle der Systeme. Und das alles in einem Prozessor anstatt in vielen verschiedenen Prozessoren quasi.
00:19:51 · Jan Thomas
[00:19:51] S1: Ja, aber da, also dann noch mal die Frage, warum war's dann so schwierig, hier Kapital zu raisen oder warum ist das generell hierzulande für solche Themen so kompliziert? Weil das klingt ja jetzt, also wenn man dir jetzt gerade folgt, ist das ja eigentlich der Markt, in dem ihr euch, der richtige Markt, in dem ihr euch bewegt.
00:20:04 · Jörn Chim Chow
[00:20:04] S2: Ich hatte den Eindruck und ich sag's mal so, ich hab ich hab keinen reinen deutschen Investor in der Firma, sag ich's mal so. In den Verhandlungen oder in den Gesprächen mit den VCs hatte ich oft den Eindruck, dass der Fokus etwas anders liegt bei den, sag ich's mal so, bei bei den deutschen oder europäischen VCs als zum Beispiel den US VCs. Ich wurde mal gefragt, wie viel Kunden habt ihr denn schon? Und ich sage, hm, wir sind wir sind noch ganz am Anfang. Wir haben keinen einzigen Kunden. Wir bauen grade das Produkt. Und das war, ich glaube, das ist das ist für viele Kapitalgeber in in in Europa ein Red Flag sozusagen. Man hat quasi noch gar kein Produkt. Man hat noch gar keine Kunden, die gesagt haben, dieses Produkt, die die dieses Produkt kaufen möchten. Man ist in gewisser Weise sehr risikofokussiert. Man, also die 1. Frage, die oder eine der vielen, eine der Hauptfragen, die wir immer bekommen haben in den Gesprächen, in den in den Investmentkomitees, war immer, welche Risiken seht ihr? Also nicht welche Chancen. Ja, ja, das ist das ist das ja das war ein, es gibt tolle es gibt ganz, ganz tolle VCs in Deutschland, in Europa und ich kenne auch viele. Und wir haben ja sehr viele, wir haben ja eigentlich, also es sind ja europäische VCs bei uns, also Deep Tech VCs bei uns, die uns finanziert haben. Aber was ich gemerkt habe, ist, dass der Fokus wirklich ein anderer ist. Man ist ja, sag ich mal, in gewisser Weise risikoabwärts. Mit den US VCs, da ging's da kamen kamen ganz andere Fragen. Ich meine, das Risiko war eigentlich im Hintergrund, dass ich mir das diesen GIFEN, sag ich mal so, das akzeptiert jeder. Aber es kam dann, wie groß ist der Markt? Wie schnell könnt ihr wachsen? Wie viel Umsatz könnt ihr generieren? Also es war sehr chancenorientiert. Die Diskussion ist sehr chancenorientiert. Und man versteht einfach, okay, das das das Risiko ist da, aber das das Upside ist halt eben auch groß. Und das war, ich mein so, ist meine persönliche Erfahrung gewesen, dass da der Fokus etwas anders war, dass man sehr viel Validierung und sehr viel mehr Validierung sehen wollte in in Europa als im Vergleich zu, sage ich mal mal, in den USA.
00:21:56 · Jan Thomas, Jörn Chim Chow
[00:21:56] S1: Gab's unterwegs den den Moment, wo ihr dachtet, ihr kriegt die Runden überhaupt nicht geclosed? Also ich kenn jetzt die Investoren, die bei euch im Lead sind, kenne ich nicht, aber Du sagst hier gerade europäisch, ne? Ich hab mir die die Promille Ja, [00:22:07] S2: also da da muss ich auch fairerweise sagen, da muss ich auch fairerweise sagen, wir sind gerade in einem sehr, wie soll ich das sagen, attraktiven Markt unterwegs. Genau, ja, hätte ich auch gesagt, ne? Ja, ja, also das Interesse war bloß. Es war nicht so, sag ich's mal so, dass dass gesagt wurde, dass wir Sorgen hatten, dass wir die Runde nicht zusammenbekommen. Also diese Sorgen hatten wir eigentlich nie, Okay. Dass wir das Geld nicht zusammenbekommen werden. Aber es waren jetzt halt, sag ich's mal so, es war gewisser Weise anständig. Ich glaub, ich hab mit über 100 VCs gesprochen in 3 Monaten. [00:22:38] S1: Krass. [00:22:38] S2: Ja, wo dann da, ja klar, auch auch viele Absagen bekommen, 80 Absagen, glaube ich. Aber man muss auch ganz klar sagen, ich meine, wir hatten aber nie die Sorge, dass wir die Runde nicht zusammenbekommen. Am Ende waren wir auch ungefähr, waren wir auch mehrfach über oversubscribe, sag ich's mal so, und wir konnten uns dann aussuchen, mit welchem VC, von welchem VC wir das Geld nehmen. [00:22:56] S1: Ah, stark.